2009

30.10.2009: 20 Jahre Mauerfall: Die weltweite Perspektive des Goethe-Instituts 

Goethe-Institute weltweit beschäftigen sich in über 100 Veranstaltungen mit dem Fall der Mauer und den kulturellen und poltischen Veränderungen. Im Goethe-Institut London ist die Schauspielerin Tilda Swinton zu Gast, die den Weg der Berliner Mauer mit dem Fahrrad erkundete. In Johannesburg wird die Mauer rund um das Institut in einem symbolischen Akt abgerissen. Beim „Fest der Freiheit“ am Brandenburger Tor stehen Mauersteine, die von Künstlerinnen und Künstlern weltweit an Orten gestaltet worden sind, wo Mauern noch den Alltag bestimmen.

Über 100 Veranstaltungen organisiert das Goethe-Institut weltweit zum 20. Jubiläum des Mauerfalls. Besonders in Ländern, deren Gesellschaften unmittelbar vom Fall der Mauer betroffen sind, oder die durch politische und soziale Grenzen geteilt sind, stellen die Projekte des Goethe-Instituts Bezüge zwischen der jüngsten deutschen Geschichte und der Situation der jeweiligen Gesellschaft vor Ort her.

Mauern als Symbol einer geteilten Gesellschaft prägen Johannesburgs Vorstädte. Sie dokumentieren die Trennung zwischen Arm und Reich, stehen als Symbol der Abschottung einer wohlhabenden Elite von der breiten Bevölkerung. Im Jubiläumsjahr des Berliner Mauerfalls setzt das Goethe-Institut in Johannesburg ein Zeichen für Offenheit und Demokratie: Am 9. November werden Teile der Mauer, die das Goethe-Institut Südafrika umgibt, abgerissen. Begleitend finden eine hochkarätige Konferenz und diverse Kunstprojekte statt.

Für das grenzüberschreitende Theaterprojekt „After the Fall“ haben Goethe-Institute in 15 europäischen Ländern insgesamt 17 Dramatiker damit beauftragt, Theaterstücke zu schreiben, die den gesellschaftlichen Wandel seit 1989 in ihrer Heimat reflektieren. Bekannte Autoren wie der Pole Andrzej Stasiuk und Nachwuchsautoren wie die moldauische Dramatikerin Nicoleta Esinencu oder der deutsche Dramatiker Dirk Laucke haben Stücke geschrieben, die 2008 und 2009 in Theatern vor Ort produziert und uraufgeführt wurden. Als Höhepunkt des Projekts laden das Staatsschauspiel Dresden und das Theaterbüro Mülheim an der Ruhr eine Auswahl von sieben Inszenierungen zu einem europäischen Theaterfestival vom 31. Oktober bis zum 8. November ein.

Im Rahmen der „Mauerreise“ hat das Goethe-Institut symbolische Mauersteine an Orte geschickt, an denen Grenzen und Grenzkonflikte das tägliche Leben der Menschen bestimmen. In Israel, den Palästinensischen Autonomiegebieten, Zypern, Korea, Mexiko, dem Jemen und China setzten Künstler, Jugendliche und Intellektuelle ihre Grenzerfahrungen künstlerisch auf den Mauersteinen um. Die gemeinsame Arbeit an den Steinen erwies sich vielfach als Grundlage für Gespräche zwischen Menschen aus geteilten Orten. Die Reise der Mauersteine endet am 9. November beim „Fest der Freiheit“ am Brandenburger Tor, bei dem in einem symbolischen Akt übergroße Dominosteine zu Fall gebracht werden.

Auf sehr persönliche Weise hat sich die schottische Schauspielerin Tilda Swinton mit der deutschen Teilung auseinandergesetzt. Sie ist mit dem Fahrrad den ehemaligen Verlauf der Berliner Mauer abgefahren. Dabei entstand mit Unterstützung des Goethe-Instituts und unter der Regie der Filmemacherin Cynthia Beatt der Dokumentarfilm „The Invisible Frame“. Im Programm von 3sat wird der Film von Cynthia Beatt am 8. November 2009 um 21.45 Uhr Fernsehpremiere haben. Anschließend feiert er am 9. November britische Premiere im Goethe-Institut London. Tilda Swinton und Cynthia Beatt werden bei der Premiere anwesend sein.

Eine Übersicht mit über 70 weiteren Veranstaltungen von Goethe-Instituten zum 9. November bietet eine interaktive Weltkarte im Internet.

Kontakt:

Susanne Sporrer
Pressesprecherin
Goethe-Institut Zentrale
Tel.: +49 89 15921 249
sporrer@goethe.de

Dr. Christine Regus
Pressesprecherin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
regus@goethe.de

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