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Newsletter „Migration und Integration“ (1/2014)de

Liebe Leserinnen und Leser,

in unserem aktuellen Newsletter möchten wir Ihnen einen Überblick über neue Inhalte auf unserer Website und die aktuellen Debatten in den Themenfeldern Migration und Integration geben.

Wir weisen außerdem auf Dossiers, Neuerscheinungen, Projekte und Veranstaltungen zum Themenfeld Migration, Sprache und Integration hin. Sollten Sie hier etwas vermissen, freuen wir uns über Ihren Hinweis.

Viel Freude beim Lesen!

Goethe-Institut e. V.
Projekt „Sprache und Integration“ & Bereich „Wissenschaft und Zeitgeschehen“

Weitere Informationen sowie Kontaktadressen, an die Sie Fragen und Anregungen richten können, finden Sie unter www.goethe.de/migration-integration.

Inhalt

1| Neues zu Migration und Integration auf Goethe.de
2| Aktuelles aus den Themenfeldern Migration und Integration
3| Veranstaltungshinweise

1| Neues zu Migration und Integration auf Goethe.de

1.1 Neu online im Magazin
In unserem Magazin veröffentlichen wir Beiträge aus den Themenfeldern Migration und Integration. Neu hinzugekommen sind in den letzten Monaten die folgenden Artikel und Interviews:

Bilinguale Beziehungen: Eine Liebe – viele Sprachen
http://www.goethe.de/lhr/prj/daz/mag/spr/de12465123.htm

Wie viel Deutsch muss sein? – über die Sprachkenntnisse zugewanderter Fachkräfte
http://www.goethe.de/lhr/prj/daz/mag/spr/de12373073.htm (nicht mehr aktiv)

Philosophie der Flüchtlingspolitik – Moralisch im selben Boot
http://www.goethe.de/lhr/prj/daz/mag/igd/de12346549.htm

Babylon im Klassenzimmer: Schiwere Schipirache
http://www.goethe.de/lhr/prj/daz/mag/spr/de12538693.htm

Refugees Welcome – deutsche Dokumentarfilme zum Thema Flucht und Asyl
http://www.goethe.de/lhr/prj/daz/mag/igd/de12107640.htm

Multi-Kulti-Deutsch – Uwe Hinrichs im Gespräch
http://www.goethe.de/lhr/prj/daz/mag/spr/de12094005.htm

 

1.2 Kennen Sie eigentlich unser Glossar?
Unser Glossar ist eine Orientierungshilfe in der oft unübersichtlichen Masse an Begriffen aus dem Themenbereich Migration, Sprache und Integration:
http://www.goethe.de/lhr/prj/daz/glo/deindex.htm

 

1.3. Neues auf „Mein Weg nach Deutschland“
Das Webportal „Mein Weg nach Deutschland“ wird vom Europäischen Integrationsfonds ko-finanziert und ständig erweitert.

Es bietet Neuzuwandernden nun noch mehr Möglichkeiten, ihr Deutsch zu verbessern und sich in Deutschland zurechtzufinden:

  • Die bestehenden Rechercheaufgaben wurden durch drei neue Recherchen des Themengebietes „Technik“ ergänzt. Der Zielgruppe wird hier wesentlicher Wortschatz zu den Themen Computer und Internet sowie hilfreiche Tipps zur Navigation auf dem Webportal vermittelt.
  • Die Informationstexte der Rubrik „In Deutschland leben“ sind durch drei weitere Informationstexte zum Thema „Mehrsprachigkeit“ ergänzt worden. Leserinnen und Leser finden nun Informationen zu Mehrsprachigkeit, mehrsprachiger Beratung sowie Hilfe und Beratungsmöglichkeiten. Alle verfügbaren Informationstexte wurden vertont und sind in den nächsten Tagen zum Anhören verfügbar.
  • Dem Spiel „Die Einladung zur Hochzeit“, mit dem elementarer Wortschatz des Sprachniveaus A1 geübt werden kann, wurden neue Funktionen hinzugefügt. So können beispielsweise nun die Suchbilder übersprungen werden, sodass das Spiel nicht jedes Mal neu begonnen werden muss.  

Portal „Mein Weg nach Deutschland“:
http://www.goethe.de/meinwegnachdeutschland

2| Aktuelles aus den Themenfeldern Migration und Integration

2.1 Zur aktuellen Entwicklung des Staatsbürgerschaftsrechts
Bereits während der Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2013 war das Thema der doppelten Staatsbürgerschaft ein Streitthema zwischen CDU/CSU und SPD: Während die Union die bestehenden Regelungen lediglich leicht modifizieren wollte, plädierte die SPD für eine uneingeschränkte Ermöglichung der doppelten Staatsbürgerschaft. Im Koalitionsvertrag wurde schließlich ein Kompromiss festgehalten: „Für in Deutschland geborene und aufgewachsene Kinder ausländischer Eltern entfällt in Zukunft der Optionszwang und die Mehrstaatigkeit wird akzeptiert.“

Somit sollte die Optionspflicht nur für diejenigen aufgehoben werden, die auch in Deutschland aufgewachsen sind. Was dies aus Sicht der Bundesregierung genau bedeutet, wurde erst in dem im April 2014 vorgelegten Gesetzentwurf definiert: „[I]n Deutschland aufgewachsen und damit von der Optionspflicht befreit [ist], wer sich bei Vollendung seines 21. Lebensjahres mindestens acht Jahre in Deutschland gewöhnlich aufgehalten hat. Gleiches soll gelten, wenn der Betroffene sechs Jahre in Deutschland eine Schule besucht hat oder über einen in Deutschland erworbenen Schulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt.“ So ist die Optionpflicht nach dem nun am 4. Juli 2014 vom Bundestag verabschiedeten Gesetz nicht abgeschafft, sondern in einer Vielzahl von Szenarien noch sehr relevant.

Ein „riesige[s] integrationsfeindliche[s] Bürokratiemonster“ nannte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) den Kompromiss bereits im März gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auch die Opposition votierte schließlich gegen das Gesetz: „Der Gesetzentwurf der Bundesregierung ist ein integrationspolitischer Fehler und belastet die Staatsangehörigkeitsbehörden mit unnötiger Bürokratie“ betonte Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen) vor der Abstimmung im Bundestag in einer Stellungnahme auf seiner Facebook-Seite, in der er auch weitere Probleme des neuen Gesetzes aufzeigt. „Jetzt hat dieses moderne Einwanderungsland auch ein modernes Staatsangehörigkeitsrecht“, konstatiert dagegen Özlem Topçu in der ZEIT; gerade mit Blick auf die vergangenen Konflikte um eine Modernisierung des Staatsbürgeschaftsrechts sei die aktuelle Neuerung trotz ihrer Mängel positiv zu sehen. „Gemessen an der Sturheit, mit der diese Regel aus dem frühen 19. bis weit ins 21. Jahrhundert verteidigt worden ist, kommt das einer Revolution gleich“, stellt auch Armin Käfer in der Stuttgarter Zeitung fest.

So wird die aktuelle Entwicklung insgesamt als ein zwar halbherziger, aber richtiger erster Schritt in eine sinnvolle Richtung gesehen. Eine Weiterentwicklung der nun verabschiedeten Regelung ist abzusehen – nicht zuletzt wegen europa- und verfassungsrechtlicher Bedenken, die etwa Prof. Dr. Andreas Zimmermann von der Universität Potsdam für die Türkische Gemeinde in Deutschland in einem Rechtsgutachten zusammengetragen hat.

 

2.2 Hinweise auf Projekte und Dossiers
BAMF-Studie: Wie groß ist die Abwanderung von aus der Türkei Stammenden?
In den vergangenen Jahren berichteten viele Medien, dass gut ausgebildete Deutschtürken das Land in Richtung Türkei verlassen. Eine neue Studie des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zeigt: Die tatsächliche Abwanderung von 2007 bis 2012 war niedriger als angenommen.
http://www.bamf.de/20140611-beitrag-6-abwanderung-tuerkeistaemmiger.html

Studie „Im Schatten der Zitadelle. Der Einfluss des europäischen Migrationsregimes auf Drittstaaten“ von Brot für die Welt, medico international und Pro Asyl
Die europäische Politik der Auslagerung von Flucht- und Migrationskontrollen auf Staaten jenseits der EU-Grenzen wirkt sich fatal auf Schutzsuchende aus und beeinträchtigt die Gesellschaften der Transit- und Herkunftsländer beträchtlich. Dies dokumentiert die Studie „Im Schatten der Zitadelle“.
http://www.proasyl.de/im_schatten_der_zitadelle_studie

Zu diesem Themenkomplex ist kürzlich im avant-verlag die Graphic Novel Unsichtbare Hände des finnischen Autors und Illustrators Ville Tietäväinen erschienen. Dieser hat in Marokko und Spanien intensiv recherchiert und mit Flüchtlingen, Schwarzarbeitern, Grenzbeamten und Menschenhändlern gesprochen und diese Eindrücke nach fünfjähriger Arbeit zu Papier gebracht. So erzählt Unsichtbare Hände eine fiktive, aber auf gründlichen Recherchen basierende Geschichte, wie sie tagtäglich in Europa passiert. Zwei Euro von jedem verkauften Exemplar dieser Graphic Novel gehen als Spende an Pro Asyl.
http://avant-verlag.de/comic/unsichtbare_haende

Studie „Neue Potenziale – zur Lage der Integration in Deutschland“ des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung
Migranten in Deutschland stehen trotz verbesserter Rahmenbedingungen noch immer vor großen Herausforderungen. Eine neue Studie des Berlin-Instituts untersucht die Fortschritte und Stolpersteine der Integration in Deutschland.
http://www.berlin-institut.org/publikationen/studien/neue-potenziale.html

Studie „Die Integration von zugewanderten Ehegattinnen und Ehegatten in Deutschland“
Wie gestalten Ehegattinnen und Ehegatten, die nach Deutschland ziehen, in den ersten Jahren nach der Einreise ihren Alltag? Darüber gibt die BAMF-Heiratsmigrationsstudie 2013 Auskunft.
http://www.bamf.de/20140507-heiratsmigrationsstudie.html

Jahresgutachten 2014 des Sachverständigenrats für Migration (SVR)
„Bilanz und Baustellen: Arbeitsmigration weitgehend liberalisiert – Integrationspolitik fehlt die Dynamik“
http://www.svr-migration.de/content/?page_id=5489 (nicht mehr aktiv)

Jahresbericht 2013 des Forschungszentrums Migration, Integration und Asyl im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
https://www.bamf.de/jahresbericht.html

Kurzdossier „Wahlrecht und politische Partizipation von Migranten in Europa“ der Bundeszentrale für politische Bildung
In Deutschland haben bislang nur EU-Staatsangehörige das Recht, an Kommunalwahlen teilzunehmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Mitgliedsländern der EU sind Drittstaatsangehörige in Deutschland von der Wahlteilnahme ausgeschlossen. Welche Länder erlauben auch Nicht-EU-Ausländern die Wahlteilnahme und unter welchen Voraussetzungen? Welche Argumente sprechen für und gegen das kommunale Ausländerwahlrecht?
http://www.bpb.de/wahlrecht-und-partizipation-von-migranten

Dossier „Asian Germany – Asiatische Diaspora in Deutschland“ der Heinrich-Böll-Stiftung
Das Dossier gibt Einblick in die Vielschichtigkeit asiatisch-deutscher Lebenswelten und Identitäten. Mittels literarischer Verdichtungen, Gesprächen und Oral-History-Narrationen sowie fotografischen wie analytischen Essays wird postmigrantisches Leben aus asiatisch-deutscher Perspektive reflektiert.
http://heimatkunde.boell.de/dossier-asian-germany

Neuerscheinung: „Deutschland Einwanderungsland“
In kurzen Beiträgen von namhaften Autoren aus ganz Deutschland liefert dieser Band Informationen über mehr als 60 zentrale Begriffe aus dem Themenfeld Migration/Integration.
http://www.kohlhammer.de/Sozialwissenschaften/Vorschau/ (nicht mehr aktiv)

Sammelband „Neue Impulse für die Integrationspolitik“ der Konrad-Adenauer-Stiftung
Der Band „Neue Impulse für die Integrationspolitik“ beleuchtet nicht nur das politische Engagement von Zuwanderern, sondern auch die in diesem Zusammenhang wichtigen Themen Bürgerschaftliches Engagement und Einbürgerung. Er gibt Empfehlungen für Politik und Parteien, Vereine und Verbände.
http://www.kas.de/wf/de/33.36845/

Migrationsbericht 2012
Vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erarbeitet, vorgestellt am 15. Januar 2014
http://www.bamf.de/Migrationsberichte/migrationsbericht-2012.html

Gutachten „Integration ist (auch) Ländersache“ der Friedrich-Ebert-Stiftung – zur politischen Inklusion von Migrantinnen und Migranten im Bundesländer-Vergleich
Das Gutachten der Friedrich-Ebert-Stiftung fragt nach den politischen Partizipationsmöglichkeiten von Migrantinnen und Migranten in den 16 Bundesländern. Die Studie zeigt, dass zwischen der Wohnbevölkerung und den Bürgerinnen und Bürger mit politischer Mitbestimmungsmöglichkeit eine teilweise große Differenz besteht.
http://library.fes.de/10528-20140317.pdf

3| Veranstaltungshinweise

11. und 12. Juli in Berlin
Fachtagung Flucht // Migration // Entwicklung – Facetten der Migration zwischen Nordafrika und Europa (veranstaltet von 14km und der Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft)

8. und 9. September in Nürnberg
Fachtagung Anerkennungskultur vor Ort – Bürgerbeteiligung interkulturell öffnen und stärken (veranstaltet vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge)

21. bis 27. September an verschiedenen Orten
Interkulturelle Woche 2014 unter dem Motto „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern.“ (eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie)

24. bis 28. September in Cadenabbia (Italien)
Seminar Angekommen in der Einwanderungsgesellschaft – Ethnische Vielfalt Als Erfolgsmodell (veranstaltet von der Konrad-Adenauer-Stiftung)

28. September bis 1. Oktober in Berlin
Herbstakademie Akkulturation und Bildung – Methoden, Ergebnisse und Transfer (veranstaltet vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration)

30. September bis 2. Oktober in Berlin
Jahrestagung der Jugendmigrationsdienste zum Thema Identität(en) von jungen MigrantInnen (veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland, der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit und dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands) (nicht mehr aktiv)

2. bis 4. Oktober in Jena
Forum Willkommenskultur in Deutschland – Herausforderungen der Wirtschaft, Gesellschaft und Bildung (veranstaltet von SIETAR Deutschland)

6. bis 8. Oktober in Mannheim
5. Bundesfachkongress Interkultur unter dem Motto „Heimaten bewegen“ (veranstaltet von der Stadt Mannheim, dem Initiativkreis Bundesweiter Ratschlag für Kulturelle Vielfalt, dem Forum der Kulturen Stuttgart, der Kulturpolitischen Gesellschaft und Deutschen UNESCO Kommission)

11. Oktober in Nürnberg
4. Nürnberger Integrationskonferenz (veranstaltet von der Stadt Nürnberg)

13. Oktober in Stuttgart
Diversity Kongress (veranstaltet vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg und der Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg) (nicht mehr aktiv)

15. Oktober bis 15. November in Berlin
12. Tage des Interkuturellen Dialogs (organisiert vom Antirassistisch-Interkulturellen Informationszentrum ARiC Berlin)

6. und 7. November in Berlin
Konferenz Sprache. Mobilität. Deutschland. (veranstaltet von der Bundeszentrale für politische Bildung und vom Goethe-Institut)

Veranstaltungen des Goethe-Instituts im In- und Ausland aus dem Bereich „Migration – Integration“ finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Redaktion: Dario Radišić, in Zusammenarbeit mit den Bereichen 31 Wissenschaft und Zeitgeschehen, der Abteilung 40 Sprache und der Internet-Redaktion im Bereich 22 Internet des Goethe-Instituts.

    goethe.de/einfachhoeren

    Funny stories about horses and soccer-players – read out on Arabic and downloadable as a podcast to be listened to anywhere!

    goethe.de/wohin

    Where to? 21 questions on migration and refuge

    goethe.de/welcome

    Learning German for Refugees

    Arriving App

    The guide for your first weeks in Germany

    My way to Germany

    Videos and practises for German learners