Die Globalisierung mit nationalen und regionalen Identitäten kompatibel machen – Welche Rolle kann das Deutsche dabei spielen?
Georg Boomgaarden, Emil Brix, Gerhard Leitner, Georg Schütte
Moderation: Alfred Eichhorn
Die folgenden Statements stammen aus Podiumsbeiträgen zum Abschluss der Wissenschaftssektion „Sprachenpolitik“ auf dem Festival „Die Macht der Sprache“ am 16. Juni 2007 in Berlin.
Emil Brix: Die Globalisierung bedeutet, dass man sich auf weniger Sprachen als Kommunikationssprachen konzentriert. Die Öffnung Ost-/Mitteleuropas hat Deutsch wieder zu einer regionalen Kommunikationssprache im mitteleuropäischen Raum gemacht. So haben wir profitiert von dieser europäischen Globalisierung.
Georg Schütte: Wenn wir in der Humboldt-Stiftung die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland befragen, nach dem Erfolg ihres Aufenthaltes, wenn diese Personen ein, eineinhalb Jahre in Deutschland waren, dann stellen wir fest: Das hängt hochgradig mit der Sprachkompetenz zusammen. Diejenigen, die sich der Mühe unterziehen, Deutsch zu lernen, die fühlen sich hier auch wohl und die sagen hinterher: Dieser Aufenthalt war auf der ganzen Linie ein voller Erfolg.
Gerhard Leitner: Bei uns gibt es eher eine Beängstigung oder Verängstigung, unter dem Druck des Englischen etwas zu verlieren. Da geht dann, ich sage das jetzt als Anglist, die Möglichkeit oder die Sicht verloren, dass man ja auch dadurch sehr viel gewinnt.
Georg Boomgaarden: In der EU haben wir natürlich die Notwendigkeit, gemeinsames Handeln zu organisieren, und gelegentlich müssen wir dafür gemeinsame Worte finden. Und diese gemeinsamen Worte, die wir finden, die passen in keine Sprache ganz. Wir werden in internationalen Organisationen immer mit einem Minimalbestand arbeiten müssen – für die Verständigung. Für die internationale Kultur geht das leider nicht.
Georg Schütte: In anderen Ländern gibt es eine andere Gelassenheit im Umgang mit Mehrsprachigkeit. Ich glaube, da lohnt es sich hinzuschauen und einiges davon zu lernen.
Emil Brix: Ich glaube, es ist schon für uns ganz gut, ein normales Selbstbewusstsein zu entwickeln: Sprachpolitik soll nicht unbedingt Nationalitätsstolz herstellen oder das Abendland retten; aber es soll doch so etwas wie ein wichtiges Merkmal von Gemeinschaft sein.
Georg Boomgaarden: Pleşu hat auch in seiner wunderbaren Rede eingefordert, dass wir die Pflicht haben, uns mit größtmöglicher Sorgfalt um unsere eigene Sprache zu kümmern, sie zu erhalten, ohne sie verknöchern zu lassen, sie zu erneuern, ohne sie zu entstellen. Wenn Politik hier Wege öffnen kann, Möglichkeiten zur Begegnung, Möglichkeiten zum Lernen öffnet, dann ist das die beste Sprachenpolitik.
Moderation: Alfred Eichhorn
Die folgenden Statements stammen aus Podiumsbeiträgen zum Abschluss der Wissenschaftssektion „Sprachenpolitik“ auf dem Festival „Die Macht der Sprache“ am 16. Juni 2007 in Berlin.
Emil Brix: Die Globalisierung bedeutet, dass man sich auf weniger Sprachen als Kommunikationssprachen konzentriert. Die Öffnung Ost-/Mitteleuropas hat Deutsch wieder zu einer regionalen Kommunikationssprache im mitteleuropäischen Raum gemacht. So haben wir profitiert von dieser europäischen Globalisierung.
Georg Schütte: Wenn wir in der Humboldt-Stiftung die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland befragen, nach dem Erfolg ihres Aufenthaltes, wenn diese Personen ein, eineinhalb Jahre in Deutschland waren, dann stellen wir fest: Das hängt hochgradig mit der Sprachkompetenz zusammen. Diejenigen, die sich der Mühe unterziehen, Deutsch zu lernen, die fühlen sich hier auch wohl und die sagen hinterher: Dieser Aufenthalt war auf der ganzen Linie ein voller Erfolg.
Gerhard Leitner: Bei uns gibt es eher eine Beängstigung oder Verängstigung, unter dem Druck des Englischen etwas zu verlieren. Da geht dann, ich sage das jetzt als Anglist, die Möglichkeit oder die Sicht verloren, dass man ja auch dadurch sehr viel gewinnt.
Georg Boomgaarden: In der EU haben wir natürlich die Notwendigkeit, gemeinsames Handeln zu organisieren, und gelegentlich müssen wir dafür gemeinsame Worte finden. Und diese gemeinsamen Worte, die wir finden, die passen in keine Sprache ganz. Wir werden in internationalen Organisationen immer mit einem Minimalbestand arbeiten müssen – für die Verständigung. Für die internationale Kultur geht das leider nicht.
Georg Schütte: In anderen Ländern gibt es eine andere Gelassenheit im Umgang mit Mehrsprachigkeit. Ich glaube, da lohnt es sich hinzuschauen und einiges davon zu lernen.
Emil Brix: Ich glaube, es ist schon für uns ganz gut, ein normales Selbstbewusstsein zu entwickeln: Sprachpolitik soll nicht unbedingt Nationalitätsstolz herstellen oder das Abendland retten; aber es soll doch so etwas wie ein wichtiges Merkmal von Gemeinschaft sein.
Georg Boomgaarden: Pleşu hat auch in seiner wunderbaren Rede eingefordert, dass wir die Pflicht haben, uns mit größtmöglicher Sorgfalt um unsere eigene Sprache zu kümmern, sie zu erhalten, ohne sie verknöchern zu lassen, sie zu erneuern, ohne sie zu entstellen. Wenn Politik hier Wege öffnen kann, Möglichkeiten zur Begegnung, Möglichkeiten zum Lernen öffnet, dann ist das die beste Sprachenpolitik.








