November 2008

50 Jahre Besucherprogramm der Bundesrepublik Deutschland

Documenta, Ausstellung zeitgenössischer Kunst, Kassel, 2007 © Isa Kathrin EdelhoffSeit 50 Jahren organisiert das Besucherprogramm Deutschlandreisen für Journalisten, Politiker, Wissenschaftler, Kulturmittler und andere wichtige Persönlichkeiten aus der ganzen Welt. Auftraggeber ist das Auswärtige Amt.

Documenta, Ausstellung zeitgenössischer Kunst, Kassel, 2007 © Isa Kathrin EdelhoffNeben dem Auswärtigen Amt nutzen auch die Goethe-Institute im Ausland, Stiftungen und andere Ministerien seit 50 Jahren das erfolgreiche Betreuungsprogramm des Goethe-Instituts. In Deutschland erhalten internationale Gäste maßgeschneiderte Angebote: Sie knüpfen nachhaltige, persönliche Kontakte und kehren mit einem positiven Bild von Deutschland in ihr Land zurück. Das Besucherprogramm sorgt so für den Ausbau von langfristigen Bindungen zu Deutschland. Bisher organisierte das Besucherprogramm des Goethe-Instituts, das vor der Fusion zu Inter Nationes gehörte, Reisen für weit mehr als 50.000 hochrangige Persönlichkeiten.

Darunter waren Journalisten fast aller meinungsführenden Medien weltweit, Umweltexperten, die sich mit deutschen Umweltstandards auseinandersetzen ebenso wie Städteplaner, Historiker, Juristen und Vertreter wichtiger Partnerinstitutionen Deutschlands im Ausland. Aber auch internationale Theaterexperten, die das Berliner Theatertreffen besuchen, pakistanische Hochschulrektoren, die sich mit ihren deutschen Kollegen austauschen wollen oder arabische Verleger, die sich für die deutsche Kinder- und Jugendbuchproduktion interessieren, gehören zu den Gästen, die auf Einladung der Bundesrepublik Deutschland eine mehrtägige Deutschlandreise machen konnten. Besucher waren in den letzten Jahren unter anderen der georgische Staatspräsident Micheil Saakaschwili, die ehemalige Kultusministerin der Stadt Salvador/Bahia Maria Olivia Santana und der Richter und Chefankläger des UN-Kriegsverbrechertribunals Richard J. Goldstone. Bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 betreute das Besucherprogramm 35 Fernsehjournalisten aus aller Welt.

Hauptsitz des Besucherprogramms des Goethe-Instituts ist Berlin. Von dort aus werden jährlich etwa 1000 Gäste in ganz Deutschland betreut. Der Erfolg basiert auf den zielgruppengenauen Programmen, der Vermittlung von Gesprächspartnern in Ministerien, Verbänden, Institutionen oder Medien, und nicht zuletzt auf der individuellen und vielsprachigen Betreuung der internationalen Gäste. Für die Besucher werden Einzel- oder Gruppenreisen, aber auch besondere Themenreisen organisiert. Dabei arbeitet das Besucherprogramm eng mit dem Auswärtigen Amt, den Botschaften vor Ort und den Goethe-Instituten im Ausland zusammen. Die diplomatischen Vertretungen wählen, oft in Abstimmung mit den deutschen Mittlerorganisationen, die Besucher aus und gewährleisten eine umfassende Betreuung des Gastes vor und nach der Reise. Regelmäßige externe Befragungen der Gäste zeigen, dass die Besucherreisen ausgesprochen positiv bewertet werden: Die Gäste sind mit den fachlichen Aspekten, der Begleitung, dem beruflichen Nutzen und der Organisation der Reise zufrieden.

Das Besucherprogramm wurde 1958 unter dem Dach der Mittlerorganisation Inter Nationes gegründet, die 2000 mit dem Goethe-Institut fusionierte. Seit der Fusion hat sich der Anteil der Kultur-Besucherreisen deutlich erhöht. Hauptauftraggeber des Besucherprogramms war zuerst das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, seit 2002 ist es das Auswärtige Amt. Daneben gehören auch andere Bundesministerien sowie Stiftungen und die Goethe-Institute im Ausland zu den Kunden und Auftraggebern.

Anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens des Besucherprogramms hat das Auswärtige Amt am Donnerstag, den 30. Oktober ein Kolloquium mit Vorträgen über das Besucherprogramm und dessen Bedeutung für das Deutschlandbild im Ausland organisiert. Unter anderem sprachen Reinhard Silberberg, Staatssekretär des Auswärtigen Amts, und Michael Jeismann, Leiter der Abteilung Kommunikation und Internet des Goethe-Instituts.

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