Zidul

Zidul (Die Mauer)
von Theodora Herghelegiu

Zidul (Die Mauer) von Theodora Herghelegiu © ZDF Theaterkanal
TV Symbol"Zidul (Die Mauer)" von Theodora Herghelegiu (ZDF Theaterkanal)
Drinnen hofft man zwar noch immer, wichtig genug genommen zu werden, um wenigstens überwacht zu werden, einen Spitzel geschickt zu bekommen, aber nichts geschieht und der Widerstand bröckelt. Bis eines Tages die Mauern auch von außen abgedichtet worden sind. Der sinnlose Protest wird dem lautlosen Vergessen preisgegeben. Wer sich auszugrenzen versucht, geht verloren.

Der dritte Teil (Ewig) spielt an der Grenze zwischen Rumänien und dem Rest der Welt. Wieder die zehn Namenlosen, diesmal ohne Strumpfmasken, dazu Gartenzwerge mit Geigen, singen gemeinsam ein rumänisches Volkslied über eine arme Friseur, der eine Schneiderin liebte, die an Tuberkulose starb. Im Refrain erfährt man, die Schneiderin ist nicht eigentlich tot, sondern sie verwandelt sich.

Fast zwanzig Jahre nach dem Mauerfall wird in diesem rumänischen Beitrag Theater als Spiegel einer sich stets ändernden Welt gezeigt, innovativ und provokativ und gleichzeitig ratlos in unterschiedlichsten Facetten. Es wird versucht, Rumänien in Bezug auf Europa in ein neues Licht zu setzen, basierend auf einer neuen Grundeinsicht: Nicht das Theater verändert die Gesellschaft, sondern die Menschen verändern das Theater, wenn überhaupt. Theater im Sozialismus war ein Zufluchtsort für die Menschen. Diese traditionelle Funktion des Theaters scheint verloren. Jeder Protest verhallt an ganz neuen Mauern.

Ein Text von Jens Groß

    INTERVIEW

    Theodora Herghelegiu
    über ihr Stück „Zidul“ (in Englisch)
    Sie benötigen den Flashplayer , um dieses Video zu sehen

    INTERVIEW

    Lucian Sabados über "Zidul" und das rumänische Theater
    Sie benötigen den Flashplayer , um dieses Video zu sehen