Stephanie Thiersch / MOUVOIR

'Bronze by Gold', © Martin Rottenkolber
'Bronze by Gold', © Martin Rottenkolber


Stephanie Thiersch ist Choreografin, Regisseurin und Medienkünstlerin. Sie studierte in Deutschland und Frankreich, u. a. an der Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM) unter VALIE EXPORT. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch Vermischung sämtlicher Medien und risikofreudige Allianzen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern aus. Mit ihrer 2000 in Köln gegründeten Kompanie MOUVOIR gastierte sie weltweit mit über 30 Bühnenstücken, Filmen und Installationen, die mehrfach ausgezeichnet wurden, u. a. mit dem Deutschen Videotanzpreis und dem Förderpreis des Landes NRW.
Ihre aktuelle Produktion Bronze by Gold mit dem Asasello- Quartett und Di Elephant Power wurde bei TANZ IM AUGUST in Berlin uraufgeführt. Zurzeit arbeitet sie in Kooperation mit der Kölner Philharmonie an einer performativen Übertragung der City Dances von Anna Halprin.
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Kurzporträt

Die Arbeiten von Stephanie Thiersch suchen die Konfrontation mit anderen Medien und bleiben doch in ihrem Kern Tanzstücke. Das Interesse der Choreografin richtet sich stets auf den Körper im Prozess der Transformation und des Übergangs. Thierschs Körper changieren nicht nur zwischen ihren unterschiedlichen medialen Repräsentationen, sondern verkörpern auch heterogene emotionale Zustände. Die Konfrontation der Kontexte ist nicht nur eine der verschiedenen Kunstformen und Medien.

Wie in der Begegnung mit Afrika in As/If (We Would Be) ist sie auch eine der Kulturen, deren fremde Gesten das Eigene mit einem fremden Blick belegen. In Bronze by Gold bewegen sich die Musikerinnen und Musiker des Asasello-Streichquartetts zusammen mit den sieben Tänzerinnen und Tänzern im Raum, wobei die heftige Bewegung der Musik derart in ihre Körper übergeht und sie zur physischen Erschöpfung treibt. Das Stück konfrontiert unsere westliche Party-Kultur mit dem von uns bisher nur zu erahnenden Schrecken des Terrors und des Todes. Ohne dass wir es zunächst bemerkten, hören sich die gescratchten Töne des belgischen DJs plötzlich an wie Gewehrsalven, die verzückten Posen der Tänzerinnen und Tänzer verwandeln sich in unserem Blick zu Hilfeschreien.
Sie sind weder das eine noch das andere. Stephanie Thiersch hält extreme Zustände in der Schwebe, wagt den Spagat zwischen Kontexten und fordert uns dazu auf, uns in den Zwischenräumen zu verhalten.
Gerald Siegmund

Produktionen seit 2014

Corps Étrangers (2013/2014)

for four (2014)

The Memory Machine (2014)

Bronze by Gold (2015)

City Dance Köln (2016)