Goethe aktuell

Sprachen ohne Grenzen: Babylon war gestern

18. September 2009

Wie viele Sprachen spricht man in Afrika? Wie viele in einer deutschen Schulklasse? Und welches Potenzial bietet Mehrsprachigkeit etwa für deutsche Wirtschaftsunternehmen? Zwei Jahre lang haben sich Goethe-Institute in über 30 Ländern dem Phänomen Mehrsprachigkeit gewidmet. Bei der Abschlussveranstaltung vom 17. bis 19. September in Berlin werden die Ergebnisse zusammengeführt. Die internationale Konferenz „Sprachen ohne Grenzen“ thematisiert die Bedeutung von Mehrsprachigkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

„Nur mit Sprachen können wir Grenzen überwinden. Nur mit Mehrsprachigkeit können wir uns in Europa nicht nur verstehen, sondern auch verständigen. Ohne Sprachenvielfalt ist Integration undenkbar. Und nicht zuletzt: Nur mit dem ernst gemeinten Prinzip der Mehrsprachigkeit hat Deutsch als Fremdsprache in Europa eine wirkliche Zukunft.“ Mit diesem Bekenntnis zur Mehrsprachigkeit eröffnete der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann am 17. September das internationale Forum Sprachen ohne Grenzen.
Mehrere Sprachen zu sprechen wird immer wichtiger um am gesellschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen oder auch politischen Leben in einer global vernetzten Welt teilzunehmen. Wie Mehrsprachigkeit gefördert werden kann, welche Bedeutung sie für Künste, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik hat, und welches Potenzial sie für einen gelungenen Dialog der Kulturen hat, sind die Fragen, denen sich das internationale Forum Sprachen ohne Grenzen vom 17. bis 19. September in der Berliner Akademie der Künste widmet.

Die internationale Konferenz ist der abschließende Höhepunkt des zweijährigen Projekts des Goethe-Instituts. Als Kulturmittler der Bundesrepublik Deutschland verschafft das Goethe-Institut Menschen in aller Welt Zugang zu deutscher Kultur und deutscher Sprache. Doch als wichtiges gesellschaftspolitisches Thema unserer Zeit rückt auch die Mehrsprachigkeit in den Mittelpunkt der Arbeit des Goethe-Instituts. Mit unterschiedlichen regionalen und künstlerischen Ansätzen haben sich daher Goethe-Institute in über 30 Ländern der Welt mit dem Phänomen Mehrsprachigkeit auseinandergesetzt. Die vielfältigen Ergebnisse werden in der Abschlussveranstaltung Sprachen ohne Grenzen zusammengeführt. Neben den Konferenzen mit internationalen Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst und Politik bietet ein kulturelles Rahmenprogramm lebendige Eindrücke, was Mehrsprachigkeit für viele Menschen auf der Welt bedeutet.

Der Theaterworkshop SprachFluss etwa bringt 20 afrikanische Jugendliche aus 13 Ländern gemeinsam mit deutschen Jugendlichen auf die Bühne. In deutscher und in den afrikanischen Muttersprachen der Jugendlichen aus Afrika werden Szenen zum Thema Entwicklung und Entwickeln aufgeführt. Mit 1.500 untereinander unverständlichen Sprachen in Afrika ist Mehrsprachigkeit für viele Menschen dort selbstverständlich. Für SprachFluss wird die Mehrsprachigkeit nicht als Hindernis, sondern als ästhetischer Gewinn genutzt. Ebenfalls im Rahmenprogramm der Konferenz feiert das Theaterstück Unserdeutsch – ein dokumentarisches Südseemärchen aus Papua Neuguinea Premiere. Darin geht es um die einzige deutsch-basierte Kreolsprache „Unserdeutsch“, die durch die deutsche Kolonisierung vor rund hundert Jahren in der Südsee entstanden ist. Die vielfältigen Ergebnisse der weltweiten Projekte des Goethe-Instituts zu den Sprachen ohne Grenzen werden zudem in einer multimedialen Ausstellung präsentiert.

„Sprachen ohne Grenzen“ ist ein Projekt des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der Akademie der Künste und weiteren Partnern. Es steht unter der Schirmherrschaft von Leonard Orban, Mitglied der Europäischen Kommission, zuständig für Mehrsprachigkeit.
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