Goethe aktuell

„Mauerreise“: Liebesgrüße aus Palästina

Studentin Rana vor der Mauer: 'Wir wollen, dass diese Mauer fällt'

Ramallah – das politische Zentrum im Westjordanland. Nur wenige Kilometer entfernt von Jerusalem. Aber vom israelischen Kernland ist es getrennt durch eine unüberwindbare Mauer. 30 Studenten in Ramallah haben nun auf Steinen des Goethe-Instituts ihre Erfahrungen festgehalten – aus einem Leben hinter Mauern.
27. Juni 2009

„Die Mauer trennt uns von unseren Familien, von unseren Nachbarn, von unseren Freunden“, sagt die Studentin Rana, „von allem, was wir lieben.“ Rana ist eine von rund 30 Studenten, die die Entwürfe für sechs Mauersteine entwickelt haben. Steine, die das Goethe-Institut nach Ramallah geschickt hat. Die Aufgabe der Studenten war es, die Steine aus Deutschland künstlerisch in Bezug zur eigenen Mauer zu setzen.

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Über die Hälfte der Menschen im Westjordanland sind unter 18 Jahre alt. Das Goethe-Institut hat sich deshalb bewusst dafür entschieden, bei der Station der „Mauerreise“ mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten. Was haben sie zum Thema Mauern zu sagen? Welche Erfahrungen haben sie damit gemacht? Die Ergebnisse der sechs Gruppen waren dabei durchaus unterschiedlich – vom Comic bis zum Olivenbaum im Mondrian-Stil.

Mit der symbolischen Reise will das Goethe-Institut den Austausch über Grenzen anregen, die aus gegenwärtigen Konfliktkonstellationen entstehen. Als internationaler Teil der geplanten Domino-Aktion des Berliner Senats zum Fest der Freiheit am 9. November am Brandenburger Tor sollen Künstler ihre Grenzerfahrungen auf den „Mauersteinen“ umsetzen.

20 Mauersteine sind dafür von Berlin aus in die Welt geschickt worden. Die „Steine“ sind 2,50 x 1,00 x 0,40 Meter groß, bestehen aus Styropor und wiegen daher nur etwa 20 Kilo. Um sie bemalen zu können, wurden sie mit einem festen Stoff bezogen. Außer nach Ramallah wurden Steine nach Sanaa, Umm el-Fahem, Seoul, Peking, Mexiko-Stadt und Nikosia geschickt – Orte, an denen Teilung und Grenzerfahrung im Alltag präsent sind.

Am 6. Juli werden die sechs palästinensischen Steine auf dem Campus der Birzeit-Universität ausgestellt, und vom 12. bis 19. Juli 2009 sind sie im Deutsch-Französischen Kulturzentrum zu sehen. Eine Jury wählt am Ende die Steine aus, die nach Deutschland zurückgeschickt werden, die andere Hälfte verbleibt in Ramallah.

„Wir wollen, dass diese Mauer fällt“, sagt Studentin Rana, „genauso wie die Mauer in Berlin gefallen ist.“
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