Mein Lieblingsbuch

Heißt es wirklich, über Geschmack ließe sich nicht streiten?!

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Was ein gutes Buch auszeichnet, lässt sich anhand verschiedener Kriterien definieren. Was aber der Einzelne sein Lieblingsbuch nennt, ist Ausdruck einer individuellen Leidenschaft. Das Goethe-Institut und der Deutsche Sprachrat stellten 2010 im Rahmen des internationalen Wettbewerbs „Geschichte einer Freundschaft“ Lesebegeisterten die Frage, was ihr liebstes Buch auszeichnet.

© Goethe-InstitutDie 4.000 Wettbewerbsbeiträge aus 57 Ländern, die uns erreichten, haben dabei eines gemein: Sie sind leidenschaftliche und poetische Liebeserklärungen an Bücher in deutscher Sprache. Menschen im Alter zwischen sieben und neunzig Jahren haben ihre subjektiven Plädoyers für Klassiker wie Fontanes „Irrungen und Wirrungen“ und Schillers „Kabale und Liebe“, für Kinderbücher wie Kästners „Das doppelte Lottchen“ und humoristische Werke wie Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ eingesendet.

Ein Teilnehmer beschreibt seine Suche nach dem liebsten aller Bücher mit den Worten: „Die Frage nach dem Lieblingsbuch stellt vor allem Vielleser vor große Schwierigkeiten. Man erinnert sich manch durchlesener Nächte in Kindheit und Jugend, die jede für sich eine neu erblühende Liebe für das eine, dagegen eine erblassende für das andere Buch bedeuten konnte. Die Antwort kann immer nur Momentaufnahme sein.“ (Dennis Grabowsky, Berlin)

© Goethe-InstitutDen ersten Preis im Wettbewerb erhielt die Lehrerin Monica Adina Lorelay Mitea aus Rumänien für ihre Liebeserklärung an „Briefe an einen jungen Dichter“ von Rainer Maria Rilke. In ihrer Dankesrede hieß es: „Dieser Preis ist eine Frucht der Liebe. Er ist die Frucht meiner Liebe zur Literatur, zur deutschen Literatur, zur Weltliteratur. […] „Der Dichter nennt das Heilige“, die Dichtung hat die Kraft unser alltägliches Leben zu verzaubern, sie führt uns zur Transzendenz, zum Glauben, zur Hoffnung, zur Liebe. Sie gibt uns einen Sinn. Sie ist Eindruck und Ausdruck, ein Spiegel des Ich und des Anderen, der Gesellschaft. Der gemeine Leser hat also nur eins zu tun: die Heterogenität, die Vielseitigkeit der Literatur zum Lebensprinzip zu heben. Was mir aber wichtiger scheint, ist folgendes: das alles nicht nur für sich selbst zu behalten, sondern auch den anderen zu schenken. Darum habe ich an diesem Wettbewerb teilgenommen. Und das tue ich so oft wie möglich mit meinen Schülern. Im Rumänischen werden die Verben „unterrichten“ und „sich ergeben“ durch dasselbe Wort ausgedrückt, und ich interpretiere das so: wenn ich unterrichte, dann gebe ich meinen Schülern ein Stück von mir selbst, ein Stückchen meiner Seele. Ich hoffe darauf, allen, die diese Reihen lesen oder hören, einen Teil meiner Liebe zur Literatur zu vermitteln.“

1. Platz belegte Monica Adina Lorelay Mitea aus Rumänien mit ihrem Plädoyer für „Briefe an einen jungen Dichter“ von Rainer Maria Rilke.

2. Platz wählte die Jury Beate Tröger aus Frankfurt am Main hat mit ihrer Liebeserklärung an Patrick Süskinds Roman „Das Parfüm. Die Geschichte eines Mörders“.

3. Platz ging an den 23jährigen Denis Lukashevskiy aus Kasachstan, der seine besondere Beziehung zu Bernhard Schlinks Roman „Der Vorleser“ beschrieb.

Die Top 10 der meistgenannten Titel:

1. Michael Ende: Die unendliche Geschichte
2. Bernhard Schlink: Der Vorleser
3. Otfried Preußler: Krabat
4. Thomas Mann: Buddenbrooks
5. Patrick Süskind: Das Parfüm
6. Michael Ende: Momo
7. Johann Wolfgang von Goethe: Faust
8. Marlen Haushofer: Die Wand
9. Hermann Hesse: Siddhartha
10. Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues

Schmökern zu „Mein Lieblingsbuch“

Hans Magnus Enzensberger: „Hatschi Bratschis Luftballon“, Franz K. Ginzkey
Der Dichter Hans Magnus Enzensberger begründet, warum das Kinderbuch Hatschi Bratschis Luftballon noch heute sein Lieblingsbuch ist.

Karoline Herfurth: „Die unendliche Geschichte“, Michael Ende
Die aus Filmen wie „Das Parfüm“ und „Im Winter ein Jahr“ bekannte Schauspielerin berichtet von ihrer langen Freundschaft mit Michael Endes großem Fantasy-Klassiker.

Jochen Hörisch: „Die Wahlverwandtschaften“, Johann Wolfgang von Goethe
Professor Jürgen Hörisch gibt Hinweise zur Lebens-, Liebes- und Lesekunst und erklärt, warum sein Lieblingsbuch Goethes Wahlverwandtschaften sind.

Sarah Wiener: „Alte Liebe“, Elke Heidenreich und Bernd Schroeder
Die Fernsehköchin verrät das Rezept ihres Lieblingsbuches.


In der Publikation des Hueber Verlags „Mein Lieblingsbuch – Geschichte(n) einer Freundschaft“ können Lesebegeisterte und jene, die es noch werden wollen, auf 160 Seiten neben Monica Miteas Plädoyer 62 weitere subjektive, euphorische, philosophische, besinnliche und auch schwermütige Liebeserklärungen entdecken.

Bestellung:
ISBN-10: 3195078910, ISBN-13: 978-3195078917 Broschürt: 152 Seiten, 19,95 €

„Geschichte einer Freundschaft – Mein Lieblingsbuch“ war ein Projekt des Goethe-Instituts in Kooperation mit dem Deutschen Sprachrat. Mit freundlicher Unterstützung von Studiosus Reisen und dem Hueber-Verlag. Präsentiert von BÜCHER, Deutsche Welle, Die Welt, MDR / Figaro. Eine Initiative im Rahmen von „Deutsch: Sprache der Ideen“

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