Ben J. Riepe

'don't ask don't tell', © Anshuman_Sen
"don't ask don't tell", © Anshuman_Sen


Video: „Hundstage“
Video: „Der letzte Schrei“

Ben J. Riepe studierte Tanz und Choreografie an der Essener Folkwang Universität der Künste. Er arbeitete bei VA Wölfl/NEUER TANZ und als Gasttänzer bei Pina Bausch. 2004 gründete Riepe seine eigene Kompanie und hat seitdem zahlreiche Bühnenstücke und Performances realisiert, die national wie international touren (u. a. in Polen, Frankreich, Indien, Bangladesch und Kanada).

Seit 2009 erhält die Gruppe die Spitzenförderung Tanz des Landes NRW und betreibt ein eigenes Studio in Düsseldorf. Ben J. Riepe hat eine eigensinnige künstlerische Sprache zwischen Tanz, Performance und bildender Kunst entwickelt. So entstanden 2013 u. a. auch Skulpturen und Fotoserien, die in Galerien gezeigt wurden. Die Ben J. Riepe Kompanie arbeitet fest mit dem tanzhaus nrw zusammen und koproduziert mit verschiedenen deutschen Theaterhäusern, u. a. PACT Zollverein und Künstlerhaus Mousonturm. Seit 2013 ist Ben J. Riepe Affiliated Artist bei PACT Zollverein in Essen.

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Kurzporträt

Wozu brauchen zwei Männer in kurzen weißen Hosen auch noch Ball, Schläger und Netz, um Tennis zu spielen? Sie holen weit aus und schlagen, in Zeitlupe; etwas fliegt hin und her: die Blicke der Zuschauer. Sie wissen, worum es geht. Oder glauben, zu wissen. Und so wie dieser edle Sport vom wiederholten Wechsel lebt – von Seite zu Seite – tut es auch eine andere menschliche Leidenschaft: der Sex. Die Männer, diesmal alle fünf, sinken langsam zu Boden, schmiegen sich an seine Oberfläche, stehen auf. Ab und auf und ab. Irgendetwas oder -jemand fehlt auch hier, in »Don't Ask, Don't Tell«, dem Gemeinschaftswerk von Ben J. Riepe und seinem Kollegen Navtej S. Johar, aber es ist ja Theater und daher trotzdem da: in der Imagination.

Riepe choreografiert in seinen Stücken für stets mindestens drei Tänzer das Spiel mit solchen Erwartungen. Er wirft mit Bällen. Die Bilder auf ihren Oberflächen sind gebogen, verbogen. Es sind bekannte Motive, Figurationen, die von Gefühlen sprechen: von quälender Langeweile, brüllendem Stolz, kichernder Peinlichkeit, heulender Einsamkeit, hitzigem Begehren. Er wölbt sie mit seinen Tänzern nach außen – auf eine Weise, dass sie wie Maskerade wirken und die Vorstellung von der guten alten Natürlichkeit verzerren. Der Zirkusdirektorzylinder, das gerüschte Cocktailkleid, die Stöckelschuhe, die karierten Ganzkörperanzüge und billigen Tiermasken, welche die Tänzer umhüllen, betonen diese Künstlichkeit noch. Ein seltsamer Mechanismus scheint diese Figuren anzutreiben. Hin und her, rauf und runter. Im Grunde allzu menschlich.
Melanie Suchy


Mir geht es um Erregung und Verwirrung.
Eine Erregung von Wahrnehmung und Verstand. Eine Verwirrung der Sinne, des Körpers, des Hirns, der Identität.
Ben J. Riepe

Tourneefähige Produktionen

»HAPPY TOGETHER« (2013)
4 Performer, Bühne 11 x 11 m, 90 min

»THE WHITE VOID_SERIES« (2013)
Installationsperformance, mehrere Performer, Senioren, Kinderchor, Schafe, Objekte, site-specific, 60-240 min

»Don´t Ask, Don´t Tell« (2012)
6 Performer, Bühne 12 x 12 m, 65 min

»Untitled: Natura« ( 2011 )
7 Performer, Bühne 12 x 12 m, 75 min