
Programm
Das Goethe-Institut Almaty unterstützt die deutsche Minderheit in Kasachstan vor allem im Bereich der Sprachkurse. Dazu wurden Ende 1999 in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Almaty „Sprachlernzentren“ in ehemaligen Siedlungsschwerpunkten der deutschen Minderheit gegründet. Die dort angebotenen Kurse stehen der deutschen Minderheit wie auch anderen an der deutschen Sprache Interessierten offen. Die Sprachlernzentren befinden sich in Kasachstan in den Städten Astana, Karaganda, Kostanai, Pawlodar und Ust-Kamenogorsk sowie in Bischkek/Kirgisistan. Auch die weltweit anerkannten Sprachprüfungen des Goethe-Instituts wie Start Deutsch 1 und 2 und die Goethe-Zertifikate B1, B2 und C1 werden dort angeboten. Zusätzlich werden über das Sprachassistenten-Programm junge deutsche Muttersprachler nach Kasachstan und Kirgisistan entsandt, um die Sprachlernzentren im Rahmen der Minderheiten-Projektarbeit, des Deutschunterrichts und bei der Vermittlung eines modernen Deutschlandbildes zu unterstützen.
Seit 2001 und 2002 gibt es in verschiedenen Städten Kasachstans und Kirgisistans deutschlandkundliche Informationszentren. Sie bieten einen Grundbestand an Printmedien an und sind in folgenden Städten vertreten:
Astana
Karaganda
Kostanai
Deutscher Lehrstuhl Pavlodar
Ust-Kamenogorsk
Bischkek
Staatliche Universität Osch
„Nach Mauer-Geschichte(n)“
Historie
Die Geschichte der Russlanddeutschen in Kasachstan und Kirgistan begann 1941 mit der Deportation von 400 000 Wolgadeutschen in die Kulundasteppe und ins Altaigebiet. Das Jahr des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion bedeutete für Minderheitsdeutsche verschiedener Republiken die Deportation nach Zentralasien. Familien wurden dabei getrennt und bis in die 60-er Jahre wurden Russlanddeutsche in der berüchtigten Trudarmee (Arbeitsarmee) eingesetzt. Eine Amnestie von 1955 und das Dekret von 1964, der Rehabilitierung der bis dahin als Kriegsverbrecher geltenden Russlanddeutschen, brachten Erleichterungen. Die deutsche Sprache zu pflegen war nicht länger verboten.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zeigten sich besonders in den mittelasiatischen Staaten Interessen zur Wiederbelebung der von der Sowjetunion unterdrückten kulturellen, sprachlichen und religiösen, das heißt islamischen, Identität. Um diese zu stärken, wurde Rückwanderung betrieben. Allein 60000 Kasachen kehrten mit Unterstützung der kasachischen Regierung aus der Mongolei zurück. Wegen des Verdrängungsdrucks und schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse und verließ ein Großteil der Minderheitsdeutschen Kasachstan. Nach einer Volkszählung von 2004 zählen sich heute 235500 Personen zur kasachstandeutschen Gemeinde. Die Deutsche Allgemeine Zeitung und das Deutsche Theater Almaty sind feste Bestandteile ihres Kulturlebens.
Deutsche Allgemeine Zeitung
Deutsches Theater Almaty
Publikationen
Heinen, Ute: Die Situation in der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS), Informationen zur politischen Bildung (Heft 267), Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung/bpb 2000
www.bpb.de/publikationen
Diener, Alexander C.: Homeland conceptions and ethnic integration among Kazakhstan's Germans and Koreans, Lewiston NY 2004
Krieger, Viktor: Deutsche Präsenz in Kasachstan zur Zarenzeit, München: Osteuropa-Inst. 1993
Kontakt und Information
Winfried Berndt
Susanne Becker
Dschandosowa-Str. 2
050040 Almaty
Kasachstan
Tel. +7 3272 472704, +7 3272 476307, +7 3272 478922
Fax: +7 3272 472972
slz@almaty.goethe.org
www.goethe.de/almaty 






