Goethe aktuell

Wahlabend: Impressionen aus aller Welt

GI RigaCopyright: Zigrida Murovska
„Wählerin“ in Riga (Foto: Zigrida Murovska)

23. September 2013

Den Wahlabend am Sonntag haben nicht nur Menschen in Deutschland mit großer Spannung verfolgt. Weltweit luden Goethe-Institute zu Wahlpartys.

In Tokyo etwa lud das Goethe-Institut zur Langen Deutschland-Nacht. Die begann mit einem Crash-Kurs zum politischen System und der Bundestagswahl in Deutschland. Bei einer inszenierten „Wahl“, zu der die rund 200 Besucher aufgerufen waren, schnitten die Grünen – anders als bei ihrem realen Ergebnis – überraschend gut ab: Wenn es nach den Japanern ging, würden sie stärkste Partei im Bundestag.

Auch an anderen Goethe-Instituten wurden Wahlabende veranstaltet. In Riga beispielsweise wurde der Wahlabend gemeinsam mit der Botschaft und der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgerichtet. Zwischen Brezen-Stapeln und Infomaterial aller Parteien werden die ersten Hochrechnungen aus Deutschland mit Erstaunen, wenn auch mit Gleichmut quittiert. „Wow. Die CDU gewinnt noch!?“

In Dublin war Pastor Joachim Diestelkamp erstaunt über das gute Abschneiden der Union. „Bei der SPD hätte ich mehr Stimmen erwartet“, sagte der 52-Jährige. Terry Quigley, ebenfalls 52 und Mitarbeiter des Goethe-Instituts, freute der Sieg der Kanzlerin: „Angela Merkel scheint beliebt zu sein und macht ihre Aufgabe wohl gut.“ Auch Patrick Banning, 35, von der Deutsch-Irischen Handelskammer ist mit dem Ergebnis „zufrieden, solange sich Angela Merkel nicht weiter in irische Angelegenheiten einmischt“.

Wahlen in Deutschland: Eindrücke aus der Welt

Sehr bedeckt hielten sich die rund 200 Besucher der Wahlparty in Bordeaux: Das Publikum war so gemischt, dass kaum einer wissen konnte, welche parteipolitischen Präferenzen die Person neben ihm hegte. Entsprechend hielt man seine Gefühlsregungen unter Kontrolle.

In Brüssel kamen sogar 400 Menschen zur Goethe-Wahlparty – viele eigenen Äußerungen zufolge nicht zuletzt deshalb, weil es ein parteipolitisch neutrales Angebot war. Ein Besucher befand: „Ich hoffe auf eine Große Koalition, mit oder ohne Peer Steinbrück. Für die FDP bedeutet dieser Abend einen Neuanfang, wahrscheinlich mit Christian Lindner – für sie wird es hart, besonders auch auf europäischer Ebene.“

Auch in Johannesburg erschienen am Sonntagabend 150 Gäste zur Wahlparty, die von ARD-Hörfunk-Korrespondent Jan-Philippe Schlüter moderiert wurde. Im neuseeländischen Wellington gehen die Uhren dagegen ein wenig anders: Hier war es schon Morgen, als die ersten Prognosen bekannt wurden. Dennoch kamen auch hier rund 40 Besucher ins Goethe-Institut – zum Wahlfrühstück mit live übertragener Elefantenrunde.

Wahlkampf bei Goethe: Die Grünen kochen rote Soße in einer Berliner Kita, Merkel-Rauten zieren nicht nur den Hauptstadtbahnhof, die SPD feiert prophylaktisch schon 72 Stunden vor der Wahl auf dem Alexanderplatz und ein Bonbonhersteller nutzt den Wahlkampf für provokante Eigenwerbung: Die beiden Jugendportale des Goethe-Instituts, Jádu und To4кa-Treff, nahmen das Drunter und Drüber während des Wahlkampfs unter die Lupe und bloggten täglich neue Eindrücke aus Berlin. Beide beschäftigten sich außerdem noch in gesonderten Beiträgen (auf Jádu, auf To4кa-Treff) mit dem Thema Demokratie, Deutschlands merkwürdigsten Parteien, Selbstinszenierung in der Politik und der Frage nach einem Wahlrecht für ausländische Staatsbürger.

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