MUUR

Mauervariationen für Anfänger – LECTURE-PERFORMANCE
VON PIETER DE BUYSSER

Ein soziologisches Fitnessprogramm, um dem Eskapismus zu entfliehen. Errichten wir gemeinsam eine Mauer! Aber: So wie die Berliner Mauer wie ein dicker Strich unter das Scheitern einer gewissen kommunistischen Utopie gezogen wurde, bezeugen die europäischen Mauern in Südspanien und Italien das Scheitern des liberalen Kapitalismus. Daher schlägt Pieter de Buysser vor, Mauern aus anderen Materialien zu denken. Gemeinsam mit den Zuschauern, einigen Gespenstern und historischen Gestalten aus Vergangenheit und Zukunft wird hier eine utopische Enklave erschaffen.

„MUUR“ – EINE OPEN AIR THEATER-INSTALLATION
VON PIETER DE BUYSSER / INNE GORIS / DOMINIQUE PAUWELS

Im Jahr 2010 lassen vier Kinder alles hinter sich, um sich auf einem Stück Brachland niederzulassen. Auf diesem ehemaligen Niemandsland haben sie eine neue, kreisförmige Mauer gebaut. Ein gigantisches absurdes „O“, das eine seltsame Anziehung auf die Stadt und deren Bewohner ausübt. Die Theatervorstellung beginnt im Jahr 2064, in dem Jahr in dem die neuen Kinder kommen und den Platz der jetzigen älteren Bewohner einnehmen, um die Aufgaben weiterzuführen.

Der Autor Pieter De Buysser and die Regisseurin Inne Goris arbeiten zusammen mit dem Komponisten Dominique Pauwels und interagieren mit ihren individuellen Ausdrucksweisen. Das Ergebnis ist eine Komposition, eine Musikalität, die nicht nur in der Dynamik des Skriptes, der Körper oder des Ortes liegt, sondern hauptsächlich im harmonischen Gleichgewicht zwischen den drei besonderen Ausdrucksweisen. „Muur“ ist eine Installation, eine Theaterbühne, eine Truhe, die von Geschichten nur so wimmelt und ein verzerrtes Oratorium. Aber am allermeisten ist „Muur“ ein Happening, das uns mit unser Bedürfnis nach Mauern und nach utopischen Geschichten konfrontiert.

„MUUR“ findet im Freien auf einem Stück Brachland statt. Für das Set-Design hat das LOD die bekante Gruppe von Architekten des Büros Kersten Geers David Van Severen beauftragt. Sie haben eine enorme Rundmauer von 20 Meter Durchmesser gestaltet, in der die acht Laiendarsteller performen. Oft können sie sich nicht gegenseitig sehen und sich auch nur aus der Distanz hören. Das Publikum kann frei um das Ensemble herumlaufen, aber es sieht nicht, was auf der anderen Seite der Mauer geschieht. Das bedeutet: Jeder Zuschauer erschafft sich seine eigene Geschichte während der Performance. Durch Kopfhörer kann der Zuschauer die Schauspieler, die Sopranstimme und die Musik hören. Dominique Pauwels hat die Musik für ein Streicher-Quintett, eine Dobro (Resonanzgitarre) und elektronische Instrumente komponiert. Zwei Lieder hat er für die Sopranistin Lieselot De Wilde geschrieben.

Regie Inne Goris
Text Inne Goris und die Schauspieler (nach Geschichten von Pieter De Buysser)
Musik Dominique Pauwels

Ensemble Jacob Schoolmeesters, Ernest Eeckhout, Ruth Bruyneel, , Emily de Smaele, Jef Stevens, Roger Filip, Denise Gentbrugge, Greta Simons / Myriam Vancraeynest

Sopranistin Lieselot De Wilde

Produktion LOD & Beursschouwburg
Koproduktion Kunstenfestivaldesarts (Brussel)

Mit freundlicher Unterstützung des Goethe-Instituts Brüssel im Rahmen des Projekts „After the Fall“, des „Interdisciplinair Studiecentrum voor Kritiek en Actualiteit“ (ISKA) Studium Generale und mit freundlicher Unterstützung von ONDA.

    Trailer zu „MUUR“