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Jugendparlament in Uruguay: „Zusammen können wir unser Leben ändern“

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PASCH-Schüler bei der Vorsimulation in Uruguay (Foto: Goethe-Institut)

10. Juli 2010

„Unsere Welt wird von zu vielen selbstsüchtigen und korrupten Politikern regiert“ – das findet zumindest Alexia Ramon aus Mexiko. Deshalb will die 16-Jährige nun etwas verändern und beginnt dabei gleich mal mit den ganz großen Problemen. Derer nimmt sie sich jetzt mit 99 anderen Abgeordneten im internationalen Jugendparlament an.

Um Jugendliche wie Alexia dazu zu ermutigen, selbst politisch aktiv zu werden, hat das Goethe-Institut vor gut einem Jahr das Projekt Jugend in Aktion ins Leben gerufen. Dabei wurden rund 4.000 PASCH-Schüler dazu angehalten in Diskussionsrunden, selbstgebildeten Gremien und Ausschüssen über die Klimaerwärmung, die Folgen der Globalisierung und die politischen Krisenherde zu debattierten.

Nun steht der Höhepunkt der Aktion kurz bevor: das Jugendparlament in Montevideo. Bei der internationalen Parlamentssimulation kommen vom 5. bis zum 11. Juli 100 Jugendliche aus Europa, Lateinamerika und Afrika im Palacio Legislativo, dem Parlament von Montevideo, zusammen. Der Großteil der deutschen und spanischen Teilnehmer hat damit bereits Erfahrungen durch Schulprojekte wie dem Modell Europa Parlament und hat sich klare politische Meinungen gebildet.

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Den Schwerpunkt des Jugendparlaments bilden die acht globalen Millenniums-Entwicklungsziele, die die Vereinten Nationen bis zum Jahr 2015 umsetzen wollen. Ihre Verwirklichung allerdings, allen vorweg „die Halbierung der Anzahl hungernder und extrem armer Menschen“ oder „die Sicherstellung einer Primarschulbildung für alle Kinder der Welt,“ steht, wie zum Zeitpunkt ihrer Verabschiedung, in den Sternen.

Obwohl in den letzten zehn Jahren einige Fortschritte in der Entwicklungsarbeit erzielt wurden, sind damit auch neue Probleme einhergegangen. In Ostasien verbesserten sich beispielsweise die Lebensbedingungen der „Working Poor“ in den Slums, doch gleichzeitig hat mit Chinas wirtschaftlichem Aufstieg auch die Umweltverschmutzung rapide zugenommen: Der Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß Ostasiens ist in den letzten zehn Jahren von 2,9 auf 6,7 Prozent angestiegen.

Dazu gerieten mit der Weltwirtschaftskrise alle Zwischenerfolge wieder in Zweifel und der leichte Aufwärtstrend bis 2007 kehrte sich drastisch um. Durch die weltweit ansteigende Arbeitslosenquote entstanden vielerorts neue „Working Poor“ und die Zahl der Hungerleidenden verzeichnet einen drastischen Anstieg. Die Prognosen für dieses Jahr besagen, dass die Zahl der weltweit in extremer Armut lebender Menschen voraussichtlich um 55 bis 90 Millionen höher liegt, als man vor der Weltwirtschaftskrise erwartet hat.

Während des Jugendparlaments soll deshalb auch eine gemeinsame Resolution entstehen, die den Regierungschefs bei der nächsten UN-Sitzung Ende Juli vorgelegt werden soll. Alexander Kruckenfeller, Leiter der Sprachabteilung des Goethe-Instituts Uruguay und Koordinator des Projektes, ist der Überzeugung, dass das Jugendparlament aber nicht allein für die Umsetzung der Millenniumsziele von Bedeutung ist: „Das Jugendparlament ist wichtig, weil es durch Bildung junge Menschen auf internationaler Ebene vernetzt. Jugendliche denken weltweit in fünf Sprachen, und das Goethe-Institut Uruguay bietet die Plattform dafür.“

-ke-

Die Milleniumsziele
  • Halbierung der Anzahl hungernder und extrem armer Menschen
  • Sicherstellung einer Primarschulbildung für alle Kinder der Welt
  • Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frau
  • Senkung der Kindersterblichkeit von Unter-Fünf-Jährigen um zwei Drittel
  • Senkung der Sterblichkeitsrate von Müttern um drei Viertel
  • Wirksame Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Seuchen
  • Nachhaltiger Umweltschutz, einschließlich Halbierung des Anteils der Menschen ohne Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser
  • Aufbau einer Entwicklungshilfe im Sinne einer globalen Partnerschaft
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