Hanaa (Casablanca)


Eines Tages beschloss Hanaas Nachbarin, Schicksal zu spielen: Hanaa schien ihr die ideale Frau für ihren Bruder Najim zu sein. Und so erhielt Najim von seiner Schwester die E-Mail-Adresse und Telefonnummer von Hannaa – mit deren Einverständnis natürlich. Nach 20 Tagen Kontakt auf diesem Wege kam Najim nach Marokko. Hanaa war sofort angetan von Najims Art, seine starke Persönlichkeit faszinierte sie. Die Verlobung folgte sehr schnell.

Najim ist ebenfalls Marokkaner, lebt schon lange in Deutschland, wo er ein Unternehmen betreibt, das Käse und Käseprodukte herstellt. „Er ist verrückt nach Deutschland“, sagt Hanaa. Er mag die Sauberkeit, die Landschaft und die Menschen und behauptet, es gebe dort nicht so viel Klatsch und Tratsch wie in Marokko. Die beiden telefonieren jeden Tag, Najim sagt, die vielen Telefonate hätten ihn bereits finanziell ruiniert.

Nach dem Abitur hat Hanaa eine Ausbildung zur Verkaufsleiterin im internationalen Handel absolviert und ist in diesem Beruf auch tätig. Sie glaubt allerdings nicht, dass sie damit eine Chance auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat, deshalb möchte sie in Deutschland eine weitere Ausbildung machen. Neben Arabisch spricht Hanaa Französisch und Englisch und auch mit dem Deutschen war sie schnell vertraut. Nur das Sprechen bereitet ihr noch etwas Probleme, sie fühlt sich gehemmt, weil sie nicht schnell genug antworten kann.

Ihrer Familie fällt es schwer, sie gehen zu lassen. Die Mutter freut sich für ihre Tochter, aber gleichzeitig kommen ihr immer wieder die Tränen, wenn sie an den bevorstehenden Abschied denkt. Ihrer Heimat den Rücken zu kehren, wird für Hanaa nicht leicht, aber sie sieht es als ihr Schicksal und das nimmt sie gerne an.

Links zum Thema