1989/2009
Interview des Monats
Vorschau
Termine in den kommenden Wochen
10. Dezember 2009 bis 3. Februar 2010 in New Delhi, Colombo, Bangalore und Mumbai „ReConstructing the Wall“
Mit einem multimedialen Kunstwerk machen die US-amerikanische Virtual-Reality-Künstlerin Tamiko Thiel und Teresa Reuter, die als Architektin und Künstlerin in München lebt, die Berliner Mauer erfahrbar. Wer die sechs Meter lange, vier Meter breite und drei Meter hohe Installation betritt, findet sich am Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße wieder. Mit einem Joystick lassen sich verschiedene Geschichten und Ereignisse auslösen – ob auf der Ost- oder der West-Seite entscheidet der Zufall. Um der Lebensrealität von damals so nahe wie möglich zu kommen, haben die beiden Künstlerinnen monatelang für die Installation recherchiert – Akten und Fotos gesichtet, Baupläne studiert und mit Zeitzeugen gesprochen. Die Installation ist ein Projekt des Goethe-Instituts Indien und wird in New Delhi, Colombo, Bangalore und Mumbai gezeigt.


20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs laden acht europäische Kulturinstitute in Paris zu einer Diskussion über die Rolle der Intellektuellen in Mittel- und Osteuropa nach 1989 ein. Am 6. und 7. November 2009 finden unter der Schirmherrschaft des französischen Außenministers Bernard Kouchner und dem Senat der Stadt Paris vier Gesprächsrunden zu diesem Thema statt. Teilnehmer sind unter anderem Jens Reich, André Glucksmann, Alain Finkielkraut und Tzvetan Todorov.
Das Goethe-Institut hat Künstler aus aller Welt zum Nachdenken über ihre Erfahrungen mit Grenzen eingeladen und schickte symbolische Mauersteine an Orte, die durch Isolation, Teilung und Grenzerfahrung geprägt sind – Jemen, Korea, Israel, die Palästinensischen Autonomiegebiete, China, Zypern und Mexiko. Dort wurden die Steine zum Material für die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Mauer“. Höhepunkt und Finale der Reise ist die Präsentation der Steine am 9. November zum „Fest der Freiheit“ am Brandenburger Tor in Berlin.
Was hat sich in den europäischen Gesellschaften seit dem Mauerfall verändert? Wie leben die Menschen heute? Was sind ihre Hoffnungen, Sehnsüchte und Befürchtungen? Das europaweite Theaterprojekt „After the Fall“ zieht keine offizielle Bilanz, sondern zeigt subjektive Sichtweisen von 17 Dramatikern aus 15 Ländern. Noch bis zum 8. November 2009 präsentiert das große Festival von „After the Fall“ acht dieser Stücke erstmals auch in Deutschland.
Mauern als Symbol einer geteilten Welt: Das gilt auch für die heutige, fragmentierte Gesellschaft Südafrikas. Während die wohlhabende Bevölkerung sich in den Vorstädten Johannesburgs hinter Betonmauern verschanzt, ist das Leben in der Innenstadt geprägt von der schwarzen Bevölkerungsmehrheit und Migranten aus dem ganzen Kontinent. Mit der Veranstaltungsreihe „Cracking Walls“ reagiert das Goethe-Institut Südafrika auf diese Erfahrungen: Mit Konferenzen, Ausstellungen und – als Höhepunkt am 9. November 2009 – mit dem Abriss von Teilen der Mauer, die das Institut umgibt.
Die Berliner Tänzerin Nejla Yatkin – von der New York Times als „Magierin“ bezeichnet – verwandelt ihre persönlichen Erfahrungen mit der Mauer in Bewegung und präsentiert in New York das Ergebnis: „Dancing with the Berlin Wall“ – eine tänzerische Prozession durch Downtown New York zu Musik von Pink Floyd und Johann Sebastian Bach.
„Niemand ist mehr dort, wo er hin wollte“ – Video- und Fotoarbeiten von sechs Künstlern aus Deutschland und über Deutschland: Sei es die unterschiedliche Darstellung der Wende in ost- und westdeutschen Medien bei Harun Farocki, sei es die befremdliche Atmosphäre der Verlassenheit im asbestbefreiten Palast der Republik bei Nina Fischer und Maroan el Sani oder die Transformation eines Wohngebiets im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg bei Ulrike Kuschel. Die Ausstellung wurde vom Goethe-Institut Mailand kuratiert und wird im Pallazo delle Stelline gezeigt.
19.000 Kilometer entfernt von Mauer und Mauerfall lädt das Goethe-Institut Neuseeland zu einem großen Film-Festival ein: Unter dem Titel „Novemberkinder“ sind 20 aktuelle deutsche Filme zu sehen, die dem neuseeländischen Publikum Einblicke in die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse der letzten 20 Jahre geben. Die europäische Perspektive auf die Folgen von ’89 steht im Zentrum einer Konferenz, an der unter anderen Lech Wałęsa, der ehemalige polnische Präsident und Vorsitzende der polnischen Solidarność, teilnehmen werden.
Vor 21 Jahren brach die britische Schauspielerin Tilda Swinton mit dem Fahrrad zu einer Abenteuerfahrt in ein wenig bekanntes Gebiet auf: 160 Kilometer lang folgte sie dem Lauf der Berliner Mauer. In diesem Jahr wiederholte sie ihre „Tour de Berlin“ auf der östlichen Seite. Dabei entstand der Dokumentarfilm „The Invisible Frame“, eine Erkundungsfahrt wider das Vergessen.
Am 8. November ist Jürgen Habermas in Amsterdam zu Gast. Das Goethe-Institut und der Verlag Boom haben ihn eingeladen, um seine Aufsatzsammlung „Glauben und Wissen und andere politische Essays“ vorzustellen, die gerade in den Niederlanden erschienen ist.
In Athen debattieren Walter Momper und Bernhard Vogel, in Berlin wird der beste Kurzfilm im Wettbewerb „Grenzüberschreitungen“ gekürt, in Bordeaux lesen Autoren aus ihren „Wenderomanen“, in Boston werden private Momentaufnahmen aus dem Wendejahr ausgestellt, und in Neu-Delhi wird die Mauer wieder aufgebaut – in mehr als 100 Projekten weltweit setzt sich das Goethe-Institut zum 20. Jahrestag mit dem Fall der Mauer und seinen Folgen auseinander. Eine Übersicht über einen Großteil der Projekte finden Sie auf der
In diesem Jahr gedenken Deutschland und die Welt des 20. Jahrestags des Berliner Mauerfalls. Michael Jeismann, Leiter der Abteilung Kommunikation des Goethe-Instituts, nahm das historische Ereignis zum Anlass, den Blick auch auf andere Mauern in der Welt zu richten. Mit seinem Projekt „Mauerreise“ macht er aufmerksam auf die Situation der Menschen in Mexiko, Ramallah, dem Jemen, Korea, China, Israel und anderen Ländern. 




