Dezember 2009/Januar 2010

Gaza-Stadt: Freier Zugang zu Information

Goethe-Institut Ramallah Am 12. November 2009 eröffnete das Goethe-Institut den ersten „Dialogpunkt Deutsch“ im Gazastreifen. Dabei geht es aber nicht nur um Informationen über Deutschland und die deutsche Sprache. Es geht vor allem um freien Zugang zu Information, darum, den Menschen vor Ort zu zeigen, dass das Ausland sie nicht vergessen hat. Mit der Einrichtung von Dialogpunkten baut das Goethe-Institut das Netzwerk zur aktuellen Deutschlandinformation in wichtigen Zentren der Region Nordafrika/Nahost aus.

Gaza
ab November 2009

© Goethe-Institut Ramallah „Freier Zugang zu Informationen und auch die Vermittlung der deutschen und europäischen Kultur ist gerade jetzt im Moment in Gaza wichtig“, meint Jörg Schumacher, Leiter des Goethe-Institut Palästinensische Gebiete in Ramallah. Der Dialogpunkt öffne ein Fenster, er ermögliche den Menschen Zugang zu Kenntnissen, die über das Geschehen innerhalb des Gazastreifens hinausreichen.

Der Dialogpunkt befindet sich in gesonderten Räumen der Stadtbibliothek Gaza und umfasst etwa eintausend Medien: Bücher, Zeitschriften, interaktive Sprach- und Lernmaterialien, Tonträger und Filme. Unter den Büchern sind Klassiker der deutschen Literatur wie die ins Arabische übersetzten Romane von Thomas Mann, zeitgenössische oder Kinder-Literatur wie „Die kleine Hexe“ in arabischer und deutscher Sprache. Auch die Werke von palästinensischen Schriftstellern wie die deutsch-arabischen Gedichtbände von Mahmoud Darwisch gehören zum Angebot. Zur Eröffnung des Dialogpunktes präsentiert das Goethe-Institut außerdem die Foto-Ausstellung „Leben im geteilten Land“ von Mahmoud Dabdoub, der 1981 aus dem Libanon in die DDR kam und das letzte Jahrzehnt der DDR mit der Kamera festgehalten hat.

Der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann sagte anlässlich der Eröffnung: „Wir wollen den Einwohnern von Gaza nicht nur die Möglichkeit bieten, Deutschland und die deutsche Sprache näher kennenzulernen. Unser Ziel ist, sie mit Europa und dem übrigen Teil der Welt zu vernetzen und durch gezielte Veranstaltungen ansässige Künstler und Intellektuelle zu fördern. Das Goethe-Institut leistet so einen Beitrag, die Zivilgesellschaft in den Palästinensischen Gebieten langfristig zu stärken.“

Wegen Schwierigkeiten beim Transport der Bücher und der Einreise von Mitarbeitern des Instituts nach Gaza musste der geplante Eröffnungstermin mehrmals verschoben werden. Aufgrund der angespannten Versorgungslage war es schwierig, ausreichend Metall und Holz für die Bücherregale zur Verfügung zu stellen. Sahl Kharma, der deutschsprachige Betreuer des Dialogpunkts, sieht der Zukunft dennoch positiv entgegen: „Ich bin sehr froh über die Möglichkeit, mit dem Dialogpunkt Deutsch besonders den Jugendlichen in Gaza einen Ort zum Lernen und offenen Diskutieren zu bieten.“
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