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Ein Mosaik aus Videos: Wörter, die Deutschland sind

100 und ichCopyright: 100 und ich
Was „typisch deutsch“ ist, erzählen diese Menschen (Foto: 100 und ich)

18. November 2009

Es ist wie der Blick in ein Kaleidoskop: 100 typisch deutsche Wörter präsentiert das Projekt 100 und ich – Kleine Geschichten über Deutschland. Ob verwunderlich, lustig, romantisch oder ergreifend – in persönlichen Anekdoten berichten Menschen von ihren liebsten Deutschland-Wörtern. Von Lena de Boer

Topfschlagen, Eierlauf und Blinde Kuh – ist das eigentlich typisch deutsch? Das Wort dazu ist es sicherlich: Kindergeburtstag. Es klingt wie Lachen, Luftballons und lauter kleine Leute auf einem Haufen. Schmeckt nach Zuckerwatte und Schokoladenkuchen. Ein kleines Wort, dem eine große Welt innewohnt.

Möchte man „Kindergeburtstag“ auf Englisch oder Französisch sagen, muss man es umschreiben. Mit „children’s birthday party“ zum Beispiel. Ein zusammengesetztes Nomen könnte also typisch deutsch sein, vor allem aber ist es die Geschichte, die dahinter steht. Das Projekt 100 und ich – Kleine Geschichten über Deutschland sammelt genau solche Wörter und Geschichten. Wie in einem Mosaik setzt sich das Projekt aus Videobotschaften zusammen, in denen Menschen – egal ob groß, klein, jung oder alt – ihr liebstes Deutschland-Wort vorstellen. Und das kleine Mädchen, das auf der Schaukel in ihrem Zimmer sitzt, morgen neun Jahre alt wird und im Park mit 14 Freunden ihren Geburtstag feiert, hat natürlich nur ein Lieblingswort. „Kindergeburtstag“.

Kindergeburtstag

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Zum „Kindergeburtstag“ passt selbstverständlich auch „Kuchen“. Kein zusammengesetztes Nomen, aber irgendwie trotzdem typisch deutsch. So erzählt eine junge Frau aus dem Schwarzwald von der Tradition, die Familie immer sonntags zu treffen. Mit Kaffee und Kuchen. Sie selbst war sechs, als sie ihren ersten Kuchen backte, einen Gewürzkuchen. In ihrer Familie backen jedoch alle gern, und so kommt es schon mal vor, dass sich an einem Nachmittag 15 Kuchen auf dem Tisch aufreihen. Und als erstes ist trotzdem immer die Schwarzwälder Kirschtorte weg, die mag nämlich der Opa am allerliebsten.

Die Menschen in den Videos erzählen authentische Geschichten, manche sind verwunderlich, manche romantisch, manche ergreifend. Und manche auch erfrischend einfach. Das Panorama, das aus diesen Bildern und Anekdoten entsteht, erstreckt sich über ein ganzes Land voller Erfahrung und Erzählung. Es ist eines aus Persönlichkeit, Ehrlichkeit und kulturellem Austausch. Ein Bild also, das nicht typischer deutsch sein könnte.


Deutschland-Geschichten: Zur Homepage von 100 und ich

So erzählt ein junger Mann die Geschichte seiner Freundin. In Spanien haben sie sich kennengelernt, in Deutschland, England, Frankreich und der Schweiz gewohnt. Manchmal lebten sie zusammen, manchmal mussten sie lange Distanzen überbrücken. Sein Wort lautet „Europa“. Typisch deutsch ist es also auch, einmal ganz untypisch zu sein und Grenzen zu sprengen. Eine Grenze, wie sie auch der Rollstuhlfahrer überwunden hat, dessen Deutschland-Wort „Willenskraft“ lautet. Entgegen allen Zweifeln und Ängsten fuhr er den 1.200 Meter hohen Schauinsland hoch. Seine kleine Geschichte über Deutschland endet mit den Worten: „Wenn der Wille noch nicht stark genug ist, den Berg selber zu versetzten, dann läuft man ihn eben hinauf.“

Noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres werden die Wörter gesammelt. Dann werden die Sieger gewählt und prämiert. Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, kann hier auf einer persönlichen Ebene und mit authentischen Materialien seinen Wortschatz erweitern. Wer bereits Deutsch spricht, kann ein Video mit seinem oder ihrem Lieblings-Deutschlandwort auf die Seite stellen und einen Beitrag zum Projekt leisten. Deutschland wird so auf zwei Ebenen erfahrbar: In der Erkundung von Wörtern, vor allem aber in der Begegnung mit Menschen.
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