Deutsch lehren: Fortbildung

Das neue Fernstudienprogramm: „Deutsch Lehren Lernen“.
Fort- und Weiterbildung für DaF-Lehrende weltweit

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Mit dem Fernstudienprogramm „Deutschsprachiger Unterricht in Theorie und Praxis“, das in Kooperation mit der Universität Kassel und dem DIFF entstanden ist, verfügte und verfügt das Goethe-Institut über ein hervorragendes Instrument zur Qualifizierung Deutschlehrender, das sich einen festen Platz in der Fortbil-dungslandschaft und -literatur erworben hat. Dieses erfährt nun eine inhaltliche und fachwissenschaftliche Neuausrichtung.

Ziel dieser Neuausrichtung ist die Anpassung des Programms an den aktuellen Stand des Faches Deutsch als Fremdsprache, an die Fach- bzw. Fortbildungsdidaktik, an europäische Bildungsstandards sowie an die veränderten Anforderungen der Lehrkräftequalifizierung weltweit.

Zu dem Projekt wurde eine kontinuierlich tätige Arbeitsgruppe des Bereichs Fortbildungsdidaktik des Goethe-Instituts, vertreten durch Karin Ende und Imke Mohr, unter Mitwirkung der Mitglieder des Beirats Sprache Hans Barkowski, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Rüdiger Grotjahn, Ruhr-Universität Bochum, Britta Hufeisen, Technische Universität Darmstadt, und Michael Legutke, Justus-Liebig-Universität Gießen, eingerichtet.

Der Bedarf an Lehrerfort- und -weiterbildung weltweit ist zunehmend heterogen: Didaktische Vorkenntnisse und sprachliche Voraussetzungen der Lehrenden differieren ebenso wie Lehrorte und Lernergruppen. Rahmenbedingungen der Lehrkräftequalifizierung unterscheiden sich ebenfalls stark. Auch stoßen Lehrende an so genannten Partnerschulen im Rahmen der Initiative „Schulen. Partner der Zukunft“ zu der Zielgruppe der vom Goethe-Institut zu Qualifizierenden hinzu.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden muss das zukünftige Programm einen hohen Grad von Anpassungsfähigkeit aufweisen: Es muss unterschiedliche Eingangsvoraussetzungen und unterschiedliche Zertifikate und deren Akkreditierung ermöglichen und vielfältige Veranstaltungsarten und Kursprogramme vorsehen. Dies wiederum erfordert eine Modularisierung des Gesamtprogramms sowie eine Anpassbarkeit von Zertifikaten an regionale Bedürfnisse.

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Hier die Eckdaten des Programms:
  1. Zielgruppe: DaF-Lehrende im Primarbereich, in der Sekundarstufe und in der Erwachsenenbildung weltweit mit Unterrichtserfahrung, auch Lehrende ohne formale Ausbildung oder mit fachfremdem Universitätsstudium.
  2. Zielsetzung: Aktualisierung des in der Ausbildung erworbenen Wissens, Erweiterung des fachdidaktischen Wissens und der Unterrichtskompetenz, Erwerb zusätzlicher formaler Qualifikation (z.B. in Form eines Zertifikats).
  3. Qualitätsmanagement, Evaluation und Begleitforschung: Für dieses Projekt werden fortbildungsdidaktische und methodische Qualitätsstandards formuliert. Darüber hinaus existieren formale Standards zu Textgestaltung, Spezifikation von Bild-, Audio- und Videodateien sowie eine Aufgabentypologie. Im Rahmen des Gesamtprojektes sollen einzelne Module an ausgewählten Goethe-Instituten im Ausland und unterschiedlichen Zielgruppen pilotiert werden. Diese Evaluation wird wissenschaftlich begleitet.
  4. Modularisierung: Das Programm besteht aus standardisierten Programmen und bietet die Möglichkeit durch eine Neugruppierung von Modulen zielgruppenspezifische Programme oder Einzelmaßnahmen zuzuschneiden. Es sind die standardisierten Programme BASIS, AUFBAU und SPEZIAL geplant. Für die einzelnen Module sind ECTS-Punkte ausgewiesen. Auch für punktuelle Lehrerfortbildungen sind Credits und Zertifikate/Bescheinigungen vorgesehen, die in nationalen Fortbildungsportfolios ausgewiesen werden können.
  5. Fortbildungsdidaktischer Ansatz: „Deutsch lehren lernen“ ermöglicht den Teilnehmenden in jedem Modul Phasen systematischer Beobachtung und Reflexion von Lehrtätigkeit, und zwar der Lehrtätigkeit anderer wie auch der eigenen. Praxiserkundungsprojekte auf der Grundlage von Unterrichtsdokumentationen bilden den Ausgangspunkt dafür, Unterricht zu verstehen und durch die kritische Überprüfung von pädagogischen und fachdidaktischen Konzepten die eigene Professionalisierung voranzutreiben.
  6. Curriculum und Materialentwicklung: Für das Programm Basis liegt bereits ein Curriculum vor, das auf Grundlage einer Expertise der Professoren Legutke und Rösler der Justus-Liebig-Universität Gießen gemeinsam mit dem Beirat Sprache des Goethe-Instituts entwickelt wurde. Die Entwicklung einzelner Module gibt das Goethe-Institut in Auftrag, es geht beraten durch die Mitglieder der Beirats Sprache auf mögliche Autorinnen und Autoren zu.
  7. Zertifizierung: Für die Zertifizierung entwickelt das Goethe-Institut zusammen mit geeigneten Institutionen ein System von Leistungsnachweisen mit dem entsprechenden Testformat. Jedes Modul des Programms schließt mit einem eigenen Leistungsnachweis ab.
  8. Datenbank als Projektgrundlage: Als Grundlage des Gesamtprojekts wird eine Datenbank entwickelt, in der Materialien in Form von Texten, Aufgabenstellungen, Unterrichtsmitschnitten, Tests, Fortbilderhinweisen etc. abgelegt werden. Diese Einträge sind verschlagwortet. Die Taxonomie erlaubt eine zielgruppenspezifische Verknüpfung von zu vermittelnden Inhalten / Kompetenzen und dazugehörenden Aufgabenstellungen und bspw. Unterrichtsmitschnitten auf der Mikroebene einerseits und eine Zusammenstellung von Modulen zu Kursen auf der Makroebene. Angestrebt ist ebenfalls eine Möglichkeit der Differenzierung der Aufgaben¬stellungen nach Veranstaltungsart und Medium.
  9. Publikationsform: Die Module des Programms „Deutsch lehren lernen“ werden sowohl in Print bei Langenscheidt erscheinen als auch digital über die Funktion „moodle book“ auf der Lernplattform des Goethe-Instituts zur Verfügung gestellt.

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