Pressestimmen

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Christian Wolter Industriepark Bremen 2005

PRESSESTIMMEN ZU „AFTER THE FALL“

„Es ist vor allen Dingen eine atmosphärische Veränderung. Es gibt nicht mehr Ost-West, es gibt in diesen Stücken das Drinnen- und Draußensein, Arm- oder Reichsein, Entwurzelungsgefühle, Migrationsgeschichten, sogar Fremdenfeindlichkeit und ein Hauch von Nostalgie.“

Hartmut Krug, Deutschlandradio Kultur

„Spannend, so verschiedene Perspektiven auf den Fall durchzuspielen. ‚After the Fall’ verliert sich nicht im Gestern, betreibt keine deutsche Nabelschau, wie sie in diesem Jahr allerorts zu sehen ist.“

Nina May, Dresdner Neueste Nachrichten

„Wovor die Dramatiker warnen: die rissige Realität von damals und heute zu kitten, zu klittern, unseren eigenen Horizont selbst wieder zu vermauern.“

Vasco Boenisch, Süddeutsche Zeitung


PRESSESTIMMEN ZU DEN GASTSPIELEN BEIM EUROPÄISCHEN FESTIVAL „AFTER THE FALL“ IN DRESDEN UND MÜLHEIM AN DER RUHR 31.10. bis 8.11.2009


„Antidot“ (Gegenmittel) von Nicoleta Esinencu

„Die junge Autorin Nicoleta Esinencu aus der Republik Moldau hat ihren Text ‚Antidot’ selbst in Szene gesetzt, reduziert Theater bewusst auf Existenzielles. Die Bilder dazu entstehen vor allem im Kopf – Zahlen, Ereignisse, Beschreibungen verschieben, überlagern sich, provozieren zum Nachdenken, auch über einseitige Positionen, forcieren das Nachlesen und kontroverse Diskussionen.“

Gabriel Gorgas, Sächsische Zeitung, 2.11.2009

„‚Antidot’ ist ein Text ohne Rollenzuschreibungen, eine Art innerer Monolog, der so komprimiert und entzündbar daherkommt wie jene Substanz, die ihn leitmotivisch durchzieht: Gas.“

Christine Dössel, Süddeutsche Zeitung, 3.11.2009


„Fremtidens Historie“ (Die Geschichte der Zukunft) von Christian Lollike

„Schon jetzt zeichnen sich Migration und Integration als große Themen ab. In einer prägnanten Text- und Bildersprache und mit einer gehörigen Portion Sarkasmus machte etwa der dänische Beitrag, eine junge und engagierte Inszenierung vom Königlichen Theater Kopenhagen, mit dem Stück von Christian Lollike zum Auftakt klar, was ‚Die Geschichte der Zukunft’ uns verheißt: ‚Wir brauchen Menschen, die tief in den Arsch der Globalisierung kriechen.’“

Margitta Ulbricht, Der Westen 4.11.2009

„Es ist die Videosequenz, die einem von diesem Theaterstück im Gedächtnis bleibt, die fünf Minuten, in denen ein irakischer Asylbewerber seinen Alltag im Lager von Sandholmlejren spricht: ‚Wir sind wie Zombies,’ sagt der Mann in die Kamera. ‚Manche spazieren draußen im Hof rum, apathisch, bei strömendem Regen, als würden sie das gar nicht mehr spüren. Alles zerfließt hier drin. Da oben, über meiner Tür, die Uhr, die geht eine Stunde nach, ich hab die nicht auf Sommerzeit umgestellt. Ihr braucht die Zeit, weil ihr den ganzen Tag über nützliche Dinge tut. Wir dürfen nicht arbeiten, studieren, kein Geld verdienen, wozu muss ich noch wissen, wie spät es ist?’“

Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung, 1.10.2009


„Czekając na Turka“ (Warten auf den Türken) von Andrzej Stasiuk

„Stasiuks Stück ‚Warten auf den Türken’, das im Wald am alten Grenzübergang zwischen Polen und der Slowakei spielt, ist eine bittere Farce. Aber voll unbequemer Wahrheiten. Es zeigt die Folgen der neuen Grenzenlosigkeit als innere Entgrenzung der Menschen… Dem globalen Gänseblümchen-Agitprop von Lollike setzt Andrzej Stasiuk sehr konkret die Gretchenfrage der Post-Wende-Zeit entgegen. Zwanzig Jahre nachdem der Wind of Change durch die kaltkriegerische Welt fegte, mancherorts Verwüstungen brachte, zwanzig Jahre also nachdem der Abriss der Mauer in Berlin den Grundstein für die nachhaltigsten Umwälzungen nach dem Zweiten Weltkrieg legte, schlägt einem dieser Satz mitten ins Gesicht: ‚Darf man keine Veränderungen wollen?’ Ein Quintessenzsatz.“

Vasco Boenisch, Süddeutsche Zeitung, 10.11.2009


„Für alle reicht es nicht“ von Dirk Laucke

„Dirk Laucke für den deutschen Beitrag auszuwählen, war sinnvoll. Kaum ein zeitgenössischer Dramatiker ist so nah dran an der Lebenswelt des Prekariats. Er versteht die Ängste und die Wut der Menschen, die das Gefühl haben, immer nur auf die Fresse zu bekommen… Er hat eine Bühnensprache entwickelt, die nicht von der Realität abgekupfert ist, aber klar und glaubwürdig wirkt. Wie einst Ödön von Horváth kann Laucke seine Sätze schweben und poetisch werden lassen, ohne an Authentizität zu verlieren.“

Stefan Keim, Frankfurter Rundschau, 6.11.2009

„Was ihn als Stückautor so attraktiv macht fürs Theater, ist die emotional hoch aufgeladene Sprache: jeder Satzfetzen erfahrungssatt, innerlich vibrierend, nicht nur in den Dialogen, sonder auch da, wo sie im gleichen erregten Sprachduktus erzählen, was passiert, und kommentieren. Seine Figuren, Kleinkriminelle, Exknackis, ehemalige Drücker, traumatisierte Soldaten, leiden an Aggressionsschüben und der Ahnung, sich selbst damit am meisten in die Pfanne zu hauen.“

Katrin Bettina Müller, die tageszeitung, 31.10.2009


„Zidul“ (Die Mauer) von Theodora Herghelegiu

„Ein fulminanter Ausklang des internationalen Theaterfestivals... Mit dem Gastspiel des Teatrul Toma Caragiu aus Ploieşti wird die große rumänische Theatertradition, die man vordergründig nur mit dem Namen Eugène Ionesco verbindet, greifbarer und vielgesichtiger. Denn den Namen der Regie führenden Autorin Teodora Herghelegiu sollte man sich auf jeden Fall auch hierzulande merken.“

Michael Bartsch, Dresdner Neueste Nachrichten, 10.11.2009


„Omflickorkundedöda¡ (WennMädchentötenkönnten) von Åsa Lindholm

„‚WennMädchentötenkönnten’ ist die Geschichte von drei Mädchen im späten Pubertätsalter, die sich selber finden wollen. Es wird sehr deutlich, dass sie in dieser Gesellschaft, so wie sie jetzt ist, gar nicht so recht wissen, wo sie hingehören, und dass sie sehr stark psychotisch davon bedroht sind, ihren Weg nicht zu finden.“

Hartmut Krug, Deutschlandradio Kultur, 8.11.2009


„Falsifikator“ (Der Fälscher) von Goran Marković

„Marković legt den Finger auf die offene Wunde – seht hin, will er mit seinem Stück sagen, es ist kein Wunder, dass das Land letztlich vor die Hunde gegangen und auseinandergefallen ist, schließlich haben alle seine lebenserhaltenden Systeme zugleich versagt. Wir alle gemeinsam, jeder Einzelne von uns hat das Land mit seinem Egoismus und seiner unersättlichen Gier zu Fall gebracht. Die Quintessenz des Stückes lautet dementsprechend auch: Niemand ist von der Schuld an der Katastrophe freizusprechen, in der die Idee des Vielvölkerstaates Jugoslawiens endete. Diese Botschaft, die Marković, einer unserer herausragenden Dramatiker und Filmemacher mit charakteristischer Handschrift an die Wand schreibt, zeugt trotz ihres Pessimismus und ihrer Düsterkeit von seinen zutiefst humanistischen Grundüberzeugungen.“

Vladimir Arsenijević, Schriftsteller


„Not Yet“ von Sarah-Jane Dickenson

„Zu der Sicht der unmittelbar Betroffenen gesellt sich der Blick aus der Distanz. In ‚Not Yet’ der Britin Sarah-Jane Dickenson etwa ist der Fall der Mauer nur mehr ein Stoff in der Schule. Im Klassenzimmer der Gefrusteten entwickelt sich ähnlich wie in Morton Rues ‚Die Welle’ eine Solidargemeinschaft, die jedoch Andersgewillte ausschließt und somit neue Wälle errichtet.“

Nina May, Dresdner Neueste Nachrichten, 24.7.2009

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