New York: Objects in Performance
Das neue Phänomen der Objekt-Orientierung im experimentellen Tanz und der Performance steht im Zentrum des Symposiums „Objects in Performance”, zu dem das Goethe-Institut New York vom 3. bis zum 4. Februar einlädt. Internationale Wissenschaftler und Künstler verschiedener Sparten befragen dazu die Renaissance, die das Objekt gegenwärtig in der Philosophie, den kritischen Theorien und den bildenden Künsten erlebt. Flankiert wird die Veranstaltung von der Installation „Synchronous Objects“ sowie der Performance „Death Is Certain“.
New York
2. bis 26. Februar: Goethe-Institut New York Wyoming Building
3. bis 4. Februar: Tisch School of the Arts
5. Februar: Ludlow 38
„Wenn sich der Status des Objekts ändert, ändert sich damit auch der des Subjekts“, schrieb der französische Philosoph Gilles Deleuze.
Das Goethe-Institut greift in Zusammenarbeit mit den Performance Studies der New York University diese These auf und beleuchtet mit dem zweitägigen Symposium „Objects in Performance“ das neue Phänomen der Objekt-Orientierung im zeitgenössischen experimentellen Tanz und in der Performance.
Die Rückkehr des Objekts
Eine Erscheinung mit Widerhall: Die Renaissance des Objekts ist unter anderem auch in der gegenwärtigen Philosophie (etwa in Graham Harmans Werken „Tool Beings“ und „Guerilla Metaphysics“), der Kritischen Theorie (Jane Bennets „Vibrant Matter“) sowie dem wiedererstarkenden Interesse am Konzept des Objekts in den bildenden Künsten erkennbar (mit den Ausstellungen „Part Object Part Sculpture“ und „Not to Play with Dead Things“). Das von André Lepecki kuratierte Symposium führt nun am 3. und 4. Februar in der New Yorker Tisch School of the Arts internationale Wissenschaftler mit Künstlern verschiedener Sparten zusammen, die in Vorträgen und Roundtable-Gesprächen Forschungsergebnisse und Perspektiven austauschen.
Tanz zum Begreifen
Die beteiligte Künstlerin Norah Zuniga Shaw zeigt zudem vom 2. bis zum 26. Februar im Wyoming Building des Goethe-Instituts ihre Installation „Synchronous Objects: Degress of Unison“. Sie basiert auf dem von Shaw, Maria Palazzi sowie dem Choreografen William Forsythe geschaffenen Web-Projekt „Synchronous Objects“, das erstmal 2009 online gezeigt wurde. Mit Visualisierungen wie Videos, Animationen und interaktiven Grafiken offenbart es die Strukturen von Forsythes Choreografie „One flat thing, reproduced“. Der Nutzer hat die Möglichkeit, die Bewegungen der Tänzer auf selbstgewählte Weise zu verfolgen. Shaw erweitert das Original nun um die architektonischen und experimentellen Möglichkeiten des Wyoming Buildings. Die Besucher können hier eine zusätzliche Dimension erleben: die visuelle Transformation des fünfzehnminütigen Stücks von Tanz zu Daten zu Objekten.
Das lebende Objekt
Am 5. Februar zeigt Symposiums-Teilnehmerin Eva Meyer-Keller im Experimentierraum des Goethe-Instituts „Ludlow 38“ ihre Performance „Death is Certain“. Darin erhebt sie in mehrbödig-symbolischer Form Kirschen zu animierten Protagonisten ihrer Kunst – inspiriert von Märchen, in denen Objekte bisweilen leben und immer auch Projektionsflächen der eigenen Erfahrungen und Fantasien sind.







