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„Va Bene?!“: Mit Ironie gegen Klischees

Bruno BozzettoBruno Bozzetto
Leidenschaftlich versus reserviert: Bruno Bozzetto spielt mit deutschen und italienischen Klischees (Illustration: Bruno Bozzetto)

16. Februar 2010

Liebe neu entfachen: Es wird Zeit, die ausgetretenen Pfade der deutsch-italienischen Berichterstattung zu verlassen. Die Initiative Va Bene?! soll wieder Schwung in unsere Beziehung zum Traumland Italien bringen. Und umgekehrt. Unter anderem mit einem ironisch-liebevollen Film von Bruno Bozzetto.

Im Urlaub. Früh am Morgen verlässt Fritz das Hotel – schließlich will er ja was haben von seinem Tag. Immer mit dabei: die Landkarte, ordentlich zusammengefaltet im Rucksack. Bevor es losgeht, studiert Fritz die Karte. Er will sich doch nicht verlaufen und seine Zeit verplempern, er hat nämlich noch viel vor heute.

In vacanza. Es ist schon später Vormittag, Giovanni wartet vor dem Hotel. Ja wo bleiben denn die Kinder! Er pfeift seine Familie aus dem Haus. Mit grellem Geschrei, das nicht mit dem anderer Kinder aus Europa vergleichbar ist, stürzt die Bande in den Vorhof. Und schon hat Stefano den Grill entdeckt. Er stürmt darauf zu, kann nicht mehr rechtzeitig bremsen und rennt ihn einfach um. Der Grillspieß landet im Rasen. Gianluca packt den Spieß und bedroht Stefano. Heulend rennt der Kleine davon. Während die „Mamma“ versucht, die Lausbuben zu besänftigen, sieht Giulia ein Schlauchboot. In einem Satz springt sie hinein und hüpft weiter bis es pfffffffffffff macht, der Gummi ist geplatzt. Madonna mia, was für ein Chaos.

Va Bene?! – Der Film

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Der organisierte Deutsche und der chaotische Italiener – das ist eine der vielen Szenen in dem Zeichentrickfilm von Bruno Bozzetto. Der Schöpfer des Signor Rossi hat einen ironisch-liebevollen Film über deutsche und italienische Stereotype produziert, vom Pünktlichkeitswahn zum Hotel Mama. Doch so amüsant diese Stereotype auch sind – wenn sie sogar das Meinungsbild der Zeitungen in beiden Ländern prägen, ist das nicht mehr zum Lachen. Gibt es denn nicht genug Neues in Italien und Deutschland zu entdecken? Man muss nur darüber berichten – über das Leben der Schafhüter in den Abruzzen zum Beispiel oder über die Smorfia, ein Buch zur Traumdeutung, mit dem die Neapolitaner ihre Lottozahlen auswählen. Um wieder Neugierde zu wecken, startet das Goethe-Institut mit Partnern aus Medien, Kultur und Politik jetzt die zweijährige Initiative Va Bene?! – Italien auf Deutsch. La Germania in italiano.

Va Bene?! richtet sich vor allem an Publizisten. Deutsche und italienische Schriftsteller hinterfragen Stereotype, Karikaturisten nehmen die deutsch-italienischen Beziehungen aufs Korn, Redakteure nehmen an einem Austausch teil, und Nachwuchsjournalisten sollen Neues berichten. Die deutsche und die italienische Botschaft im jeweiligen Partnerland übernehmen die Schirmherrschaft. „Wie zwei gute Freunde, die bereits ein langes Stück Weg bei Sonnenschein und Regen gemeinsam zurückgelegt haben, fragen sich Deutschland und Italien, ob zwischen ihnen alles ‚va bene und in Ordnung‘ ist“, erklärt Michele Valensise, der italienische Botschafter in Deutschland. „Allgemeinplätze zu überwinden gleicht dem Erklimmen eines Berges. Wenn man dieser Aufgabe aber mit Intelligenz und Ironie begegnet, fällt sie leichter. Besonders in Italien, wo wir manchmal Dinge besser zu tun verstehen, als wir nach außen zu verstehen geben.“

-ja-
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