Sprachliche Entwicklung des Kindes

Erfolge beim frühen Fremdsprachenlernen stellen sich in ihrer Dynamik zwar individuell unterschiedlich ein, verlaufen aber prinzipiell offenbar nach bestimmten Mustern. Noch gibt es über die genaue Abfolge kindlicher Sprachlernphasen oder -stufen allerdings keine einheitliche Erkenntnis. Das Piagetsche Stufenmodell basiert auf vielen empirischen Untersuchungen, wird aber heute ebenso kritisch hinterfragt wie andere Modelle auch.

Fest steht heute, dass „Menschen zu jeder Zeit eine neue oder mehrere neue Sprachen lernen können. Die Ergebnisse der Sprachenerwerbsforschung und der Hirnforschung geben jedoch Anlass, den Erwerb einer fremden Sprache möglichst früh zu fördern. So kann nachweislich bis zum Alter von sechs Jahren eine zweite Sprache akzentfrei erworben werden. Bis zur Pubertät werden Syntax und Morphologie müheloser erworben als später.“ Andererseits haben viele weitere Faktoren Einfluss auf den Lernerfolg der Kinder. Dazu zählen die Qualität der Lehrkräfte und der Lernmaterialien oder die Dauer und die Intensität des Sprachkontakts.
Empfehlung:
  • Der kindliche Fremdsprachenerwerbsprozess sollte im möglichst engen Kontext mit der Sprachentwicklung der Muttersprache gesehen werden.
  • Während des Sprachlernprozesses sollte das Kind ausreichend Gelegenheiten bekommen, neu Erlerntes in einer sozialen Interaktion, z.B. mit der Lehrkraft oder mit Mitschülern, auszuprobieren.
  • Die Einsicht darüber, dass der Spracherwerbsprozess offensichtlich in Phasen erfolgt, erfordert ein Umdenken über das Fehlermachen beim Sprachenlernen: Fehler sind demnach Entwicklungsschritte auf dem Weg, sich Sprache anzueignen, und sollten als legitimer Teilaspekt des Lernprozesses mit Geduld und Umsicht behandelt werden.
  • Die Erzieherin und/oder Lehrkraft sollte Fehler als eine wichtige Aussage über den Stand des Spracherwerbsprozesses verstehen und sich diese für die weitere Unterstützung des Kindes nutzbar machen.

Frühes Fremdsprachenlernen

Materialien und Tipps für LehrerInnen