Fachtagung „Bildung:Mobilität – global denken“

„Bildung:Mobilität – global denken“
Fachtagung zur Zukunft der beruflichen Bildung im Kontext internationaler Fachkräftemobilität

Datum: 22. und 23.10.2019 (22.10.: Einlass ab 17.30 Uhr, Eröffnung ab 18.00 Uhr; 23.10.: Konferenzprogramm von 9:00 bis 18:00 Uhr)
Ort: Hotel Oderberger, Oderberger Str. 57, 10435 Berlin
Teilnehmende: Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen berufliche Bildung, Migration und Integration, Fachkräftequalifizierung
Moderation: Hatice Akyün



Die Mobilität internationaler Fachkräfte profitiert stark von der internationalen Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung. Wie kann diese besser gestaltet und organisiert werden? Welche Rahmenbedingungen sind für nachhaltigen Fachkräftezuwachs notwendig? Diese Fragen standen im Zentrum der Fachtagung „Bildung:Mobilität-global denken“, die das Goethe-Institut am 22. und 23. Oktober 2019 in Berlin veranstaltete. 150 internationale Expertinnen und Akteure aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutierten globale Handlungsperspektiven im Feld der beruflichen Bildung.

Ab März 2020 tritt das von der Deutschen Bundesregierung beschlossene Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. Damit soll der Rahmen geschaffen werden für eine gezielte und gesteigerte Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus Drittstaaten nach Deutschland. Im Zuge dessen rücken zentrale Fragen zur Planung und Umsetzung eines nachhaltigen Fachkräftezuwachses in den Mittelpunkt. Das Goethe-Institut lud am 22. und 23. Oktober Expertinnen und Akteure aus Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft, Industrie, Politik und Bildung zur Fachtagung „Bildung:Mobilität–global denken“ in das historische Stadtbad Oderberger in Berlin ein, um gemeinsam der Frage nachzugehen, wo besonderer Handlungsbedarf besteht.

Eröffnet wurde die Tagung am Abend des 22. Oktober durch Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, und Stefan Kaufmann, Mitglied des Bundestags und Vorsitzender der EnqueteKommission „Berufliche Bildung“. Am 23. Oktober diskutierten rund 150 Expert*innen und Akteure aus Wissenschaft und Forschung, Bildung, Politik, Wirtschaft und Industrie in Workshops und Podiumsdiskussionen die Bedeutung und Ausgestaltung beruflicher Bildung innerhalb des gesamten Migrations- und Integrationsprozesses: Von der Qualifizierung im Herkunftsland vor der Zuwanderung bis hin zur strukturellen Integration in Arbeitsmarkt und Gesellschaft und der Frage nach einer möglichen Rückkehr oder Weiterwanderung. Auf einem „Marktplatz“ wurden darüber hinaus Projekte der teilnehmenden Institutionen vorgestellt, die sich bereits erfolgreich für eine nachhaltige Fachkräftemobilität einsetzen.


Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts betonte: „Für die erfolgreiche Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetz sind eine Reihe von Bedingungen notwendig: Dazu zählt die Vorbereitung in den Herkunftsländern - hier leistet das Goethe-Institut mit seiner langjährigen und weltweiten Expertise in der sprachlichen und interkulturellen Qualifizierung von Fachkräften bereits einen wesentlichen Beitrag. Diese Förderprogramme gilt es weiter auszubauen und mit den Integrationsangeboten in Deutschland zu verknüpfen. Darüber hinaus müssen wir als Akteure, egal ob aus Politik, Wirtschaft oder dem Bildungsbereich, in den Austausch treten und zusammenarbeiten. Nur gemeinsam können wir Fachkräften aus aller Welt den Zugang zu unserem Land erleichtern und ein Klima des Willkommens schaffen.“

Thomas K. Bauer, Ökonom und Vizepräsident des RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, der am Mittwoch, den 23. Oktober, den zweiten Konferenztag eröffnete, erklärte: „Deutschland wird zunehmend auf die Zuwanderung von Fachkräften angewiesen sein. Zwar sind die Möglichkeiten der Zuwanderung von Fachkräften nach Deutschland bereits weitestgehend liberal geregelt, jedoch wird im Zuwanderungsrecht und auf dem deutschen Arbeitsmarkt noch ein zu starkes Gewicht auf Zertifizierungen gelegt, anstatt die eigentlichen Kompetenzen in den Blick zu nehmen. Deshalb muss Migrations- und Integrationspolitik noch stärker von der Politik, den Bildungsinstitutionen und Unternehmen zusammengedacht werden.“

Aus spanischer Perspektive berichtete Rosario Jiménez Rodríguez, Referentin für Migration, Soziales und Arbeitsmarkt bei der Botschaft von Spanien in Deutschland, über Chancen und Risiken spanischer Mobilitätsprogramme. Spanien ist eines der Länder, aus dem in den vergangenen Jahren eine besonders hohe Anzahl an Fachkräften nach Deutschland migrierte: „Immer stellen wir den hohen Wert der Erstinformation fest, die die Kandidaten im Herkunftsland erhalten. Es ist wichtig, diese Informationen an die Erwartungen der Fachkräfte anzupassen, die vor allem durch die kulturellen Unterschiede bedingt sind. Wir haben auch festgestellt, dass die Projekte, die sich stärker um die Integration der Teilnehmer bemüht haben, eine überdurchschnittliche Erfolgsquote erwiesen. Daher glauben wir, dass die berufs- und sozialpädagogische Begleitung funktioniert, und dass die einzelnen persönlichen Umstände eine große Rolle im Erfolg der Mobilitätsprojekte spielen.“

Zentral für eine gelungene Eingliederung ausländischer Fachkräfte in den deutschen Arbeitsmarkt sei aus Sicht von Karin Aguado, Professorin für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der Universität Kassel, insbesondere das Erlernen der deutschen Sprache: „Sprache ist eine, wenn nicht die wesentliche Voraussetzung für Integration, indem sie den Menschen ermöglicht, angemessen zu kommunizieren und sozial, kulturell und auch ökonomisch Teil der Gemeinschaft zu sein. Daher benötigen Zuwandernde mehr als ein bloßes Funktionsdeutsch, nämlich ein dezidiertes Partizipationsdeutsch, um kommunikativ an der Gesellschaft teilhaben zu können.“

Kontakt
Bei Fragen oder Anregungen wenden Sie sich bitte an die folgende E-Mail-Adresse: Fachtagung-Bildung@goethe.de
Projektleitung: Anna Dimitrijevic (Anna.Dimitrijevic@goethe.de) und Pamina Oestreicher (Pamina.Oestreicher@goethe.de)

Programm

Tag I | 22.10.19 | Festlicher Auftakt & Eröffnung der Fachtagung (17.00 – 22.00 Uhr)
17:30 bis 18:00 Uhr
Eintreffen der Tagungsgäste
18:00 – 18:30 Uhr Begrüßung
Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts e.V.

Politisches Grußwort
Dr. Stefan Kaufmann, MdB
18:30 bis 19:30 Uhr Karikatur-Kabarett mit Muhsin Omurca
„Der staatlich geprüfte Deutsche“
19:30 bis 20:30 Uhr Fish-Bowl Diskussion
mit Protagonistinnen und Protagonisten der Videoreihe „Wir in Deutschland“ (eine Kooperation des Goethe-Instituts mit Arrival Aid) – Diskutieren Sie mit!
20:30 bis 22:00 Uhr Stehempfang - Netzwerken
Rahmenprogramm: Musikprojekt „Wostok“ von Stephan Garin und Jacob Przemus


23. Oktober 2019: Panels, Workshops, Stationengespräche (09:00 bis 18:00 Uhr)
08:00 bis 09:00 Uhr
Anmeldung
09:00 bis 10:00 Uhr Eröffnungsrede
Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts e.V.
10:00 bis 11:00 Uhr Fachvortrag und anschließende Kommentierung
Berufliche Bildung im Kontext globaler Fachkräftemobilität – Perspektiven, Tendenzen, Akteure
Prof. Dr. Thomas K. Bauer, Vizepräsident RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung
Workshop-Runde I: 11:15 bis 12:15 Uhr Workshops im Rotationsprinzip

Workshop 1: QUALIFIZIEREN und GEWINNEN
Berufliche Bildung weltweit – Faktoren für internationale Fachkräftemobilität
Key-Note: Lara White, Senior Specialist for Labour Mobility and Human Development, Internationale Organisation für Migration (IOM)

Workshop 2: ANKOMMEN und BLEIBEN
Berufliche Bildung und Arbeitsmarktintegration
Key-Note: Inga Kappel, Minor - Projektkontor für Bildung und Forschung, Fachstelle Einwanderung

Workshop 3: ZURÜCKKEHREN und WEITERWANDERN
Perspektiven für beruflich qualifizierte Fachkräfte
Key-Note: Sara Reith, Projektmanagerin, Programm Migration und Diaspora, Centrum für internationale Migration und Entwicklung, CIM
12:15 bis 13:30 Uhr Mittagspause
Workshop-Runde II: 13:30 bis 14:30 Uhr Workshops im Rotationsprinzip

Workshop 1: QUALIFIZIEREN und GEWINNEN
Berufliche Bildung weltweit – Faktoren für internationale Fachkräftemobilität
Key-Note: Lara White, Senior Specialist for Labour Mobility and Human Development, Internationale Organisation für Migration (IOM)

Workshop 2: ANKOMMEN und BLEIBEN
Berufliche Bildung und Arbeitsmarktintegration
Key-Note: Inga Kappel, Minor - Projektkontor für Bildung und Forschung, Fachstelle Einwanderung

Workshop 3: ZURÜCKKEHREN und WEITERWANDERN
Perspektiven für beruflich qualifizierte Fachkräfte
Key-Note: Sara Reith, Projektmanagerin, Programm Migration und Diaspora, Centrum für internationale Migration und Entwicklung, CIM
14:30 bis 15:00 Uhr Kaffeepause
15:00 bis 16:15 Uhr Stationengespräche am „Projekt-Marktplatz“
Projektträger stellen sich vor
16:15 bis 17:45 Uhr Podiumsdiskussion
Globale Handlungsperspektiven im Feld der beruflichen Bildung und Fachkräftequalifizierung

Teilnehmende: Vassiliy Yuzhanin, Senior Specialist für die Förderung von Arbeitsmobilität und die Mobilität von Personen, Abteilung für Berufsmobilität und menschliche Entwicklung, IOM (Internationale Organisation für Migration); Rosario Jiménez Rodríguez, Rat der Botschaft von Spanien, Abteilung für Arbeit, Migration und Sozialversicherung; Sven Zöller, Referatsleiter, Abteilung Berufliche Bildung, Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH); Dr. Matthias Mayer, Senior Expert, Programm Integration und Bildung, Bertelsmann Stiftung; Delmer Cruz, Labor Attaché, Botschaft der Phillipinen, Philippine Overseas Employment Administration (POEA)
17:45 bis 18:00 Uhr Ausklang und Verabschiedung

    goethe.de/einfachhoeren

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    Wohin? 21 Fragen zu Flucht und Migration

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