Historischer Hintergrund

Foto und Copyright: Tomma Schröder
 
10. Jh. Ostkolonisation – Eroberungspolitik deutscher Feudalherren vor allem in ursprünglich slawischen Gebieten östlich der Elbe
1763 Manifest der Zarin Katharina II.: Aufruf an alle Ausländer zur Einwanderung nach Russland (Zugesagt werden: Landbesitz, Steuerfreijahre, deutsche Sprache und Verwaltung, Religionsfreiheit und Befreiung vom Militärdienst)
1914 Ausbruch Erster Weltkrieg
1915 Liquidationsgesetze – 190.000 Wolhyniendeutsche werden enteignet und östlich des Urals deportiert.
1924 Gründung der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR) der Wolgadeutschen, außerdem in der ganzen Sowjetunion 18 deutsche nationale Kreise sowie 550 deutschsprachige Dorfsowjets
1941 Beginn des deutsch-sowjetischen Krieges, 800.000 Russlanddeutsche, die im europäischen Teil der UdSSR leben, werden kollektiv der Kollaboration mit Deutschland beschuldigt, entrechtet, in den Hohen Norden und östlich des Urals deportiert und zu Zwangsarbeit verpflichtet
1941 Auflösung der Wolgadeutschen Republik (ASSR), wo ein Großteil der Russlanddeutschen lebt
1941-48 300.000 – 400.000 russlanddeutsche Deportationsopfer (verhungert, erfroren, erschossen, Erkrankungen mit Todesfolge, Arbeitsunfälle)
1942-55 „Sondersiedlung“ für die Russlanddeutschen (monatliche Meldepflicht und zugewiesener Ort, der nicht verlassen werden darf)
Ende 1944 Beginn von Flucht und Vertreibung:
1953 Bundesvertriebenen-Gesetz der Bundesregierung Deutschland regelt die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge deutscher Volkszugehörigkeit
1964 Rehabilitierung der Russlanddeutschen durch die Regierung der UdSSR, sie dürfen jedoch weiterhin nicht in ihre Heimatgebiete zurück
1987 Neues Passgesetz, das die Ausreise der Russlanddeutschen ermöglicht