Roberto Ciulli


© Robert Schatton
Geboren am 1.4.1934 in Mailand. Studium der Philosophie in Mailand und Pavia, Promotion mit einer Arbeit über Hegel. 1960-1962 Gründung und Leitung des Zelttheaters Il Globo in einem Mailänder Randbezirk. 1965 kam er nach Deutschland, wo er sich zunächst als Gastarbeiter bei der Firma Bosch und als Lkw-Fahrer verdingte.

1965-1975 Regieassistent, dann Regisseur am Deutschen Theater in Göttingen. 1972-1979 Schauspieldirektor am Schauspiel Köln. Hier machte er sich mit Interpretationen von Goldoni, der Entdeckung Eduardo de Filippos für das deutschsprachige Theater und einem Sternheim-Zyklus einen Namen.
Gastinszenierungen an der Freien Volksbühne und am Schiller-Theater in Berlin. 1979-1981 Regisseur am Schauspielhaus Düsseldorf, wo er u.a. „Alkestis“ nach Euripides und „Das Dekameron“ nach Boccaccio inszenierte.

1980 gründete er zusammen mit dem Dramaturgen Helmut Schäfer und dem Bühnenbildner Gralf-Edzard Habben das Mülheimer Theater an der Ruhr. 1991 wurde das Roma Theater Pralipe angegliedert (bis 2001). Schon bei seiner Gründung hat sich das Theater an der Ruhr der internationalen Kulturarbeit verpflichtet. Es sucht und fördert die multikulturelle Begegnung, gastiert regelmäßig im Ausland und holt ausländische Truppen nach Mülheim.

1987 begann eine enge Zusammenarbeit mit dem Türkischen Staatstheater Ankara, 1999 der Kulturaustasuch mit Iran. 2002 gastierte Ciullis Ensemble im Irak. 2005 verabredete das Theater an der Ruhr eine dreijährige Kooperation mit den Städtischen Bühnen Istanbul.

Für sein politisches und interkulturelles Engagement wurde Ciulli mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Polnischen Kulturorden (1990), dem Bundesverdienstkreuz (1996), dem Sonderpreis für Theaterkunst und herausragende kulturelle Verständigung in Teheran (1999) und dem Preis der Hiroshima-Foundation Stockholm (2002).