Tiflis



Programm
Mit Hilfe der Deutschen Botschaft fördert das Goethe-Institut die deutsche Minderheit in Georgien im Bereich Sprachen. Dazu gehören pro Trimester acht Sprachkursstipendien, die auch die Prüfungen am Institut beinhalten. Die Bewerber werden von der einer Organisation der Minderheit vorgeschlagen. Das Goethe-Institut unterstützt auch Sommercamps, in denen Multiplikatoren des Instituts Fortbildungen für Lehrer leiten und exemplarisch Unterricht erteilen. Auch kulturelle Projekte, die sich den deutsch-georgischen Beziehungen widmen, werden gefördert.
Beispiel
Auf der Internetseite "Deutsche in Georgien" hat das Goethe-Institut Tblissi zahlreiche geförderte Projekte zur Tätigkeit deutscher Wissenschaftler, Künstler, Unternehmer, Kolonisten im Südkaukasus einem großen Publikum zugänglich gemacht. Deutsche Maler, Botaniker und Abenteurer bereisten das Land, einige wirkten in bedeutenden Positionen Jahrzehnte in Georgien wie z.B. der Botaniker und Landschaftsgärtner Heinrich Scharrer. Er schuf den Alexanderpark in Tbilissi, Parks in Borjomi und Tetritskaro und war viele Jahre lang Direktor des Botanischen Gartens der georgischen Hauptstadt. Dem Wissenschaftler August Radde gelang es Anfang des 19. Jahrhunderts, das erste, und lange Zeit einzige landeskundliche Museum neuen Stils im russischen Reich aufzubauen. Oskar Schmeling, Maler und Karikaturist, kehrte nach Ausbildung und Karriere in Russland und Europa in sein Geburtsland zurück, wo er lehrte und auch die georgische Gesellschaft mit leichtem Pinsel porträtierte.
Historie
Georgien hat früh das Interesse entdeckungsfreudiger Deutscher geweckt. Wissenschaftler und Künstler, Forschungsreisende, Unternehmer und Auswanderer zog es schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Transkaukasus, z.B. den bekannten Unternehmensgründer Werner von Siemens. Auch deutsche Siedler kamen, gründeten eine Reihe von Orten oder ließen sich als Handwerker und Kaufleute in Tblissi nieder. Es gab eine evangelisch-lutherische Kirche und ein deutsches Gymnasium. Um 1941 lebten etwa 40.000 Deutsche in Georgien. Nachdem vor mehr als acht Jahrzehnten das kaiserliche Deutschland bereits einer der Geburtshelfer der modernen georgischen Nation war, erkannte vor zwölf Jahren die Bundesrepublik als erster Staat Georgien an, nachdem das Land seine Unabhängigkeit wiedererlangt hatte. Heute zählen sich rund 1500 Personen zur deutschen Minderheit in Georgien.
Publikationen
Songhulaschwili, Awtandil: Die Deutschen in Georgien. Tblissi 1997

Reitenbach, Edgar Hrsg.: Vom Kaukasus nach Kasachstan: Deutsche Dörfer und Schicksale in Erinnerungen und Bildern. Duisburg 2004
Kontakt und Information
Goethe-Institut
Werner Wöll / Institutsleiter
Sandukeli 16
0108 Tbilissi, Georgien
Tel. +995 32 938945
Fax +995 32 934568
info@tbilissi.goethe.org
www.goethe.de/tiflis

    Deutsche in Georgien

    Sehnsucht nach dem Kaukasus: Biographien und Geschichten