Erfahrungsbericht: Fiktion und Realität
Die „Fallstudien“ sind teils fiktiv, sie haben aber auch ihren konkreten Sitz im Leben.
Der Schullehrplan wurde an einer niederländischen Schule für Tourismus wie beschrieben erstellt.
Dies ist eine Übersetzung des niederländischen Originaltextes:
(In Klammern Anmerkungen des Übersetzers)
Vor einiger Zeit wurde ich aufmerksam gemacht auf das Buch „Profile deutsch“. Ein toller Tipp, muss ich sagen. „Profile deutsch“ wurde für Deutschlehrer, vor allem im MBO (= Middelbaar Beroepsonderwijs, in etwa vergleichbar mit Berufsschulen. Tatsächlich ist die Zielgruppe von „Profile deutsch“ viel umfassender) geschrieben.
Das Buch beschreibt die vier (inzwischen sechs) europäischen Niveaus A1, A2, B1 und B2 (inzwischen liegt mit den Niveaus C1 und C2 alles komplett vor) des „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen“ und gibt eine Übersicht über die Kompetenzen, die mit diesen Niveaus „verbunden“ sind.
Die diesem Buch beigefügte CD-ROM umfasst eine riesige Datenbank, die nicht nur (Sprach-)Kompetenzen, globale und detaillierte „Kannbeschreibungen“, beschreibt, sondern auch Grammatik, Idiom, Lern- und Teststrategien und außerdem ausführliche Listen mit Textsorten zu den verschiedenen Kompetenzen vorstellt.
Vor allem die detaillierten „Kannbeschreibungen“ zeigen deutlich, wie der Lehrer die verschiedenen Kompetenzen in „seinem“ Schultyp und beim Entwickeln von Material berücksichtigen kann. Mit Hilfe der CD-ROM kann man dann Material aus den verschiedenen Listen zusammenstellen, ausdrucken oder zur weiteren Bearbeitung in ein anderes Programm, Word, übernehmen.
In diesem Buch erfährt der Deutschlehrer also alles über Sprachkompetenzen und wie diese auf europäischem Niveau eingeordnet werden können. Da sich auf unserer MBO, für Tourismus, sich jedes Jahr immer mehr Schüler ohne VMBO-Examen für Deutsch anmelden, habe ich in den letzten Sommerferien beschlossen, für diese Gruppe einen Anfängerkurs, Europäisches Niveau A1 also, mit Hilfe von „Profile deutsch“ zu schreiben. Ein guter Test, um dies dann auf die gleiche Weise für die MBO-Niveaus 2, 3 und 4 zu machen. Erst muss man schauen, welche Kompetenzen für dieses Niveau beschrieben sind und wie man bestimmte Kompetenzen logisch miteinander vernetzt.
Ein Beispiel: Die Kompetenz „jemanden begrüßen“ und „sich verabschieden können“ kombiniert mit den Kompetenzen „sich selbst vorstellen“ und „andere bitten, sich vorzustellen“ und abhängig davon, ob man mehr oder weniger Unterrichtsstunden zur Verfügung hat, könnte man noch kombinieren mit der Kompetenz „die Frage beantworten können, wie es einem geht“. Ausgehend hiervon können dann, in meinem Fall touristisch geprägte, Situationen/Rollenspiele/kleine Geschichten/kurze E-Mails geschrieben werden für verschiedene, in dem Buch „Profile“ deutlich angegebene, Fertigkeiten: sprechen, Gespräche führen, hören, lesen und sogar ein wenig schreiben.
Vor allem die detaillierten Kompetenzen sind für den Lehrer eine große Hilfe bei seiner Arbeit, weil immer drei Situationen/Beispiele gegeben werden, aus denen man auswählen kann, nämlich aus dem persönlichen, öffentlichen und beruflichen Bereich. Das Buch gibt sogar an, welcher Text für bestimmte Kompetenzen/Situationen am geeignetsten ist. Daraufhin kann der Lehrer auf der CD-ROM bei u.a. „thematischer Wortschatz“ und „allgemeine Begriffe“ genau nachsehen, welche Wörter ein Schüler, in unserem Fall auf A1-Niveau, produktiv und rezeptiv beherrschen muss. Man muss das Niveau nur anklicken und das Programm liefert eine gut durchdachte Liste mit ausgewählten Wörtern. Das ist doch noch eine ziemliche Arbeit! Die wichtigsten Wörter, die zutreffen, kann man dann auswählen und in eine Word-Datei exportieren und diese dann weiter bearbeiten in Idiomlisten, Gespräche, Lesetexte usw.
Ich muss sagen, dass ich mit großem Vergnügen an diesem Anfängerkurs von ungefähr 60 Seiten für 30 Unterrichtsstunden gearbeitet habe. Ich finde „Profile deutsch“, mit CD-ROM, empfehlenswert für alle MBO-Lehrer, die mehr wissen wollen über und arbeiten wollen mit den europäischen Sprachniveaus.
aus: dblatt Nr. 21, Januar 2004
Thema: Sprachenportfolio
Profile deutsch






