Fußball und Kultur: Eine Liebesgeschichte

Afghanistan im Wandel: Vor 2001 wäre ein solches Foto undenkbar gewesen (Foto: Lela Ahmadzai)
16. September 2013
Wenn elf Fußballer die Hymne ihres Landes brummen, klingt sie perfekt. Wenn Millionen von Menschen im Stadion zu Dichtern werden, tun sie es für ihren Lieblingsverein. Dass Fußball und Kultur zusammengehören, zeigt jetzt auch eine Ausstellung in Deutschland und Südamerika.
Das brasilianische Feuer ist entfacht. Das ganze Land bereitet sich auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 vor: die Boteco-Besitzer an der Copacabana, der Fußballnachwuchs auf den Bolzplätzen und elf Künstler aus Afrika, Amerika und Europa. Seit Mai touren sie mit einer Kunstausstellung zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 durch 19 Städte in Südamerika und Deutschland. Die Ausstellung führt den Ballsport dorthin zurück, wo er gewissermaßen herkommt – zur Kultur. In Videos, Fotografien und Klangkunst wird Fußball zum Inbegriff des Zusammengehörigkeitsgefühls, zu Musik, Tanz oder einfach zu einer bestimmten Lebensart.
Fotostrecke: Künstler am Ball
Die Basler Künstler Mauricio Dias und Walter Stephan Riedweg dokumentieren den Alltag in einer Favela von Rio, wo Jugendliche sich nachts auf einem eingezäunten Bolzplatz treffen. Und der Uruguay-Argentinier Banda Bajofondo verbindet Fußball in seinen Fotografien mit der schönsten argentinischen Nebensache, dem Tango. Die Bilder der Ausstellung zeigen den Ballsport von seiner ureigensten Seite – mit all seinen Emotionen und Ritualen. Und die hat ihm die Kultur beigebracht.
Auch Aufbruchstimmung gehört dazu. Unter der Herrschaft der Taliban wäre es noch undenkbar gewesen, dass Frauen Fußball spielen – doch diese Zeiten haben sich geändert und mit ihnen die afghanische Gesellschaft. Seit acht Jahren gibt es eine afghanische Frauen-Fußball-Nationalmannschaft. Mit Begeisterung und Mut trainiert sie – von Soldaten beschützt – auf einem Militärgelände. Die in Berlin lebende Fotojournalistin Lela Ahmadzai hat den Spielerinnen gleich eine Fotoserie und Filmdokumentation gewidmet.
Lela Ahmadzai, Die Ersten auf dem Platz
Wenn auch die brasilianische Nationalmannschaft in der Vorrunde zur WM noch schwächelte, werden die Fans ihrer geliebten Seleção schon wieder auf die Beine helfen: mit Sambatänzen, brasilianischen Liedern und dem bekannten Choro-Stück 1 a 0. Oder mit Pfiffen. In jedem Fall mit brasilianischer Leidenschaft.
-dg-
Die Kunstausstellung zur Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft tourt noch bis Juni 2014 durch verschiedene Städte Deutschlands und Südamerikas. Sie findet im Rahmen der Initiative Deutschland + Brasilien 2013-2014 statt.







