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Festspielhaus: Schlingensief baut in Burkina Faso

Aino LaberenzCopyright: Aino Laberenz
Schlingensief auf Ortstermin in Burkina Faso (Foto: Aino Laberenz)

22. Dezember 2009

Nun ist es raus. Lange hat Christoph Schlingensief ein Geheimnis daraus gemacht, wo er denn nun sein Festspielhaus in Afrika bauen möchte; jetzt ist es entschieden: Der Traum – unterstützt vom Goethe-Institut – soll in der Nähe von Ouagadougou Wirklichkeit werden.

Die frohe Kunde kam zum Jahresende: Noch im Januar soll Grundsteinlegung für das Festspielhaus sein. Schon im Sommer hatte Schlingensief angedeutet, dass die Hauptstadt von Burkina Faso sein Favorit sei, aber die endgültige Entscheidung ließ auf sich warten. Fast war es schon etwas still geworden um das Projekt. Umso größer nun das Interesse: Die Tagesthemen brachten noch am Freitag, als die Entscheidung bekannt wurde, einen langen Beitrag, im ZDF-Nachtstudio berichtete der Künstler ausführlich über das Projekt und seine Entscheidung. Und das komplette Feuilleton der Zeit-Ausgabe dieser Woche durfte er mit Beiträgen über Afrika bestücken.

Schon am Montag wurden für das „Operndorf“ etwa 45 Minuten vom westafrikanischen Ouagadougou entfernt 13 Container von der Ruhrtriennale zum Aufbau der ersten Gebäude auf den Weg geschickt. „Das Projekt nennen wir Von Afrika lernen, und es wird kein abgehobenes Bayreuth werden, es soll vielmehr die einheimischen kulturellen Kräfte unterstützen.“


Schlingensief in Afrika: „Großer Mann, was planst du?“

Das Projekt ist auch vertraglich bereits unter Dach und Fach. Schlingensief unterzeichnete mit dem Kulturminister von Burkina Faso jetzt einen Vertrag, wonach ihm vom Land für das Festspielhaus fünf Hektar Grund zur Verfügung gestellt werden.

Schlingensief kann auf viel Unterstützung für das ambitionierte Projekt zählen. Bundespräsident Horst Köhler hatte Schlingensiefs Angaben zufolge den Staatspräsidenten von Burkina Faso selbst um Hilfe gebeten. Auch das Goethe-Institut und die Bundeskulturstiftung sind an Schlingensiefs Seite. Prominente wie der Schriftsteller Henning Mankell, der Popmusiker Herbert Grönemeyer und der Filmregisseur Roland Emmerich spenden jeweils 100.000 Euro.

Geplant sind ein Theater, eine Schule für 500 Schüler im Alter von fünf bis 17 Jahren, ein Gästehaus, Werkstätten, eine Krankenstation sowie Brunnen und Solaranlagen.

Wenn alles nach Plan läuft, kann das Theater schon im März eröffnet werden. Zu Beginn will Schlingensief in Burkina Faso eine eigene Theaterinszenierung uraufführen und anschließend mit ihr auf Tournee durch Europa gehen. „Ich werde die afrikanische Stadt nicht missbrauchen, um mein eigenes Ding dort zu machen“, zitiert die Deutsche Presseagentur den 49-jährigen Regisseur. „Wir verpflanzen keine Kultur, sondern zeigen, welche kreativen Kräfte dort zuhause sind, von denen wir noch viel profitieren und auch lernen können.“

-db-
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