Dass der so genannte "Konzepttanz” nicht nur intelligent sondern auch äußerst humorvoll sein kann, stellt Martin Nachbar seit Jahren erfolgreich unter Beweis. Unter der fast clownartig und harmlos anmutenden Oberfläche spielen seine Stücke auf subversive Weise mit unterschiedlichen Interpretationsebenen und der Reibung zwischen Sprache und Bewegung. Martin Nachbar ist niemals vollkommen eindeutig. Stets liegen in seinen Arbeiten mehrere Ebenen neben- oder übereinander.
Gerade durch das extreme Understatement bei der Präsentation entsteht eine Transparenz, die unterschiedliche Sichtweisen auf das Geschehen erlaubt. Roter Faden in Nachbars Werk ist der Umgang mit "dokumentarischen Momenten”.
Indem er Bewegungs- oder Sprachmaterial aus den unterschiedlichsten Kontexten entlehnt und noch einmal am eigenen Körper erprobt, durchleuchtet er nicht nur landläufige Begriffe von Tanz und Repräsentation. Er stellt auch immer die Frage nach der Rolle des Performers im Spannungsfeld zwischen 'Vorstellung’ (Idee) und 'Vorstellung’ (Tanz). Wenn sich Nachbar in seiner tanzhistorischen Untersuchung "Urheben Aufheben” von der ihm fremden Bewegungssprache der Ausdruckstänzerin Dore Hoyer durchdringen lässt, geht es ihm nicht um Imitation, sondern um die Untersuchung der Prozesse von Urheberschaft und Aneignung. Martin Nachbars künstlerische Selbstversuche sind nicht ergebnisorientiert: Stets sind der Weg der Untersuchung und die dafür aufgewendeten tänzerisch-reflexiven Mittel das eigentliche Ziel.
Gerade durch das extreme Understatement bei der Präsentation entsteht eine Transparenz, die unterschiedliche Sichtweisen auf das Geschehen erlaubt. Roter Faden in Nachbars Werk ist der Umgang mit "dokumentarischen Momenten”.
Indem er Bewegungs- oder Sprachmaterial aus den unterschiedlichsten Kontexten entlehnt und noch einmal am eigenen Körper erprobt, durchleuchtet er nicht nur landläufige Begriffe von Tanz und Repräsentation. Er stellt auch immer die Frage nach der Rolle des Performers im Spannungsfeld zwischen 'Vorstellung’ (Idee) und 'Vorstellung’ (Tanz). Wenn sich Nachbar in seiner tanzhistorischen Untersuchung "Urheben Aufheben” von der ihm fremden Bewegungssprache der Ausdruckstänzerin Dore Hoyer durchdringen lässt, geht es ihm nicht um Imitation, sondern um die Untersuchung der Prozesse von Urheberschaft und Aneignung. Martin Nachbars künstlerische Selbstversuche sind nicht ergebnisorientiert: Stets sind der Weg der Untersuchung und die dafür aufgewendeten tänzerisch-reflexiven Mittel das eigentliche Ziel.
Frank Weigand







