Monika Gintersdorfer / Knut Klaßen

Logobi 4 © Gintersdorfer / Klaßen
'Not Punk, Pololo', © Knut Klaßen
'Not Punk, Pololo', © Knut Klaßen

Gintersdorfer/Klaßen entwickeln seit 2005 Projekte, in denen sie Lebensstrategien und Ausdrucksformen der Darstellerinnen und Darsteller ins Zentrum stellen. Das deutsch-ivorische Team arbeitet mit internationalen Gästen und zeigt seine Stücke national wie international; Beispiele sind die Logobi Reihe 1-6 (Tanzplattform Deutschland 2010), La nouvelle pensée noire (Spielart Festival 2013, Auftritt im ruandischen Kigali, Impulse Festival 2015, Festival Politik im freien Theater 2014) und Der Internationale Strafgerichtshof (Gastspiele in den Niederlanden, Belgien, Burkina Faso, Ghana).

Eine häufige Zusammenarbeit verbindet Ginterdorfer/ Klaßen u. a. mit Kampnagel in Hamburg, Forum Freies Theater Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer in Berlin, Pumpenhaus Münster, Theater Bremen und Koninklijke Vlaamse Schouwburg in Brüssel. In 2009 und 2010 richteten Gintersdorfer/Klaßen eigene Festivals in der Côte d’Ivoire aus. Since 2005



Zur Tanzplattform Deutschland 2016 eingeladen mit 'Not Punk, Pololo' (2014)
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Kurzporträt

Logobi 4 © Gintersdorfer / KlaßenMit performativen transkontinentalen Sichtlinien zwischen Europa und Afrika, die weit mehr kreuzen als Kultur, geschweige denn lediglich von Tanz handeln, hat das Duo Gintersdorfer/Klaßen die Grenzen des Tanztheaters gesprengt. Die Regisseurin Monika Gintersdorfer, der im März 2016 der Caroline-Neuber-Preis der Stadt Leipzig verliehen wird, und der bildende Künstler Knut Klaßen arbeiten mit ihrem ivorisch-deutschen Ensemble diskursiv, mit so klugem wie subversivem Witz, unterwandern Stereotype, stellen Übersetzungsfragen.

In Bremen waren Gintersdorfer/Klaßen zuletzt Teil des Opernprojekts Les Robots ne connaissent pas le Blues oder Die Entführung aus dem Serail, das ungewöhnlich zu nennen eine schamlose Untertreibung wäre. Mit dem damaligen Chef des Bremer Musiktheaters, Benedikt von Peter, Generalmusikdirektor Marcus Poschner und Ted Gaier von den Goldenen Zitronen dekonstruierten sie Mozarts Entführung aus dem Serail so lustvoll und gründlich, dass einem die Lust an herkömmlicher Oper glatt vergehen konnte. Der Erkenntnisgewinn war dabei beträchtlich:
Wir erfuhren, wie es klingt, wenn Opernsängerinnen und - sänger ihre Arie nicht zu Orchesterbegleitung singen, sondern zu modernen elektronischen Beats. Wie sich zeitgenössischer Tanz mit Opernszenen verträgt. Wie afrikanischer Pop und Opernstimme zusammengehen. Was die produktive Kraft des Gintersdorfer/Klaßen-Prinzips einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Andreas Schnell

Produktionen seit 2014

Logobi 4 © Gintersdorfer / KlaßenIdentitäten dehnen (2014)

Not Punk, Pololo (2014)

Exorzieren statt Exerzieren (2015)

Les Robots ne connaîssent pas le Blues oder Die Entführung aus dem Serail (2015)
a production by Oper des Theater Bremen & Gintersdorfer/ Klaßen, directed by Benedikt von Peter & Monika Gintersdorfer

Logobi 06 (2015)

Der Botschafter (2016)