Antonia Baehr

Abecedarium Bestiarium - Affinitäten in Tiermetaphern, © Anja Weber
'Misses and Mysteries', © Antonia Baehr
'Misses and Mysteries', © Antonia Baehr


Antonia Baehr studierte Film und Medienkunst bei VALIE EXPORT (1996) an der Hochschule der Künste Berlin und hat einen Mastertitel in Performance des School of the Art Institute of Chicago. Seit zwölf Jahren arbeitet sie in unterschiedlichen Funktionen mit Valérie Castan, der KoAutorin von Des miss et des mystères zusammen. 2016 wird ein Tanztrio entstehen. Baehr ist darüber hinaus Produzentin des Pferdeflüsterers und Tänzers Werner Hirsch, des Musikers und Choreografen Henri Fleur, des Komponisten Henry Wilt und des Ehemannes Henry Wilde, u. a.

Zur Tanzplattform Deutschland 2016 eingeladen mit'Misses and Mysteries' (2015), Antonia Baehr & Valérie Castan

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Kurzporträt

Abecedarium Bestiarium - Affinitäten in Tiermetaphern, © Anja WeberAntonia Baehr ist eine sehr originelle, sehr eigenwillige Künstlerin, die sich um angesagte Themen und Tagesmoden nicht schert, ein Solitär, schlau, selbstbewusst und unberechenbar. Die Denkschubladen, die wir alle im Kopf haben, ob wir wollen oder nicht, reißt sie aus der Denke, schüttet den Inhalt aus und wühlt juchzend in ihm herum. Aus diesem Chaos entsteht ihre Kunst, frei, verschwenderisch, voll kindlicher Lust am Erschaffen von Welt. Aber Vorsicht: das Kind ist jungklug, und in den Schubladen war viel Wissen und Kühnheit, auch Theorie – ein Chaoskuchen, aus solchen Zutaten gebacken, hat natürlich seine Tücken. Er mundet und sitzt adrett in der Form, ist geistig, poetisch und giftig: jedes Stück eine Falle, in die man wohlig hineintappt.

Ihre jüngste Arbeit Misses and Mysteries entwickelte sie gemeinsam mit Valérie Castan, die per Audiodeskription Tanzstücke live für Blinde beschreibt. Die Methode wird hier spielerisch eingesetzt: Was in vier Handlungsloops akustisch beschworen wird, entspricht nicht immer dem, was man sieht. Ein ausgeklügeltes System von Befreiungs, Genderund AssoziationsVarianten stiftet heilsame Verwirrung. Wie mit einem Präzisionsskalpell wird die Realität Schicht um Schicht abgetragen und zwischen Schwanensee und Valeska Gert, Drag und Queen neu definiert. Das ist komplex, aber hochvergnüglich. Und einmal mehr wird klar: Alle, die sich den Magen verdorben haben mit zu viel fadem Konzepttanz, sollten Baehr Tonic trinken, das hilft.
Renate Klett

Produktionen seit 2014

Abecedarium Bestiarium - Affinitäten in Tiermetaphern, © Anja WeberThe Wildes, a Victorian Salon (2014) Ida Wilde (aka Keren Ida Nathan) & Henry Wilde (aka Werner Hirsch / Antonia Baehr)

Des miss et des mystères (2015) Antonia Baehr & Valérie Castan

Dance Trio (yet untitled) (2016)