Alltag DDR - Aufgabe 9

Hier lernen Sie ein wenig den Alltag der Menschen aus der ehemaligen DDR kennen.



Lesen Sie den Text. Beantworten Sie dann die Fragen.

Alltag in der DDR

Die Bundesrepublik Deutschland erlebte nach 1945 einen enormen wirtschaftlichen Aufstieg, der die ökonomische Basis für die Einführung einer stabilen Demokratie bildete. In der Deutschen Demokratischen Republik wurden zur gleichen Zeit die sozialistische Ein-Parteien-Diktatur der SED und die sozialistische Planwirtschaft eingeführt. Bis zuletzt hatte die DDR deshalb mit großen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen.

Die Konsequenzen hatten einen großen Einfluss auf den DDR-Alltag in allen Bereichen. Die Partei nahm für sich in Anspruch, in allen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen über die alleinige Entscheidungskompetenz zu verfügen. Die Menschen wurden deshalb schon früh in Parteistrukturen eingebunden. Ab dem sechsten Lebensjahr waren die Kinder erst in den „Jungen Pionieren“, später dann in den „Ernst-Thälmann-Pionieren“ und der FDJ organisiert. In den 1980er-Jahren waren 99 Prozent aller Kinder und Jugendlichen Mitglied einer SED-Organisation – Einrichtungen die direkt der Erziehung zum „sozialistischen Menschen“ dienen sollten. Wollte man einen Studienplatz bekommen, war Engagement in diesen Gruppen notwendig. Viele Berufe standen nur Parteimitgliedern offen. Und auch parteilose Berufstätige wurden in Betriebsbrigaden politisch erzogen. Die Partei und ihre Ideologie waren stets präsent. Fast 90 Prozent aller Elitepositionen im Staat waren in den 1980er Jahren von Parteimitgliedern besetzt. Dies war nur möglich, weil eine Minderheit aktiver Parteigänger in der Bevölkerung das System unterstützte. Für die Mehrheit der DDR-Bürger hatte diese Politik des Drucks und der Einschüchterung jedoch Anpassung und politische Resignation zur Folge.

Nach dem Mauerbau 1961 gab es die Alternative in den Westen zu gehen nicht mehr. Viele Menschen passten sich also an und wiederholten öffentlich einfach das, was die Partei hören wollte. Ansonsten kümmerte man sich darum, den Alltag zu meistern und das war oft schon schwierig genug. Stundenlang Schlange stehen war Teil des normalen Einkaufsverhaltens in der DDR. Auch Produkte des täglichen Bedarfs waren nicht immer und überall zu erhalten. Neben der staatlich organisierten Wirtschaft gab es einen lebhaften Tauschhandel. Produkte der westlichen Konsumwelt wie z.B. Bananen gab es nur in den „Intershops“ für D-Mark – aber nur für die Menschen, die irgendwie an Westgeld kommen konnten.

So entwickelte sich die Datsche, das Wochenendhaus am Rande der Stadt oder auf dem Land, aus mehreren Gründen zum Zentrum der Freizeitgestaltung in der DDR. Dort gab es einen Freiraum, der nicht so leicht zu überwachen war. Der Anbau von Obst und Gemüse verbesserte die Lebensmittelversorgung deutlich.
 

     

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