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      Eva Meyer-Keller

      Bauen nach Katastrophen © Eva Meyer-Keller
      Bauen nach Katastrophen © Eva Meyer-Keller


      Eva Meyer-Keller arbeitet an der Schnittstelle von Darstellender und Bildender Kunst. Bevor sie in Amsterdam das vierjährige Studium für Tanz und Choreografie an der School for New Dance Development (SNDO) abschloss, studierte sie Fotografie und Bildende Kunst in Berlin (Hochschule der Künste) und London (Central Saint Martins, Kings College).

      Eva Meyer-Kellers Aktivitäten sind vielseitig: Sie präsentiert auf internationaler Ebene ihre Performances, entwickelt Projekte zusammen mit anderen Künstlern und Gruppen, tanzt für andere Choreografen und realisiert Videoarbeiten. Neben ihren eigenen Arbeiten war sie an Projekten von Baktruppen, Jérôme Bel und Christine De Smedt/ Les Ballets C. de la B. beteiligt. In ihren eigenen Arbeiten hat sie u.a. mit Sybille Müller, Kay Grothusen und Kate McIntosh zusammengearbeitet.
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      Eva Meyer-Keller: Porträt

      Kinder sind keineswegs nur naiv, niedlich und von Grunde auf gut. In ihrer Neugier und ungezügelten Radikalität können sie auch zutiefst grausam sein. Eva Meyer-Keller blickt nicht nur wie ein begeistert experimentierendes Kind auf die Welt, sie macht auch unseren Blick auf ihre Versuchsanordnungen zum Teil ihrer Inszenierung. In scheinbar simplen Basteleien, die an die „Sendung mit der Maus” oder den Chemiekasten unserer Jugend erinnern, bringt sie mit einfachsten Mitteln Bilder von Naturkatastrophen oder sadistischen Hinrichtungsmethoden hervor, die wir – erneut ebenfalls zu erwartungsvollen Kindern geworden – wie neugierige Voyeure bestaunen.

      Gerade weil in ihren Stücken der gesamte Herstellungsprozess minutiös sichtbar gemacht wird, ist ihr Assoziationsreichtum umso größer und bedrohlicher. Und wenn statt Meyer-Keller selbst „echte” Kinder in der Hexenküche des Hobbykellers Dämme aus Kartoffelpüree brechen lassen, um Massen von Karamellbonbons darin zu „ertränken”, wird deutlich, dass ihren "Spielen” mit den Kriterien politischer Korrektheit nicht mehr beizukommen ist. Wir alle, ob Performer oder gespannt zusehendes Publikum, machen uns in diesen Momenten ein kleines bisschen schuldig: In einer neugierigen Komplizenschaft nehmen wir gemeinsam die Welt auseinander, um zu sehen, was sie wirklich im Innersten zusammenhält. Eva Meyer-Kellers Arbeit setzt Gegenstände, Prozesse und vor allem Ideen in Bewegung – und ist damit mehr Choreografie als so manches kritiklos Technik zelebrierendes Tanzstück.
      Frank Weigand

      Eva Meyer-Keller: Produktionen

      Bauen nach Katastrophen (2009)
      6 Kinder, 70 min (in Zusammenarbeit mit Sybille Müller)

      Schattenspiele (2008)
      4 Darsteller, 60 – 150 min

      de-placed (2008)
      Video, 10 – 30 min (in Zusammenarbeit mit Kate McIntosh)

      Handmade (2007)
      video, 11 min

      Good Hands (2005)
      4 Darsteller, 80 min

      Death is certain (2002)
      Solo, 35 min

      Death is certain (2002)
      Video, 35 min

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