Linguistic Change and Politics

ICH BIN AGAINST ANGLICISMS

 
  Naja, nich wirklich. Sprachen haben immer wörter von anderen sprachen übernommen, und deutsch war da nie eine ausname. Schon die alten germanen hatten keltische und lateinische wörter. Also kann man im prinzip nich gegen die übername von anglizismen sein. Es mag auch sinnvoll sein, anglizismen zu importiren für neue kreationen, für die es im deutschen keine entsprechung gibt und die überall vom englischen übernommen werden. Man kann sich dann etwas besser versteen. Aber wieso stet auf der post das schild ‚counter geschlossen’? Das wort ‚schalter’ wird sogar von einigen slavischen sprachen übernommen, und ‚counter’ is kein internationales wort. Dafür wird ein schulanfänger lernen müssen, das man es nich ‚kaunter’ schreibt sondern mit C für /k/ und ein O für /a/. Das is das große problem beim import von anglizismen: deutsch is zwar weit davon entfernt, eine eindeutige rechtschreibung wie die italienische zu haben (es heisst ‚tal’, aber ‚zahl’ und ‚saal’, usw), trotzdem is (oder war) es im vergleich zum englischen das paradies. Früer wurde A als /a/ ausgesprochen, jetz kann es auch /E/ ausgesprochen werden wie in „comeback“, /ei/ wie in ‚fake’, /i/ wie in ‚image’, /O/ wie in ‚city-call’. Jeder vokal hat dann merere aussprachemöglichkeiten, und meistens wird er falsch ausgesprochen, weil vile englische laute keine entsprechung im deutschen ham. ‚Comeback’ wird /kambEck/ ausgesprochen, dabei is im englischen weder das O ein /a/ noch is das A ein /E/. Schlimmer wird es, wenn manche wörter gebeugt werden, one eingedeutscht zu werden: ‚outgesourct’ und ‚getimt’ ham weder was mit deutschen noch mit englischen regeln zu tun. Ich würde zwar nie eine sprachpolizei befürworten, aber warum nennen sich cafeterias jetz ‚coffee to go’? Seit wann sind die angloamerikaner für iren besonders guten kaffee bekannt? Wozu heisst eine fussballausstellung ‚Soccer’, wenn sich die amis nie für iren guten fussball ausgezeichnet ham? Und is man wirklich internationaler, wenn man das wort ‚fashion’ benützt, wo doch das wort ‚mode’ überall in Europa anzutreffen is ausser im englischen? Wenn angloamerikaner wenigstens für eleganz in der kleidung bekannt wären, wäre das noch eine erklärung. Aber wer hat heutzutage noch zeit für erklärungen?  


Ze Dó Rock, born in Porto Alegre, Brazil, in 1956, is a cabaret artist and writer living in Munich, who writes in German and partly in Portuguese. His books are written in “Ultradoitsh”, “Wunschdeutsch”, “Siegfriedisch” and “Kauderdeutsch”, satirically bowdlerised versions of German.

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