Samir Akika

'Funny How' © Jörg Landsberg
'Close Your Eyes', © Jörg Landsberg
'Close Your Eyes', © Jörg Landsberg


Samir Akika, geboren in Algerien und aufgewachsen in Paris, studierte zunächst Physik, Mathematik und Sport in Paris und Miami. Nach einer späten Tanzausbildung an der Folkwang Universität der Künste in Essen arbeitete er als freischaffender Tänzer und Choreograf.

2009 gründete er gemeinsam mit seiner langjährigen Produktionspartnerin Alexandra Morales das Label Unusual Symptoms, das neben der eigenen choreografischen Arbeit Akikas auch Projekte anderer Künstlerinnen und Künstler produziert. Ihn verbindet zudem eine zehnjährige Arbeitsbeziehung mit dem Goethe-Institut, für das er Projekte auf der ganzen Welt realisiert. Seit der Spielzeit 2012/13 leiten Samir Akika/Unusual Symptoms die Tanztheater-Sparte am Theater Bremen.
Links zum Thema

Kurzporträt

'Funny How' © Jörg LandsbergSamir Akika ist, auch wenn er durchaus aus einer klassischen Schule kommt, im System Stadttheater eine außergewöhnliche Erscheinung. Als er zur Spielzeit 2012/13 den Posten des Hauschoreografen am Theater Bremen übernahm, brachte Akika das Koordinatensystem des Publikums ordentlich durcheinander. Mit den Unusual Symptoms brachte er ein Ensemble mit, wie am Goetheplatz noch keines Einzug gehalten hatte: ein Kollektiv mit Zügen einer Großfamilie, dessen spezifische Beschaffenheit und Zusammensetzung sich inklusive Nachwuchs bis auf die Bühne erstreckte, wie in Me & My Mum, einer der ersten Produktionen, die Akika in Bremen zeigte.

Da wurde auf der Bühne gekocht, gespielt, getobt, gebadet, Hausmusik gemacht, gesungen. Und natürlich getanzt. Laut ging es zu, anarchisch, grell. Immer wieder verwiesen Stücke wie Funny, How? oder Penguins and Pandas, in denen sich die Grenzen zwischen Tanz, Theater und anderen Kunstformen reizvoll auflösen, auf außertheatralische Bilderwelten, auf das Kino, aber auch auf Tanz von der Straße, Pop. Vor allem seine Liebe zum Film prägte seine letzten Arbeiten. Die Zeit der Kirschen, eine Hommage an Jacques Tati, und Einer flog über das Kuckucksnest nach dem Roman von Ken Kesey und dem Film von Milos Forman zeigten eine neue Lust an präzise choreografierten, zugleich enorm unterhaltsamen Erzählformen, in denen der Choreograf seinem anarchistischen Geist treu blieb.
Andreas Schnell

Produktionen seit 2014

'Funny How' © Jörg LandsbergBelleville (2014)

Close Your Eyes (2014)

Symptom Tanz (2014)

Die Zeit der Kirschen (2015)

Einer flog über das Kuckucksnest (2015)