Dublin: Workshop „Das Ein-Quadratmeter-Haus“
In der Immobilienwirtschaft dreht sich alles um eins: den Quadratmeterpreis. Er entscheidet darüber, wie sich Familien, Studenten oder Rentner auf Wohnraum verteilen. In vielen Großstädten polarisieren Preisspekulationen und Gentrifizierung. Mit seinem Workshop „Das Ein-Quadratmeter-Haus“ thematisiert der Berliner Architekt Van Bo Le-Mentzel nun Wohnraum und Bürgerbeteiligung in der irischen Hauptstadt.
Dublin
22. bis 25. April 2013
Der Wirtschaftsboom in Irland führte bis 2008 zu einer gigantischen Immobilienblase. Mit preiswerten Krediten bauten viele Iren Eigenheime – und übernahmen sich finanziell. Heute stehen viele dieser Häuser leer: Die Bauherren konnten die Hypothek nicht mehr abbezahlen, ihr Besitz ging auf die Banken über. Folglich fragen sich die Bürger Dublins und anderer irischer Städte: Wem gehört die Stadt? Wer gestaltet sie? Und welche Rolle spielt Mobilität für die Lebensqualität? Um diese Fragen zu thematisieren, veranstaltet das Goethe-Institut am National College of Art and Design in Dublin einen Workshop für Architektur- und Designstudenten: „Das Ein-Quadratmeter-Haus“.
Das Ein-Quadratmeter-Haus
Was wäre, wenn jeder Mensch sich seinen eigenen Quadratmeter erschaffen könnte? Und den Quadratmeterpreis frei bestimmen könnte? Das sind die Ausgangsfragen des Berliner Architekten Van Bo Le-Mentzel. Sein Ein-Quadratmeter-Haus ist ein Haus auf Rollen, eine mobile Immobilie. Man kann es nicht kaufen, nur selber bauen – an einem halben Tag mit Holzleisten aus dem Baumarkt.
Das Ein-Quadratmeter-Haus kann als Denkerstube, Ticketschalter oder Schlafliege dienen. Es lässt sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren. Und man kann es frei platzieren: mitten in der Stadt, im Park oder auf dem Dach eines Hochhauses. Damit ist das Ein-Quadratmeter-Haus eine wortwörtlich konstruktive Kritik an der Immobilienwirtschaft, eine Einladung an die Gesellschaft, gemeinsam den Sinn des Bauens und Wohnens im praktischen Tun zu erkunden.
Art der Intervention
Die Studierenden am National College of Art and Design diskutieren im Vorfeld Aufgaben, Gestaltung, Ort und Besitzverhältnisse der Häuser. Sie beraten sich mit den künftigen Nutzern/Bewohnern vor Ort, beschaffen das Material und bauen die Häuser, die sie einen Tag auf dem zentral gelegenen Campus des College zur Diskussion stellen. Danach führen sie die Häuser ihrer temporären Bestimmung zu. Im September 2013 soll die Wirkung der Häuser auf die Bevölkerung und ihr Nutzen für die Akteure evaluiert werden.







