Goethe aktuell

Kulturmanagement: Ein Netz für Afrika

Die 14 Teilnehmer des ersten Fortbildungsprogramms in Deutschland. © Goethe-Institut

Wie funktioniert professionelles Kulturmanagement in Deutschland? Was kann ich davon für mein eigenes Umfeld gebrauchen und darauf anwenden? Was interessiert Kulturinstitutionen in Deutschland an Afrika, an meiner Institution? 14 Kulturmacher aus Afrika konnten sich davon beim ersten Fortbildungsprogramm des Goethe-Instituts für Kulturmanagement ein Bild machen. Die Ergebnisse dieses interkulturellen Austausches schildern sie jetzt in ihren Erfahrungsberichten.
13. Juni 2009

Peter Kewowo ist voll des Lobs: „Es gibt wohl niemanden bei der Künstlervereinigung „Visual Artists – Namibia“, der von den Managementmethoden, dem Erfahrungsaustausch und dem Wissen, das uns in Berlin vermittelt wurde, nicht profitieren würde.“ Zwei Wochen war der 29-Jährige als Hospitant in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst. Vom kreativen Prozess, ein Kunstprojekt zu konzipieren, bis hin zur erfolgreichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erlebte er die verschiedenen Planungsphasen mit.

Kewowo war einer von 14 Kulturmachern aus 13 afrikanischen Ländern, die das Goethe-Institut im Rahmen des Fortbildungsprogramms „Kulturmanagement in Afrika“ im März und April nach Deutschland eingeladen hat. InWEnt, die Agentur für Internationale Weiterbildung und Entwicklung, organisierte im Auftrag des Goethe-Instituts eine vierwöchige Fortbildung zu Themen wie Projektplanung, Marketing, Fundraising und Organisations- und Personalentwicklung, an die sich eine praktische Phase anschloss, die Einblicke in die Arbeitsweisen deutscher Kultureinrichtungen ermöglichte. Das Programm ist eines der Pilotprojekte der neuen Initiative „Kultur und Entwicklung“ des Goethe-Instituts. Diese zielt auf die Professionalisierung von Kultureinrichtungen, vor allem in Ländern der so genannten Entwicklungszusammenarbeit. Dabei geht es ebenso um den Aufbau tragfähiger innerregionaler Netzwerke wie um die Förderung der Zusammenarbeit dieser Kultureinrichtungen mit deutschen Kulturinstitutionen. Im Vordergrund stehen die kulturelle Praxis und gemeinsame Produktionen.

Als besonders wertvoll empfanden die afrikanischen Kulturmanager die neuen Netzwerke, die durch das Programm entstehen konnten. „Die Beziehungen, die wir geknüpft haben, sind intensiv und grenzenlos. In Verbindung mit dem, was wir gelernt haben, wird das so geschaffene Netzwerk Afrika noch über Generationen zugute kommen“, sagt Julia Mishi Wambiji von den National Museums of Kenya. Peter Kewowo pflichtet bei: „Ja! Ein Netzwerk von Partnerschaften wurde ins Leben gerufen, um Gedanken und Erfahrungen im Managementbereich auszutauschen und – soweit möglich – in unseren Organisationen zur Anwendung zu bringen. Dies wird hoffentlich kreative Gelegenheiten schaffen, um neue Programme und Projekte zu entwickeln und sie in der nahen Zukunft umzusetzen.“

Die Erfahrungsberichte aller 14 Teilnehmer können Sie hier lesen.

Weitere Kulturmanagement-Programme werden in diesem Jahr folgen: Im September erhalten 10 Kulturmanager aus Kyrgystan, der Ukraine, Georgien, Belarus und Usbekistan eine einmonatige Fortbildung in Berlin und lernen anschließend die praktische Arbeit in deutschen Kulturinstitutionen kennen. Auch am Goethe-Institut Peking ist ein Fortbildungsprogramm in Vorbereitung. Zusammen mit dem Institut für Kultur- und Medienmanagement der Freien Universität Berlin werden im Herbst 20 Kulturschaffende zuerst vor Ort, dann in Berlin fortgebildet.
Links zum Thema

Goethe aktuell:

Über den RSS-Feed
können Sie sich über Neuigkeiten aus der Welt des Goethe-Instituts auf dem Laufenden halten.

Jahrbuch-App 2013

Entdecken Sie die Arbeit des Goethe-Instituts weltweit und klicken Sie sich durch die Höhepunkte des Jahres 2013. Unsere Jahrbuch-App für iPads steht ab jetzt kostenlos zum Download im App Store bereit.

Goethe-Institut.
Reportagen Bilder Gespräche

Das Magazin des Goethe-Instituts berichtet dreimal im Jahr über die Arbeit des Instituts.

Twitter

Aktuelles aus den Goethe-Instituten