Honji Wang / Sébastien Ramirez

'Wang/Ramirez', © Nika Kramer
'Wang/Ramirez', © Nika Kramer
'Wang/Ramirez', © Nika Kramer


Wang Ramirez ist ein Choreografenduo. Sébastien Ramirez und Honji Wang haben ein breitgefächertes Kompanierepertoire entwickelt, das von internationalen Koproduktionspartnerinnen und -partnern mitgetragen und von wichtigen Bühnen und Festivals präsentiert wird. Wang Ramirez haben wichtige Auszeichnungen erhalten, u. a. bei no ballet – Internationaler Choreographiewettbewerb Ludwigshafen, beim Internationalen Choreographiewettbewerb Hannover, den New Yorker Bessie Award sowie eine Nominierung für das Rolex Mentor and Protégé Arts Initiative Programm. Beide kreierten für die Eröffnungszeremonie des Kunstraums MADE in Berlin eine konzeptuelle Performance. Sie nahmen an der Entwicklungsphase für Madonnas Rebel Heart Tour 2015/16 in New York City teil und entwickelten eine Choreografie für das Live-Konzert.
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Kurzporträt

'Wang/Ramirez', © Nika KramerSie ist Deutsch-Koreanerin, er Südfranzose mit spanischen Eltern. Sie trafen sich im Hip-Hop, wurden ein Paar und begannen, aus dem Patchwork der persönlichen Identitäten künstlerische Flexibilität zu schöpfen, dank derer sie immer wieder neue choreografische Wege beschreiten. Ihre Stücke reflektieren die Realität des modernen urbanen Lebens und analysieren neben persönlichen Beziehungen auch gesellschaftliche Zusammenhänge. Schon ihre Ansätze im Hip-Hop – er athletisch, sie musikalisch und poetisch – entsprachen den gegensätzlichen kulturellen Hintergründen. Mit Humor inszenierten sie das Aufeinandertreffen beider Welten in Monchichi, ihrem Duo, das sie als feinsinnige Autoren und Interpreten eines neuen Tanztheaters bekannt machte. Seit 2013 entwickeln sie einen neuen Ansatz, Hip-Hop mit anderen Ausdrucksformen zu verbinden.

In Borderline, einem Stück für fünf Tänzerinnen und Tänzer, ist auch ein Rigger in das Geschehen eingebunden und nimmt eine aktive Rolle wahr, anstatt unsichtbar im Hintergrund zu agieren. Die zum Teil an Seilen hängenden Tänzerinnen und Tänzer spielen mit Schwerelosigkeit, Schnellkraft und Widerstand. So entsteht zunächst eine räumliche Ebene, auf der Fragen von Freiheit und Gleichgewicht metaphorisch verhandelt werden. In ihrer jüngsten Kreation Mise en scène vertiefen Wang und Ramirez diese Recherche mit dem Ziel, das Instrumentarium der Rigger als zentrales szenografisches Element einzusetzen. Hier werden die Tänzerinnen und Tänzer selbst zu Riggern. Hip-Hop vermischt sich mit Martial Arts, Hebefiguren, Bodenakrobatik und Vertikaltanz und eröffnet neue Ausdrucksmöglichkeiten.
Thomas Hahn

Produktionen seit 2014

'Wang/Ramirez', © Nika KramerFelahikum (2015)

Mise en Scène (2016)