Kat Válastur

© Katja Grawinkel
© Katja Grawinkel
© Katja Grawinkel


Kat Válastur ist Choreografin und Performerin. Während ihres Studiums beschäftigte sie sich mit der Frage »Was kann man eigentlich noch tanzen?« und schuf damit den philosophischen Kontext, in dem sie ihre Werke entwickelt: Fragmentierung, ›diverted architecture‹, Zeitraffer, Entropie und Virtualität sind Begriffe, die in ihrer Arbeit eine Rolle spielen; zugleich benutzt sie Diagramme, Partituren und Zeichnungen.

Derzeit ist sie Stipendiatin beim Institut für Raumexperimente, einem von Olafur Eliasson initiierten Projekt in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste Berlin. Válasturs Arbeiten wurden international – in Spielstätten und auf Festivals – gezeigt. Für das Jahr 2014 plant sie unter anderem eine Reihe neuer Choreografien mit dem Titel »The marginal sculptures of Newtopia«.
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Kurzporträt

© Katja GrawinkelSeit 2007 lebt und arbeitet die in Athen geborene Choreografin und Performerin Kat Válastur in Berlin. Nach ihrem Studium an der Hellenic School of Dance erhielt sie 2000 ein Fulbright-Stipendium für die Trisha Brown Studios in New York. Im Jahr darauf gründete sie die Gruppe adLibdances und absolvierte 2009 ihren Master im Solo/Dance/Authorship-Programm des Berliner Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz.

Für ihre »Corpus«-Tetralogie hat sich Kat Válastur den Übertitel »Oh! Deep Sea« ausgesucht und damit ein entscheidendes Charakteristikum ihrer künstlerischen Arbeit preisgegeben. Tief taucht sie in den sozio-choreografischen Ozean der Kommunikationsfähigkeit des menschlichen Körpers. Dorthin, wo archaisch anmutende Narrationen, notorische Tics, weit verzweigte Emotionsnetze und Schwärme von vagen Versprechen dessen driften, was den Körper in seine Zukunft treibt.

Diese Unterwelt ist es, die von der Künstlerin befragt wird, wenn sie für sich programmatisch formuliert: »Was bleibt zu tanzen?« Im Dunkel der europäischen kulturellen Tiefsee lässt Válastur seit »Wonderful rooms« (2006) ihre faszinierende tänzerische Luminiszenz aufblitzen und vermittelt so eine Idee davon, was noch zu verstehen vor uns liegt. Dafür braucht es einen genauen Umgang mit künstlerischen Mitteln, eine große Sicherheit bei der Navigation in unbekannten Gebieten und eine komplexe Karte der Choreonautik (die ein Manövrieren in den Kontexten des Gegenwartstanzes erst ermöglicht). Das macht Kat Válasturs Arbeit aus: Oh! See deep.
Helmut Ploebst


Ich möchte nicht einfach ein weiteres Tanzstück machen. Ich möchte für mich als Künstlerin, für meine Performer und für das Publikum eine neue Erfahrung erzeugen. Ich möchte eine Welt erschaffen, die sich auf die Körper auswirkt, und ein Land für die Individuen, die sie bevölkern. Ich möchte ein Newtopia erschaffen.
Kat Válastur

Tourneefähige Produktionen

© Katja Grawinkel»Gland« (2014)
solo, Bühne 7 x 10 m

»Oh! Deep Sea – Corpus III« (2012)
4 Performer, Bühne 11 x 13 m, 65 min