Nemzeti Színház – Nationaltheater
Budapest, UngarnNeueröffung 2002

Im März 2002 eröffnete der Neubau des Budapester Nationaltheaters (Nemzeti színház).
Mit seiner postmodernen Architektur zählt das Haus am Pester Ufer unweit der Donau bereits heute zu den Sehenswürdigkeiten der ungarischen Hauptstadt. Reich dekoriert, weckt das Gebäude von außen Assoziationen an einen Flussdampfer. Der Zuschauerraum der Hauptbühne ist fast kreisförmig und fasst 619 Personen.
In der Vergangenheit musste das wichtigste Sprechtheater Ungarns häufig seinen Spielort wechseln. Seine Aufgabe sieht es heute vor allem in der Schaffung einer Kultur der Offenheit, Toleranz und Neugier unter den jüngeren Generationen.
Das Nationaltheater pflegt einerseits die Theatertradition Ungarns und bietet andererseits zeitgenössisches Theater aus aller Welt. Es versteht sich als Teil der europäischen Kultur im besten Sinn und arbeitet an der Herausbildung einer modernen Theatersprache zum Umgang mit der heutigen Welt.
Das Theater widmet sich außerdem der Entdeckung und Förderung von jungen Talenten. Daher strebt es eine enge Zusammenarbeit mit der Budapester Universität für Film und Dramatik an.

Studierende sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Regieausbildung am Theater zu vervollständigen und auch ihre Abschlussarbeiten hier zu inszenieren.
Bedeutende Theaterschaffende des Auslands werden in den kommenden Jahren eingeladen, am Nationaltheater zu inszenieren – in der Hoffnung, dass es auf diese Weise gelingt, den fruchtbaren Kulturaustausch um den Beitrag ungarischer Klassiker zu bereichern.
Außerdem will das Nationaltheater in nächster Zeit vermehrt zeitgenössische Stücke auf den Spielplan setzen, die anderswo schon moderne Klassiker sind, in Ungarn aber noch nicht Eingang ins Repertoire gefunden haben. (So kam in diesem Jahr Botho Strauß' Stück Der Park in einer Übersetzung von András Forgách zur Aufführung.) In Verbindung mit dem „Jahr der Bibel“ hat das Theater zehn ungarische Autoren beauftragt, je ein Stück über eines der zehn Gebote zu schreiben.
Das Nationaltheater plant, regelmäßig und als Teil des normalen Spielplans Gastproduktionen von außerhalb des Landes einzuladen. Durch diese Aufführungen sollen sich auch die Arbeitsbeziehungen zu Theatern vor allem in den Nachbarländern intensivieren.










