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Zechenkunst: Mit Buddha auf der Schicht

Mit Buddha auf der Schicht: Jetlag No.3

Hier die Mischanlage, dort die Trichterebene: Auf dem speziellen Terrain der ehemaligen Zeche Zollverein hat sich das Publikum von „Jetlag No. 3“ das Thema Zeit erwandert. Mit Vorträgen, Dialogen und Performances näherten sich Besucher und Experten dem abstrakten Phänomen an.

9. Juli 2009

1986 war die Kohle alle. Auf der Zeche Zollverein in Essen wurde die letzte Schicht gefahren. Heute ist das ehemals größte und modernste Bergwerk Europas eines der imposantesten Bau- und Industriedenkmäler der Kohlewirtschaft. Die Unesco hat es sogar zum Weltkulturerbe erhoben. Das Gelände stellt den idealen Rahmen für ein Nachdenken über Zeit dar: ein stummes Zeugnis einer vergangenen Ära. Inzwischen holt sich die Natur Teile der Gesamtanlage zurück, das Verstreichen der Zeit ist hier offensichtlich.

Jetlag No.3 © Dirk Rose Bildergalerie: Philosophie auf ungewohntem Terrain

Auf dieses Terrain luden PACT Zollverein, Siemens Arts Program und das Goethe-Institut am Wochenende zu einer „philosophischen Wanderung durch die Nacht“ ein. Auf einem Parcours über das Grundstück der Zeche beschäftigten sich die Besucher gemeinsam mit Experten aus Philosophie, Kunst und Wissenschaft mit dem eigenen Verhältnis und Verständnis von Zeit – in der Mischanlage der Kokerei oder auf den Bühnen der ehemaligen Waschkaue. Wie lange fühlen sich zehn Minuten an, wenn einem kein Messinstrument Anhaltspunkte gibt?

In einem Versuch des russischen Wissenschaftlers und Künstlers Sergej Romashko maßen Freiwillige mit verbundenen Augen und nichts weiter als ihrer inneren Uhr die Zeit. Vor der klanglichen Kulisse unzähliger Frösche, die zu sommerlichem Mondschein ihr Konzert gaben, erläuterte der Philosoph und Asienexperte Rolf Elberfeld buddhistische Perspektiven zur Zeitphilosophie.

In den Pausen des insgesamt siebenstündigen Programms durften die Besucher sich zu vorgelesenen Gedanken des französischen Philosophen Emmanuel Levinas zum Thema Schlaf unter Bettdecken verkriechen. Beim Speed-Dating waren im Minutentakt Reflexionen des Kirchenvaters und Philosophen Augustinus zur Liebe zu besprechen.

Kurz vor Mitternacht widmete sich der deutsch-amerikanische Literaturwissenschaftler Hans-Ulrich Gumbrecht in einem Vortrag dem Thema Sport und erklärte, wie Aspekte der Zeit dem Zuschauer oder Fan etwa ein spannendes Fußballerlebnis verschaffen oder was „schöner Fußball“ mit Geschwindigkeit zu tun hat.

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