Jefta van Dinther

'GRIND' © Ivo Hofste
'AS IT EMPTIES OUT', © Eva Würdinger
'AS IT EMPTIES OUT', © Eva Würdinger

Video: „As It Empties Out“

Jefta van Dinther ist Choreograf und Tänzer und lebt in Berlin. Seine Arbeit zeichnet sich durch einen rigorosen, körperbetonten Ansatz aus und enthält immer auch ein Stück auf die Bühne gebrachte Bewegungsrecherche. Das Sichtbare und das Unsichtbare, das Unheimliche, Illusion, Synästhesie, Dunkelheit, Arbeit, Affekt, Stimme und Bildlichkeit sind wiederkehrende Themen in seiner Arbeit. Derzeit auf Tournee sind die Stücke As It Empties Out (2014), Plateau Effect (2013, eine Auftragsarbeit für das Cullberg Ballett), THIS IS CONCRETE (2012) sowie GRIND (2011). Zu den weiteren Arbeiten von van Dinther gehören The Blanket Dance (2011), Kneeding (2010), The Way Things Go (2009) und IT‘S IN THE AIR (2008). Die Projekte Protagonist (2016) und Dark Field Analysis (2017) befinden sich in Planung.
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Kurzporträt

'GRIND' © Ivo HofsteManche Tanzstücke greifen so direkt in die Affekthaushalte des Publikums ein, dass dieses in eine Art Rauschzustand gerät. „Das war jetzt aber ein Trip“, hört man oft nach solch einem Erlebnis. Der schwedisch- deutsche Tanznerd Jefta van Dinther ist imstande, derartige Choreografien zu entwickeln. Er kann Raum, Sound, Licht und Körper in performative Drogen verwandeln. Van Dinthers Stoff ist eine Komposition aus Ereignisstrukturen, die nicht einfach spektakulär überwältigt, sondern sich der Wahrnehmung bemächtigt und buchstäblich bedient. Das war bereits in seinem frühen Stück GRIND der Fall, das nur wenige Jahre nach IT’S IN THE AIR, einer Trampolin-Kollaboration mit Mette Ingvartsen, entstanden ist.

Dazwischen liegen die Produktion THIS IS CONCRETE und die Studioarbeiten The Way Things Go und Kneeding, aber auch The Blanket Dance, der zusammen mit Frédéric Gies und DD Dorvillier entstand und aufgeführt wird. Dieses Trio enthält eine Atmosphäre bzw. musikalische und räumliche Elemente, die nicht nur bereits auf GRIND verweisen, sondern auch auf van Dinthers weitere Entwicklung. Hier fällt etwa die dunkle Schönheit The Plateau Effect mit Tänzerinnen und Tänzern des Cullberg Ballett auf, die über das Musikvideo Monument für Röyksopp & Robyn in die teils hypnotisierend wirkenden Abgründe von As It Empties Out führt. Dabei wird klar, wie überzeugend das Interesse dieses Choreografen einerseits an technologischen Amplifikationen des tanzenden Körpers und zum anderen an den Intensitäten der Synästhesie im Publikum-Performer Verhältnis ist.
Helmut Ploebst

Produktionen seit 2014

'GRIND' © Ivo HofsteAs It Empties Out (2014)

Protagonist (2016)
a production by Cullberg Ballet, with the choreography by Jefta van Dinther