Antony Rizzi

She was just somewhere else  © Thomas Brucher
She was just somewhere else © Thomas Brucher


Video: „An attempt to fail at ground breaking theatre with Pina Arcade Smith / She was just somewhere else“

Antony Rizzi wurde in West Newton (USA) geboren und studierte an der Boston School of Ballet. Während der letzten zwanzig Jahre war er einer der wichtigsten Mitarbeiter von William Forsythe und ist immer noch in Frankfurt zu Hause. Er beschäftigt sich nun hauptsächlich mit seiner eigenen Arbeit für seine Gruppe Moving Productions. Seine Arbeiten wurden in Europa, Kanada und den USA gezeigt. Antony Rizzi choreografierte u.a. für das Staatsballett München, The Boston Ballet und The Pennsylvania Ballet. Als Schauspieler arbeitete Antony Rizzi mit Jan Fabre und Jan Lauwers zusammen. Er ist Gastlehrer für Ballett und Improvisationsmethoden, die er während seiner Zeit beim Ballett Frankfurt mit Forsythe entwickelt hat.
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Kurzporträt

Warum sich bewegen? Warum sich Tanz anschauen? Warum sich die Mühe machen, Tanz zu schaffen? Ist es möglich, dass Widerstand mich antreibt, anstatt mich zu behindern? Für mich geht es beim Choreografieren um Beziehungen; Beziehungen zur Linie, zu Musik, zueinander und zu bestimmten Assoziationen, die durch Bewegungen hervorgerufen werden und die Geschichte vorantreiben oder die Recherche zum Thema werden lassen. Und es geht um Beschreibung. Den Raum, das Thema und die Gefühle beschreiben, welche in unserer Recherche entstehen.
Derzeit interessieren mich Freundschaft und die Facetten der Anderen, aus denen sich unsere Persönlichkeit zusammensetzt. Jedes Stück ist eine Frage oder ein Rätsel, zu dem man die Antwort sucht. Aber eine Frage, die immer wieder auftaucht, ist: Wer bin ich und wer bist du? In meiner Arbeit kombiniere ich verschiedene Elemente wie Text und vor allem Film, um die Zuschauer bei der Suche nach einer möglichen Antwort zu unterstützen.
Tanzstücke produzieren bedeutet für mich, das Publikum auf eine Reise mit zu nehmen, mit meiner Meinung und meinem Blick auf ein bestimmtes Thema. Ich bin gegen Etikettierungen, aber es ist mir trotzdem eine Freude zu hören, was andere bei meinen Stücken sehen und fühlen, wie sie die Achterbahn-Fahrt wahrnehmen.
ANTONY RIZZI

Tony Rizzis künstlerische Energien streben in viele Richtungen, er fotografiert und filmt, öffnet seine Wohnung für Performances, wagt auch mal eine zweistündige One-Man-Show, in der er einen mit nicht viel mehr als Plaudereien hinreißt. Natürlich tanzt und choreografiert er auch, William Forsythes die Grenzen des körperlich Möglichen bis zum Äußersten weitender Stil hat ihn geprägt. Aber seine Choreografien zeigen eine eigene Handschrift und seine Stücke beinhalten bei weitem nicht nur Tanz. Sie in ein enges Konzept-Mieder zu schnüren liegt ihm nicht, vielmehr werden sie in ihrer Ideenfülle und ihrem Assoziationsreichtum zusammengehalten vom besonderen Rizzischen Blick auf die Dinge: einem Gespür fürs Absurde, feiner Ironie, die aber fast immer liebevoll mit Menschen und ihren Schwächen umgeht, von seiner Wärme, Ausstrahlung auch, wann immer er selbst auf der Bühne steht. Wenn man von dem Multitalent Tony Rizzi eins nicht erwarten darf, dann ein kühles Tanz-Stück. Er probiert sich und die Möglichkeiten des Theaters aus, er spielt auch gern mit ihnen. Aber leichtfertig ist er dabei nicht. SYLVIA STAUDE

Tourneefähige Produktionen

"She was just somewhere else" (2011) 5 Darsteller, Bühne 10 x 10 m, 160 min

"To be a tree" (2011) 2 Darsteller, Bühne 6 x 8 m, 30 min

"An attempt to fail at groundbreaking theater with Pina Arcade Smith" (2010) 2 Darsteller, Bühne 6 x 7 m, 100 min

"Denial of Death part 2 ( mit Penny Arcade 2010) 2 Darsteller und 30 Statisten, Bühne min. 6 x 8, 80 min

"Every Body Tells A Story" (2007) insg. 5 Darsteller, Bühne 6 x 8 m, 60 min

"Snowman Sinking" (1999) 3 Darsteller, Bühne 8 x 10 m, 75 min