Zehn Redakteurinnen und Redakteure aus Deutschland und Indien tauschen zwischen September 2011 und Mai 2012 ihre Arbeitsplätze. Sie lernen den professionellen Alltag in der Lokalredaktion ihrer Gastzeitung kennen und berichten aus Berlin, Chennai, Frankfurt, New Delhi, Leipzig, Bangalore, Nürtingen, Kolkata, Hamburg und Hyderabad über Kultur, Alltag und Politik. Die Nahaufnahme findet in diesem Jahr im Rahmen der Initiative „Deutschland und Indien 2011-2012“ statt und wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Bereits zum vierten Mal findet in diesem Jahr das journalistische Austauschprojekt „Nahaufnahme“ des Goethe-Instituts statt. Überaus erfolgreich startete das Projekt 2008 mit deutschen Journalisten und Kollegen aus islamisch geprägten Ländern.

Fotostrecke Nahaufnahme
„Ich möchte eine Vorstellung davon bekommen, wie deutsche Zeitungen arbeiten, den Alltag in Deutschland kennen lernen, zum Beispiel verstehen, warum am 24. Dezember dort alles stillsteht,“ sagte Yacouba Sangaré, Redakteur der ivorischen Tageszeitung Le Patriote aus Abidjan vor seiner Abreise. Er war einer von den sechs Redakteurinnen und Redakteuren, die sich an dem Austauschprogramm des Goethe-Instituts im ersten Jahr beteiligten.
Die Nahaufnahmen – „Close-Up‘s“ – stehen bei der Recherche der beteiligten Journalisten im Mittelpunkt. Während ihres Aufenthaltes sind die Journalisten Teil der Lokalredaktionen ihres Partnermediums. Sie werden eingebunden in den journalistischen Alltag vor Ort, recherchieren, beobachten und richten ihren Blick auf die bisher unbekannte Kultur. Die Nahaufnahmen sind nah dran am jeweiligen Schauplatz. Wie in der jeweiligen Heimatredaktion begeben sich die Journalisten auf die Suche nach interessanten Geschichten des städtischen Alltags. Aber weil sie sich auf unvertrautem Gelände bewegen, ist ihre Perspektive eine andere. Beiträge aus Deutschland und der Welt schärfen so den Blick für alltägliche Situationen, setzen aber auch Themen, von denen man sonst wenig hört. Die Artikel, die im Laufe des Projekts entstehen, erscheinen mehrmals in der Woche in einer festen Rubrik im Lokalteil des Gastmediums.
Gerade die „Nahaufnahme“ macht es möglich, zu zeigen, wie fern oder nah sich die Herausforderungen des Lebens in Berlin und Chennai, New Delhi oder Frankfurt – trotz aller Unterschiede – auf der alltäglichen Ebene sind.
Die Partner der „Nahaufnahme“ 2011 sind in Deutschland die Berliner Zeitung, die Frankfurter Rundschau, die Leipziger Volkszeitung, die Nürtinger Zeitung sowie die Hamburger Morgenpost. In Indien werden die Tageszeitungen Deccan Herald (Bangalore), Deccan Chronicle (Hyderabad), Hindustan Times (New Delhi), The Telegraph (Kolkata) und The Hindu (Chennai) teilnehmen.








