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14.06.2009 „After the Fall“: Premiere für Andrzej Stasiuk in Krakau

© Nicolas KnebelMit Andrzej Stasiuks Drama „Warten auf den Türken“ kommt „After the Fall“, das europaweite Theaterprojekt des Goethe-Instituts, im Juni nach Krakau. Stasiuks Groteske spielt am Dujava-Pass, einem Grenzübergang im Niemandsland zwischen Polen und der Slowakei, wo ehemalige Schmuggler, Grenzbeamte und eine Kioskverkäuferin mit dem Verlust ihrer alten Welt fertig werden müssen – und mit „Babylon“, das unerbittlich an ihr „Karpartentor“ klopft.

20 Jahre nach dem Mauerfall beleuchtet das grenzüberschreitende Theaterprojekt „After the Fall“ die Auswirkungen dieses Umbruchs auf Deutschland und Europa: Goethe-Institute in 15 europäischen Ländern haben 17 Dramatiker damit beauftragt, Theaterstücke zu schreiben, die den gesellschaftspolitischen Wandel in ihrer Heimat reflektieren.

Im Juni zeigt das Stary Teatr in Krakau die Uraufführung von Andrzj Stasiuks Drama „Warten auf den Türken“. Stasiuks Groteske spielt am Dujava-Pass, einem fiktiven Grenzübergang in den Karpaten zwischen Polen und der Slowakei. Hier versammeln sich Edek, Patryk, Marika, Angela und ein Chor ehemaliger Schmuggler. Mit ihnen prallen die Schicksale und Träume zweier Generationen aufeinander. Edek hat 35 Jahre lang die Grenze am Dujava-Grenzpass bewacht und Schmuggler gejagt. An Patryk, den jungen Wachschützer, richtet er die Frage: „Wo steht denn geschrieben, dass Veränderungen zum Besseren sind? Wenn jemand nun gar keine Veränderungen will? Darf jemand das nicht wollen?“ Dem Chor der Schmuggler, der darüber klagt, dass in dieser „grenzenlosen Welt“ ihr Leben soviel bedeute wie „zollfreie Ware“, ruft die Kioskbesitzerin Marika zu: „Eure Zeit ist vorbei!“. Sie will nichts mehr hören von dem alten Gerümpel, will ihr Geschäft verkaufen und nach London. Dann wird das Grenzgebiet von Türken aufgekauft. Als Söldner patrouillieren nun Patryk und Angela das Land und träumen von einer ganz neuen Ost-West Verbindung: Der Straße bis Istanbul. „Alles wird hier vorbeikommen, Wassermelonen, Volvo, Kebabs, Orient, Okzident, die Hagia Sofia, das Brandenburger Tor“. Aber auch diese Hoffnungen lösen sich in Luft auf: Frau Salamina plant einen Themenpark: „Grenzübergang im alten Osteuropa, alles lebensecht“.

Uraufführung im Stary Teatr in Krakau

Andrzej Stasiuk, der in Polen als wichtigster jüngerer Gegenwartsautor gilt, ist Schriftsteller und Essayist. Eines seiner immer wiederkehrenden Themen ist das Verhältnis des polnischen Volkes zu seinen Nachbarn. Sein neuestes, in Deutschland heftig umstrittenes Buch „Dojczland – Ein Reisebericht“ (2008) ist ein psychologisches Porträt der beiden Nachbarvölker.

Stasiuk schreibt Kritiken und Essays für die größten polnischen Tageszeitungen „Gazeta Wyborcza“ und „Rzeczpospolita“, aber auch für die „Süddeutsche Zeitung“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „L’espresso“. „Nacht“, das erste und bisher einzige Theaterstück Stasiuks, wurde 2005 als zweisprachige Koproduktion vom Stary Teatr und dem Düsseldorfer Staatsschauspiel in Düsseldorf aufgeführt. Auch „Warten auf den Türken“, sein zweites Stück, wird am Stary Teatr, das zu den ältesten und renommierteste Bühnen Polens gehört, inszeniert.

Bis November werden noch zehn weitere Stücke für „After the Fall“ in Rumänien, Dänemark, Schweden, Finnland, Deutschland und Belgien uraufgeführt. Als Höhepunkt und Abschluss des Projekts laden das Staatsschauspiel Dresden und das Theaterbüro Mülheim an der Ruhr im November 2009 eine Auswahl der Inszenierungen nach Deutschland ein. Begleitet werden die Aufführungen von einer Gesprächsreihe, veranstaltet von der Bundeszentrale für politische Bildung.

„After the Fall“ ist ein europaweites Theaterprojekt des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Staatsschauspiel Dresden, dem Theaterbüro Mülheim an der Ruhr und der Bundeszentrale für politische Bildung. Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts. Medienpartner ist der ZDFtheaterkanal. Partner der RUHR2010.

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