März 2008

„1968 – Bilder einer Revolte“: Fotoausstellung von Barbara Klemm

Barbara Klemm gehört zu den bedeutendsten Dokumentarfotografinnen Deutschlands. In ihren Fotografien bildet sie seit 45 Jahren das Zeitgeschehen ab. Eigens für die Goethe-Institute in Mittelosteuropa hat Barbara Klemm nun die Wanderausstellung "1968 - Bilder einer Revolte" konzipiert. Die ausgewählten Fotografien dokumentieren die Studentenbewegung in Westdeutschland. Die Ausstellung eröffnete in Gegenwart der Fotografin im Februar am Goethe-Institut Riga, vom 17. bis 28. März 2008 ist sie in Tartu zu sehen.

Tartu
17. bis 28. März 2008

Heinrich Böll sitzt erschöpft von nächtlichen Protesten gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen inmitten anderer Demonstranten, 1983 in Mutlangen. Angespannt und umgeben von Dolmetschern und Beratern besprechen sich Willy Brandt und Leonid Breschnew bei ihrem berühmten Treffen 1973 in Bonn. Mit dabei war Barbara Klemm. Sie hat diese Momente mit ihrer Kamera festgehalten.

Barbara Klemm ist eine der bekanntesten Foto-Chronistinnen Deutschlands. Viele ihrer Bilder sind längst Teil des kollektiven Gedächtnis. Von 1970 bis 2005 arbeitete die Tochter des Malers Fritz Klemm als Redaktionsfotografin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit lag auf dem Politik- und Kulturgeschehen in West- und Ostdeutschland. In ihren Fotografien verzichtet sie meist auf Politiker und Prominente, sie dokumentiert die Geschichte anhand unbekannter Menschen. Dabei bedient sie sich nur der nötigsten technischen Hilfsmittel: Ihre Bilder sind durchweg in schwarz-weiß gehalten, den Blitz benutzt sie nicht. Ihre fotografische Arbeit wirkt authentisch und unmittelbar.

Barbara Klemm hat nun eine Fotoausstellung für die Goethe-Institute in Mittelosteuropa konzipiert. „1968 – Bilder einer Revolte“ zeigt die Zeit des Protests der Studentenbewegung in Westdeutschland: Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg auf den Straßen von Frankfurt, Theodor W. Adorno in dem von Studenten besetzten Institut für Sozialforschung, Kundgebungen der Black Panther Party oder die Räumung eines besetzten Hauses in Frankfurt.

Nach der Eröffnung der Wanderausstellung im Goethe-Institut in Riga am 4. Februar 2008 sind die Bilder nun ab dem 17. März Tartu, Estland zu sehen. Im Anschluss tourt „1968 – Bilder einer Revolte“ über Vilnius, Krakau, Prag, Ljubljana nach Budapest.

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