Pascal (Yaoundé)
„Im Kopf waren wir schon in Deutschland“, sagt Pascal, als er von seiner Zeit am Goethe-Institut in Yaoundé erzählt.
Weil es so exotisch war, hatte der junge Mann Deutsch bereits auf dem Gymnasium als zweite Fremdsprache gewählt. Für ihn war es wie Mathematik, man musste einfach nur bestimmte Regeln befolgen. Die deutsche Sprache habe auch seine Persönlichkeit geformt, habe von ihm verlangt, genau zu arbeiten. Geliebt hat Pascal sie damals noch nicht.
„Es ist entscheidend, wer die Sprache vermittelt“, meint er. Den Unterschied zwischen den Deutschstunden in der Schule und am Goethe-Institut empfand er wie Tag und Nacht. Es gefiel Pascal, dass seine Lehrerin am Goethe-Institut ihr Lächeln nie verlor. Im Kurs fühlte er sich wie in einer Familie und vermisste seine Klasse an den Wochenenden. Lernen mit allen Sinnen, aktive Mitarbeit, viel Abwechslung und ein lebendiger Landeskundeunterricht – Pascal ist begeistert, wenn er von seinem Deutschkurs erzählt.
Seiner Frau Nina war Pascal in seinem Heimatdorf im Westen Kameruns begegnet. Dorthin hatte er sich nach seinem Jurastudium in Dschang zurückgezogen. Neue Erfahrungen wollte er sammeln, die Gewohnheiten des Stadtlebens, wie Fernsehen und langes Schlafen ablegen, den Kontakt zur Natur suchen. Nina machte ein Volontariat als Deutschlehrerin am Gymnasium des Dorfes. Vier Monate hatten die beiden Zeit, ihre Gemeinsamkeiten zu entdecken, dann ging Nina nach Deutschland zurück. 2010 kam sie erneut nach Kamerun, 2011 heirateten sie.
Pascal hat zuletzt für eine NGO in der landwirtschaftlichen Entwicklungshilfe gearbeitet, hat Konferenzen für ein neues Umweltbewusstsein in Kamerun organisiert. Der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur ist ihm wichtig. Seine Kenntnisse darüber will er erweitern, hofft, weiterstudieren zu können. Ein gemeinsames Leben in Kamerun ist für das junge Paar nicht ausgeschlossen. Aber zunächst will Pascal Deutschland kennenlernen, mit allen Sinnen, nicht nur im Kopf.







