Sunisa (Bangkok)


Über eine Kontaktbörse kamen sie zusammen: Sunisa, Hotelangestellte in Bangkok, und Jan, deutscher Berufssoldat auf Einsatz in Afghanistan. Einen Monat später reiste Jan für einen Kurzurlaub nach Thailand. Für Sunisa war es keine Liebe auf den ersten Blick, ihr gefiel aber auf Anhieb seine höfliche und liebe Art.

Dann ging Jan zurück nach Afghanistan und von da an wurden die Angst und die Sorge um seine Sicherheit Sunisas ständige Begleiter. Immer wieder muss Jan ihr Mut machen, diese Zeit durchzustehen. Vor allem wegen der unsicheren Situation, in der er sich befand, zögerte Jan lange, bis er sich zur Heirat entschloss. Endlich, bei einem Besuch im Europapark, bat er Sunisa, seine Frau zu werden. Die Verlobung fand allerdings ohne Ring statt, denn in Deutschland hatte er keinen passenden für Sunisas zarte Finger finden können. Den Ring kauften sie dann in Bangkok.

Bald ist Jans Dienstzeit in Afghanistan zu Ende und Sunisas Vorfreude auf Deutschland wächst. Den kulturellen Unterschied sieht sie nicht als Problem. Es gefällt ihr zum Beispiel, dass in Deutschland Großfamilien nicht so verbreitet sind wie in Thailand, denn sie freut sich sehr auf die Zweisamkeit mit ihrem Mann. Im Moment konzentriert sie sich ganz auf die deutsche Sprache. Es ist ihr sehr wichtig, sich mit den Eltern und der Familie von Jan unterhalten zu können, sie „möchte nicht einfach nur mit dem Kopf nicken“. Sunisa will auch arbeiten, kann sich eine Tätigkeit als Kassiererin oder auch als Krankenpflegerin vorstellen. Sie wird sich integrieren, da ist sie sich sicher. Und auch das Klima empfindet sie nicht als hinderlich, im Gegenteil: Anders als im schwülen Thailand könne in Deutschland wenigstens das Make-up nicht so leicht verlaufen, sagt Sunisa und lächelt verschmitzt.

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